Bottroper Swade erlebt die raue See vor Tasmanien

Die Sydney-Hobart-Regatta gilt als eine der schwierigsten Hochseeregatten überhaupt.
Die Sydney-Hobart-Regatta gilt als eine der schwierigsten Hochseeregatten überhaupt.
Foto: Getty Images
Was wir bereits wissen
Christoph Swade meisterte eine der schwierigsten Hochseeregatten überhaupt: 628 Seemeilen zwischen Australiens größter Stadt Sydney und Hobart auf der Insel Tasmanien.

Bottrop..  In den jüngsten Jahren verschlug es ihn an die Nordsee. Oder an die Ostsee, manchmal auch ans Ijsselmeer. Doch Ende des Jahres war alles anders. Christoph Swade segelte auf dem Pazifik. 628 Seemeilen (1163 km) zwischen Australiens größter Stadt Sydney und Hobart auf der Insel Tasmanien. Eine echte Herausforderung: Die Sydney-Hobart-Regatta gilt als eine der schwierigsten Hochseeregatten überhaupt.

„Wir starteten am 26. Dezember. Nach einer perfekten Linienüberquerung erreichten wir ziemlich schnell die Offshore-Tonne vor Sydney Harbour. Die ersten Stunden vergingen wie im Flug, die Wellen waren ziemlich kurz und hoch, also die unangenehmste Kombination für Segler. Dies führte dazu, dass alle komplett durchnässt waren und die Hälfte der Crew seekrank wurde. Wunderbar.“

Christoph Swade ist 18 Jahre alt, vergangenes Jahr machte er sein Abitur am Josef-Albers-Gymnasium. Swade stammt aus einer segelbegeisterten Familie und nahm vergangenen August ein Abenteuer in Angriff, dass sein älterer Bruder Alexander bereits ein Jahr vor ihm absolviert hatte: Ein Jahr in Australien, ein Jahr arbeiten und reisen. Segeln inklusive.

„In der ersten Nacht verletzte ich mich an meiner Schulter. Bei dem Versuch, alle Schwimmwesten an Deck zu bringen, überraschte mich eine Welle und ich landete unschön auf meiner Schulter. Außerdem ging ein Teil am Mast mit einem enormen Knall kaputt, was unter solchen Umständen nicht wirklich hilfreich war. Zum Morgen hin entspannte sich die Lage dann etwas, die Wellen wurden länger, wir setzten wieder das volle Großsegel und der Wind begann wieder zu drehen.“

Vater Roland Swade hatte seine Söhne einst mit der Leidenschaft für den Segelsport infiziert, auch Christoph ist seit mehreren Jahren Mitglied des Düsseldorfer Yachtclubs, er war schon dreimal bei der Kieler Woche dabei. Sein Wissen gibt er seitdem in Sydney weiter, als Mitarbeiter der Pacific-Sailing- School unterrichtet er Touristen, wenn er nicht für eine lokale Eventagentur arbeitet. Die „Duende“, die große Segelyacht, mit der die Regatta bestritten wurde, gehört der Segelschule, die Besatzung wird aus dem Personal rekrutiert. Christoph war mit seinen 18 Jahren der jüngste Regatta-Teilnehmer.

„Spektakulär wurde es erst wieder in der letzten Nacht, in der wir 30 bis 35 Knoten Wind bekamen und mit 23 Knoten über die Wellen jagten. So surften wir also Richtung Stormbay in Tasmanien. Mir blieb nicht wirklich viel Zeit, um darüber nachzudenken, warum man eine Bucht wohl Stormbay (Red. Sturm-Bucht) nennen würde, da es plötzlich richtig stürmisch wurde, nachdem wir die Bucht passiert hatten. Der Wind blies plötzlich in einer Geschwindigkeit von 30 bis 40 Knoten und eine Welle spülte Tonnen von Wasser übers Deck, was meine Schwimmweste auslöste. Ein echtes Abenteuer!“

Die Regatta gilt als spektakulär und alles andere als ungefährlich. Das wechselnde Wetter hat bereits viele Segler das Leben gekostet. 1998 wütete ein fürchterlicher Sturm mit Windböen von bis zu 80 Knoten (ca. 150 km/h). Sechs Segler kamen ums Leben, fünf Schiffe gingen verloren, nur 44 der 115 Yachten erreichten das Ziel. Auch Christoph Swade wurde diesmal Zeuge eines Unglücks.

„Kurz bevor die Sturmböen vor unserem Zieleinlauf anfingen, überflog uns noch ein kleines Flugzeug mit einem Fotografen. Der Flieger stürzte später direkt neben einer Yacht ab, der Pilot und der Fotograf verunglückten tödlich.“

Bis April wird Christoph Swade noch in Australien bleiben, ab Februar hat er seinen Arbeitsteil beendet. Dann wird er durch Australien reisen. Sein wohl größtes Abenteuer hat er aber schon hinter sich.