Beim Sieg des Bottroper JC 66 gewinnt auch Trainer Helbing

Das Training zahlte sich aus: Trainer Sven Helbing (oben) sprang als Notnagel ein und gewann.
Das Training zahlte sich aus: Trainer Sven Helbing (oben) sprang als Notnagel ein und gewann.
Foto: FUNKE Foto Services
Beim 11:3 (90:30)-Sieg des JC 66 über den Braunschweiger JC springt Sven Helbing selbst in die Bresche. Starke Auftritte von Stefan Urselmann.

Bottrop..  So schnell kann’s gehen: Am Freitag hatte Sven Helbing noch eine Überraschung für den Heimkampf gegen den Braunschweiger JC angekündigt. Das ist an sich keine Seltenheit, um die Aufstellung wird im Vorfeld der Judo-Mannschaftskämpfe traditionell ein großes Geheimnis gemacht. Doch am Samstag war das Wort „Überraschung“ wirklich treffend.

Den 66ern waren kurzfristig die 100-Kilo-Kämpfer ausgefallen und so stand Helbing beim zweiten Tageskampf selbst im türkisfarbenen Judogi auf der Matte – der Trainer musste selbst ran. Für den einstigen Topkämpfer (fünfmal Deutscher Meister) war es das erste Bundesligaduell seit drei Jahren. Immerhin zahlte sich das regelmäßige Training mit seinen Schützlingen und der letzwöchige Turnierauftritt in den Niederlanden aus. Helbing besiegte den Braunschweiger Volker Klöß über die volle Kampfzeit von fünf Minuten mit einer Yuko-Wertung (großer technischer Vorteil). „Die eine oder andere Stichelei hätte ich mir bei einer Niederlage wohl anhören müssen. Aber die Jungs wissen ja, wie alt ich bin“, sagte der 42-Jährige schmunzelnd.

So konnte am Ende nur JC-Präsident Detlef Kaziur sticheln. Der hatte nämlich im dritten Kampf seiner 66er auch den dritten 10:4-Sieg gefordert. „Ich denke, dass er uns verzeihen wird, dass es nicht das Triple wurde“, sagte Helbing lachend. Denn auch mit dem 11:3-Erfolg konnten die Bottroper gut leben. Sehr gut sogar.

Hamsat Isaev (-73 kg) hatte den Kampftag fulminant eröffnet und sich ein spannendes Duell mit Braunschweigs Jan-Hendrik Köhler geliefert. Köhler ging mit einem Waza-Ari in Führung, Isaev konterte ebenfalls mit einem halben Punkt und hatte nach der vollen Kampfzeit eine Strafe weniger als sein Gegenüber auf dem Zettel – 1:0. Zur Pause führten die Bottroper schließlich 6:1. Zugang Hannes Freund (-81 kg) holte in seinem ersten Heimkampf gleich den ersten Sieg, Stefan Urselmann (-90 kg) präsentierte sich wieder bärenstark und zwang seinen Gegner per Haltegriff zur Aufgabe. Bottrops niederländischer Meister Mikos Salminen (-66 kg) lieferte sich einen spannenden Kampf mit dem deutschen Juniorenmeister Leon Philipp. Nach fünf Minuten lag er mit einem Waza-ari (halber Punkt) vorne. Die 60kg-Klasse gaben die Gäste kampflos ab. Lediglich Bottrops Schwergewicht Tobias Pahnke konnte seinen Gewichts- und Größenvorteil nicht nutzen und verlor in einem Moment der Unachtsamkeit.

Zweiter Durchgang, ähnlich dominantes Bild: Stefan Urselmann rückte ins Schwergewicht auf und besiegte Frederik Jäde nach nur 20 Sekunden. Tosender Applaus erfüllte die Dieter-Renz-Halle. Nicht weniger laut war es, als Jan Tefett (-81 kg) sein Duell gewann und Yassin Grothaus (-90 kg) und Oliver Gussenberg (-66 kg) ihre Kämpfe nach einem Rückstand erfolgreich wendeten. Wieder hatte Braunschweig keinen 60-Kilo-Kämpfer und so spielte es am Ende auch keine Rolle mehr, dass Schwergewicht Pahnke wieder verlor und auch Dominik Gosens (-73 kg) nach seiner Waza-Ari-Führung noch das Nachsehen hatte. Helbing: „Manche Kämpfe hätten durchaus anders ausgehen können, es waren enge Duelle. Am Ende war es ein Sieg des Willens.“

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