Der große Umbruch beim VfR Ebel hat begonnen

Der VfR Ebel wird nun von Sadettin Senyüz trainiert.
Der VfR Ebel wird nun von Sadettin Senyüz trainiert.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
VfR Ebel steht drauf, ein großer Teil Dostlukspor steckt drin: Trainingsauftakt mit einem neuen Trainer und einem neuen Team.

Bottrop..  Hier holt der Trainer noch selbst den Ball aus dem Gebüsch. Die Fußballer des VfR Ebel joggen gerade zum Beginn der ersten Trainingseinheit, als Sadettin Senyüz auf der anderen Seite des Gitterzauns auftaucht und kurz darauf mit einem Ball zurückkehrt. Die WAZ sprach mit dem 45-jährigen Trainer über seinen neuen Verein, die neue Aufgabe und ein für ihn größtenteils altes Team.

Herr Senyüz, eines gleich zu Beginn: Der Name Senyüz taucht auf der Mannschaftsliste stolze fünfmal auf. Wer ist wer?
Senyüz: (Lacht) Das sind zunächst ich als Trainer und mein Bruder Tacettin als Spieler und Co-Trainer. Mein Sohn Merdan spielt, ebenso wie Tacettins Sohn Turgut. Dann gibt es noch unseren Neffen Mehmet. Insgesamt sind wir sechs Brüder, die anderen sind aber nicht im Fußballgeschäft.

Sonst könnte man bestimmt den FC Senyüz aufmachen. Aber mal im Ernst: Sie tragen jetzt die Trainingsjacke des VfR Ebel, aber in ihrem neuen Team steckt viel Dostlukspor. Mit Ihnen sind einige Leistungsträger aus derem letztjährigen Bezirksligateam gekommen.
Ja, wir haben einen guten Kader mit Schlüsselspielern wie Oktay Semiz oder Serkan Istek. Aber am Ende zählen alle elf Leute auf dem Feld. Wir sind ein Team und müssen als solches funktionieren.

Ein kompletter Neustart bleibt Ihnen allerdings erspart, weil Sie viele der Spieler aus ihrer Zeit bei Dostlukspor II kennen.
Das stimmt, eigentlich müssen wir nur die verblieben Ebel-Spieler integrieren. Ich war zwei Jahre bei Dostlukspor und mit dem Team zweimal aufgestiegen, zuletzt in die Kreisliga A. Da lief es auch nicht schlecht, bis...

...bis Ihr Bruder Tacettin Ende März als Trainer des Bezirksligateams entlassen, die dritte Mannschaft zurückgezogen und die Erste und Zweite von Dostlukspor zusammengemischt wurden.
Das war eine komische Situation und eigentlich wollte ich trotzdem als Trainer der Zweiten weitermachen. Als ich dann zum Platz kam, trainierte jedoch der neue Trainer der Ersten ohne vorherige Absprache beide Teams. Ich habe mich dann gefragt: Was soll ich noch hier? Das Ganze fand ich nicht okay, damit war für mich auch Schluss. Viele gute Spieler waren ja bereits weg, weil sie zu meinem Bruder gehalten hatten.

Wie ging es weiter?
Die Jungs haben eine Pause gemacht. Da wir uns aber alle gut verstehen, haben wir uns regelmäßig zum Spielen in einer Soccer-Halle getroffen. Dann wollten wir wieder zusammen in einen Verein. Ralf Höner aus Ebel hat schließlich angerufen und gefragt, ob wir nicht kommen wollen. Und was soll ich sagen: Es passt alles hier in Ebel. Der Vorstand ist sehr engagiert, es gibt einen Rasen- und einen Ascheplatz und viele Zuschauer. Ich habe abwechselnd Früh- und Spätschicht, mein Bruder Tacettin übernimmt dann das Training, vom Organisatorischen passt es also auch. Ich freue mich auf die kommende Saison.

Wie sieht da die Zielsetzung aus?
Wir visieren einen einstelligen Tabellenplatz an. Wir wollen diszipliniert, aber schnell und offensiv spielen, hinten aber nicht zu offen sein. Kurz gesagt: Wir wollen immer ein Tor mehr schießen als der Gegner. Wir werden dann von Spiel zu Spiel sehen, wo wir in der Liga stehen.

Im vergangenen Jahr startete der VfR Ebel sehr ambitioniert mit einem hochwertigen Team und lange sah es beim Blick auf die Tabelle auch richtig gut aus im Lichtenhorst.
So ist Fußball eben, ein Aufstieg ist schwer zu planen. Auch mit Blick auf die kommende Spielzeit ist die Stärke der Liga einfach sehr schwer einzuschätzen. Fünf Bezirksligaabsteiger spielen mit und wer weiß, mit was für Mannschaften die auflaufen werden. Fest steht, dass die Kreisliga A stärker sein wird als vergangene Saison.

Die Kaderplanung ist abgeschlossen?
Ja, das Team steht. Es sind gerade nicht alle Mann beim Training, einige sind wegen Urlaub, Arbeit, Umzug oder der anstehenden Geburt des Kindes noch nicht da. Aber ich freue mich schon darauf, wenn erstmals alle Spieler auf dem Platz stehen.