Blau-Weiß Fuhlenbrock – Kernsanierung auf Jacobi

Das 2011 fertiggestellte Vereinsheim des SV Blau Weiß Fuhlenbrock muss bereits saniert werden. Ausweichcontainer für die Zeit der Renovierungsphase stehen bereit.
Das 2011 fertiggestellte Vereinsheim des SV Blau Weiß Fuhlenbrock muss bereits saniert werden. Ausweichcontainer für die Zeit der Renovierungsphase stehen bereit.
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Das 2011 fertiggestellte Vereinsheim von Blau-Weiß Fuhlenbrock muss kernsaniert werden. Mehrere Wasserschäden durch defekte Rohre.

Bottrop..  Bis zum Hals steht Blau-Weiß Fuhlenbrock das Wasser nicht. Doch abseits der sprichwörtlichen Redewendung steht es wirklich: in den Wänden, in den Decken, im Fußboden. Das 2011 fertiggestellte Vereinsheim auf der Sportanlage Jacobi muss nach mehreren Wasserschäden kernsaniert werden.

Männer mit dem Vorschlaghammer

Ab Freitag treten die Männer mit den Stutzen an. Der Axa-Cup beginnt bei Blau-Weiß. Acht Tage lang spielen unter anderem die Herren der Gastgeber im traditionellen Vorbereitungsturnier gegen Mannschaften wie SV Fortuna, VfB Bottrop, SV Rhenania oder Adler Osterfeld. Danach rücken die Männer mit dem Vorschlaghammer an. Ab dem 20. Juli beginnen die Sanierungsarbeiten. Bis zum Jahresende sollen sie dauern. Alles muss raus: die Fußböden, viele der Zwischenwände und sämtliche Rohrleitungen sowieso. „Es wird eine ungewöhnliche Zeit, aber wir haben vorgesorgt“, sagt Blau-Weiß-Präsident Winfried Junker.

Junker sagt es völlig unaufgeregt, richtig zufrieden sogar. Denn es ist keine Selbstverständlichkeit, dass die Arbeiten so schnell beginnen. Dass sie überhaupt beginnen und die Fuhlenbrocker ihr Gebäude bald wieder nutzen können.

Doch der Reihe nach: Im Mai 2013 bemerkten die Blau-Weißen erstmals Feuchtigkeit in einer Wand. Man ging von einem „normalen“ Rohrbruch aus, schnell war der Schaden behoben und es blieb längere Zeit ruhig. Bis sich der zweite und der dritte Wasserschaden bemerkbar machten. „Ich bin selbst in der Versicherungsbranche tätig und weiß, dass ein Rohrbruch auch zweimal hintereinander keine Seltenheit ist“, so Junker. Doch ein vierter? Ein fünfter und ein sechster? Anfang 2014 häuften sich die feuchten Stellen an Wänden und Decken. Umkleiden, Küche, Flur – quer durch das 2011 fertiggestellte Gebäude zogen sich die Schäden. Unter den Bodenplatten hatten sich teilweise richtige Pfützen gebildet. Die Stadt schickte mehrere Gutachter. Was ist los auf Jacobi? Wer ist schuld? Kann jemand haftbar gemacht werden? Die Ergebnisse gehen allesamt in eine Richtung, der städtische Sport- und Bäderbetrieb hält sich jedoch bedeckt. Es werden wohl juristische Schritte folgen. Fest stand im Februar nämlich: „Es muss kernsaniert werden, die defekten Rohre und verunreinigten Bauelemente müssen allesamt raus“, sagt Jürgen Heidtmann, Leiter des Sport- und Bäderbetriebs. Für Heidtmann war Fuhlenbrock direkt die erste Großbaustelle, nachdem er im Dezember zum Chef des städtischen Tochterbetriebs berufen wurde. Durch Einsparungen aus dem Vorjahr sei das Projekt zu stemmen, eine sechsstellige Summe wird es allerdings verschlingen. Das Gesundheitsamt machte ebenfalls seine Aufwartung und gab grünes Licht für die Nutzung bis zum Sommer. „Nicht lange warten, sondern handeln war deshalb das Motto. Ein so neues Gebäude kann man ja nicht einfach verrotten lassen“, so Heidtmann.

Nach dem Axa-Cup beginnen die Arbeiten, werden Putz und Estrich entfernt, die Heizungsanlage demontiert und das Rohrsystem ersetzt. Heidtmann: „Danach werden die Rohre nicht mehr im Boden, sondern in einer Zwischendecke verlegt, um künftig bei eventuellen Schäden schneller und unkomplizierter reagieren zu können.“

VC 90 bietet Platz

Und die Blau-Weißen, die mit 20 Jugend- und diversen Erwachsenenteams auf Jacobi trainieren? Die nutzen wenige Schritte weiter Kabinen und Duschen in ihrem alten Vereinsheim auf der vom VC 90 betriebenen Beachvolleyballanlage. „Einen herzlichen Dank noch einmal an den VC 90. Die Abstimmung hat super funktioniert, das ist eine tolle Zusammenarbeit“, sagt Junker. Der alte Verkaufscontainer des VfB aus dem Jahnstadion steht ebenfalls auf Jacobi, um den Betrieb dort weiter aufrecht zu erhalten. Junker: „Unsere diesjährige Weihnachtsfeier planen wir sogar etwas größer als in den vergangenen Jahren. Wir machen aus der Not eben eine Tugend.“