Das Real-Madrid-Camp kehrt nach Bottrop zurück

Es war im vergangenen Jahr nur ein Abschied auf Zeit: Nach der Premiere in Bottrop kehrt das Real-Madrid-Fußballcamp am 3. August zurück.
Es war im vergangenen Jahr nur ein Abschied auf Zeit: Nach der Premiere in Bottrop kehrt das Real-Madrid-Fußballcamp am 3. August zurück.
Foto: WAZ FotoPool
In Bottrop fing vor einem Jahr alles an: Das Camp von Real Madrid gastiert im August erneut im Jahnstadion. Mittlerweile ist es die Nummer eins in Deutschland.

Bottrop..  In Bottrop fing alles an. Durchaus kritisch beäugt wurde die deutsche Fußballschule von Real Madrid, als im vergangenen Jahr die ersten Bälle im Jahnstadion gespielt wurden. 90 Kinder waren damals im Juli dabei. Am 3. August gastiert die „Real Madrid Foundation Clinics“ erneut im Jahnstadion. Mittlerweile ist sie Deutschlands Nummer eins unter den Fußballschulen und expandiert fleißig in weitere Länder Europas. Die WAZ sprach mit Campdirektor Stefan Kohfahl über die königliche Erfolgsgeschichte.

Herr Kohfahl, am 3. August kehrt Ihre Fußballschule für fünf Tage zurück nach Bottrop. An den Ort, wo vor über einem Jahr alles begann.
Stefan Kohfahl: Ja, hier hat alles angefangen, hier hatten wir damals unser allererstes Camp. Bottrop wird auch deshalb immer in meinem Herzen bleiben. Es wird stets der Ort sein, an dem alles begonnen hat, mit dem ich Freundschaften und schöne Erinnerungen verbinde. Klar, dass ich mich darauf freue, kommenden Monat wieder mit meinem Team im Jahnstadion zu sein.

Die Real-Fußballschule ist erstaunlich erfolgreich. 2014 begannen Sie mit 63 Camps und tingelten quer durch die Republik, in diesem Jahr haben Sie 150 geplant. In den Niederlanden, Belgien, Österreich und in der Schweiz werden ebenfalls die Zelte aufgeschlagen. Sämtliche Tageszeitungen Deutschlands haben über die Real-Camps berichtet, Sie waren unter anderem Gast in den Sportsendungen des Senders Sky. Eine steile Entwicklung. War das alles so geplant?
Nein, das konnte man nicht planen (lacht). Dass wir Deutschlands Fußballschule Nummer eins werden, dass wir die Firma Adidas als strategischen Partner gewinnen konnten und dass wir bald noch drei weitere Länder ansteuern werden – allesamt sind dies Entwicklungen, die mich selbst manchmal verwundern. Aber wir haben auch alles an Herzblut und Leidenschaft in diese Camps geworfen, was wir haben. Unser Anspruch war hoch: In jeder Stadt sollte die Qualität unserer Lehrenden und damit die des Trainings gleich sein, wir haben überall unser Bestes gegeben. Inzwischen kümmern sich 13 Festangestellte, ein Azubi sowie über 150 Lizenztrainer, darunter über 90 Pro-Lizenz-Inhaber und Sportwissenschaftler, um das Wohl der Kids!

Sie waren mit den Real-Camps im Norden und im Süden, im Westen und im Osten Deutschlands unterwegs. Wie unterscheiden sich die Regionen von der Qualität der Teilnehmer und der Begeisterung für den Fußball?
Eines kann ich mit Sicherheit sagen: NRW ist einfach anders. Besonders im Ruhrgebiet herrscht eine ganz andere Mentalität in Sachen Fußball. Das fängt schon bei den Eltern an. Hier blieben sie häufiger, schauen interessierter zu. Auch leistungstechnisch hatte NRW eine sehr gute Dichte aufzuweisen. Man merkt einfach: Hier schlägt das Herz für den Fußball, hier gibt es mehr Begeisterung als anderswo.

Pate der diesjährigen Real-Camp-Tour ist Weltmeister Toni Kroos.
Da kann ich eine lustige Geschichte erzählen: Jüngst waren wir in Krefeld, als Toni Kroos gleichzeitig in Köln seine Stiftung eröffnete. Plötzlich entstand das Gerücht, dass Kroos in Krefeld vorbeikommen würde. Da hatten wir plötzlich 1500 Zuschauer auf der Anlage. Kroos kam nicht , da war nichts in diese Richtung geplant.

Immerhin schaute im vergangenen Jahr Christoph Metzelder im Jahn-stadion vorbei.
Mit Ivan Guerrero war auch der frühere Techniktrainer von Cristiano Ronaldo dabei. Er begleitet uns derzeit auch, in Bottrop wird er im August allerdings nicht mehr dabei sein, er muss zurück nach Madrid. Dafür haben wir unter anderem Matthias Nowak dabei, den früheren Technik- und Kreativtrainer der Frauen von Bayern München.

Sie waren ja sogar schon zweimal in Bottrop. Im November 2014 fand auch die regionale Endauswahl für einen Besuch in Madrid im Jahnstadion statt. Mit Torhüter Jordan Amissah schaffte es sogar ein Teilnehmer des ersten Bottroper Camps in den Flieger.
Damit wir uns nicht falsch verstehen: Der Aufenthalt in Madrid ist für die besten Spieler der Camps eine besondere Belohnung für die Leistung, die sie hier gezeigt haben. Es geht nicht darum, dass sie bei Real einen Vertrag unterschreiben. Die Reise in die Nachwuchsakademie von Real mit der dortigen Trainingseinheit soll einfach zeigen, dass es sich lohnt, Vollgas zu geben.

Teilnehmende Kinder müssen aber nicht zwingend Real-Madrid-Fans sein, oder?
Nein (lacht). Hier ist alles dabei. Es geht ja auch nicht darum, ein Fan zu sein, sondern um 30 Stunden Fußball pur. Es geht um Respekt, Konzentration und die richtige Ernährung als Sportler. Einmal leben und trainieren wie ein Profi – das ist unser Fokus.