Der älteste Taucher des DUC Bottrop

Alles bestens! Horst Schmitt zieht im Bottroper Hallenbad regelmäßig seine Bahnen. Kondition ist eben eine Grundvoraussetzung beim Tauchen.
Alles bestens! Horst Schmitt zieht im Bottroper Hallenbad regelmäßig seine Bahnen. Kondition ist eben eine Grundvoraussetzung beim Tauchen.
Foto: FUNKE FotoServices
Was wir bereits wissen
Serie „Jung geblieben“:Horst Schmitt ist Gründungsmitglied des DUC Bottrop – und dessen ältester Taucher. Als Gerätewart ist er ebenfalls schwer beschäftigt.

Bottrop..  Samstags zieht er noch immer seine Bahnen im Hallenbad. Darauf möchte er nicht verzichten, darauf kann er nicht verzichten. Kondition ist wichtig, auch für einen 76-Jährigen. Horst Schmitt ist Taucher, regelmäßig geht er mit dem Deutschen Unterwasser-Club Bottrop ins Wasser. Er ist Gründungsmitglied des Vereins – und dessen ältester Aktiver.

Derzeit ist es ein wenig ruhiger, Tauchausflüge sind bei diesen Temperaturen selten. Als Gerätewart des Vereins hat Schmitt deshalb etwas weniger zu tun, untätig bleibt er jedoch nicht. Die Pressluftflaschen und die Lungenautomaten müssen regelmäßig überprüft werden, kleinere Reparaturen fallen auch jetzt an. Tauchen fordert eben nicht nur Kondition, Tauchen funktioniert auch nicht ohne Technik. „Die meisten Unfälle beim Tauchen sind trotzdem Folgen von Selbstüberschätzung und fehlender Kondition“, sagt Schmitt.

Über 2000 Tauchgänge hat er absolviert. In den Seen der Region, manchmal sogar unter dicken Eisschichten („da muss man verdammt vorsichtig sein“), auf den paradiesischen Malediven und in Ägypten im Roten Meer („das schönste Tauchgebiet, von den Farben her einmalig“).

Brenzlige Situation ins Spanien

Und ja, auch er hat sich schon einmal in einer kritischen Situation befunden. Schmitt bestaunte gerade ein Riff vor der spanischen Küste, als plötzlich keine Luft mehr durch das Mundstück strömte. „Ich habe es noch einmal versucht und tief eingeatmet – wieder nichts. Ich wusste nur – die 25 Meter nach oben, die schaffst du nicht.“ Mit einer hektischen Handbewegung vor dem Kehlkopf signalisierte er seinem Tauchpartner die brenzlige Lage. Der reichte seinen Lungenautomat, mit abwechselnder Benutzung ging es langsam nach oben. Ein schnelles Auftauchen wäre fatal gewesen, die richtige Dekompression, also das langsame Verringern des Drucks während des Auftauchens, entscheidet über Leben und Tod. Wenn ein Taucher zu schnell an die Oberfläche zurückkehrt kann es zur gefürchteten Caisson-Krankheit kommen. In den Gefäßen entstehen Gasblasen (aus gelöstem Stickstoff), die zu Gasembolien und Mangeldurchblutung führen. „Seitdem bin ich noch vorsichtiger“, sagt Schmitt.

Eine Lehre, die er seit Jahrzehnten auch an seine Schüler weitergibt. Am Nachwuchs hängt das Herz von Horst Schmitt seit vielen Jahren, schon früh organisierte er Trainingseinheiten und gemeinsame Tauchausflüge. Es ging ins Wasser in den Niederlanden und in Spanien. Immer dabei: Ehefrau Anne, die allerdings nie selbst den Neoprenanzug überzog, sondern den DUC-Nachwuchs verpflegte. „Die gute Seele aller Vereinsreisen“, sagt Schmitt lachend. Viele der damaligen Teilnehmer sind heute Vorstandsmitglieder. Schmitt: „Alles meine Jugend.“

Selbst hat der Bottroper im Laufe der Jahre alle Vorstandspositionen durchlaufen, „nur Kassenwart war ich nie“. Am 4. Februar 1979 wurde der DUC gegründet und die ersten Trainingszeiten im damaligen Hallenbad am Berliner Platz gesichert. Schmitt war eines der Gründungsmitglieder, der Sport hatte ihn da schon seit knapp vier Jahren fasziniert.

Sofort süchtig

Der Schlossermeister aus dem Bayer-Werk in Uerdingen war von Bekannten beim Einkaufsbummel angesprochen worden, machte mit ihnen den Tauchschein und erste Erfahrungen in den umliegenden Seen. „Ich war sofort süchtig“, erinnert sich der 76-Jährige. 1977 trat er einem Essener Tauchverein bei, eine Frage geisterte da schon in seinem Kopf herum: Warum eröffnen wir nicht selbst einen Verein?

Heute wird beim DUC nicht nur getaucht, auch Unterwasserrugby und Aquafitness gehören zum Angebot. Schmitt bleibt beim Tauchen. Das füllt ihn ohnehin aus. „Seit ich pensioniert bin, hatte ich noch keine Langeweile.“