Batenbrocker RK starten als erstes Bottroper Team

Altbekannte, aber auch viele neue Gesichter präsentierten sich am Samstag beim Trainingsauftakt der Batenbrocker RK dem neuen Trainerduo Michael Goldberg (3. v.r.) und Murat Memisoglu (rechts).
Altbekannte, aber auch viele neue Gesichter präsentierten sich am Samstag beim Trainingsauftakt der Batenbrocker RK dem neuen Trainerduo Michael Goldberg (3. v.r.) und Murat Memisoglu (rechts).
Foto: Labus / FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Am Samstag starteten die Batenbrocker RK als erstes Bottroper Team in die Saisonvorbereitung. Der Vorsitzende Daniele Lepori im WAZ-Gespräch.

Bottrop.. Am Samstag starteten die Batenbrocker RK als erstes Bottroper Team in die Saisonvorbereitung. Der Verein präsentiert sich runderneuert, 14 neue Spieler gibt es bislang. Der BRK-Vorsitzende Daniele Lepori spricht mit der WAZ über den Umbruch und das neue Trainerteam.

Herr Lepori, für Ihren Klub fiel schon am Samstag der Startschuss zur Vorbereitung. Und das als Kreisliga-B-Klub. Wie kam es dazu?
Lepori: Wir fangen in diesem Jahr quasi bei null an, da eine hohe personelle Fluktuation stattgefunden hat. Stand jetzt haben wir 14 neue Spieler, einige Gespräche laufen noch. Dem stehen aber auch Abgänge gegenüber, weshalb sich das Team erst einmal finden muss.

Warum gibt es einen so großen Umbruch?
Die Rückrunde der vergangenen Spielzeit war ausschlaggebend. Das war kaum noch Fußball, was wir in der zweiten Saisonhälfte geboten haben. Die Hinrunde war noch ganz ordentlich, danach setzten aber einige Probleme und somit auch ein Leistungsabfall ein. Das Training war nicht mehr akzeptabel, wenn denn überhaupt mal trainiert wurde. Da war für uns klar: Ein Schnitt muss her.

Sie haben Coach Jens Spiller durch ein Trainerduo ersetzt und krempeln die Seniorenteams komplett um – weckt das nicht automatisch Ambitionen?
Grundsätzlich sind wir der klaren Meinung, dass der Verein mit seiner Anlage durchaus Potenzial hat. Dazu wird er durch ein junges und flexibles Team geprägt, was für zusätzliches Interesse sorgen soll. Mit Jens Spiller haben wir ein Experiment gestartet, das letztlich leider scheiterte. Da können wir ihm aber keinen Vorwurf machen. Auch mit Michael Goldberg und Murat Memisoglu als Trainergespann wagen wir ein neues Experiment. Wir sind da aber guter Dinge, ansonsten würden wir diesen Schritt ja nicht gehen.

Mit dem Blick aufs neue Personal mit einigen ehemaligen Rhenania-Talenten sehen viele Batenbrock schon als Aufstiegsanwärter...
Vom Aufstieg spricht hier niemand. Dieser entspricht auch gar nicht unserem Ziel. Wir wollen als Gesamtverein überzeugen und dafür sorgen, dass sich Spieler und Anwesende bei uns wohlfühlen und Spaß am Fußball haben. Das Ganze ist für uns nämlich immer noch ein Hobby, das darf nicht vergessen werden.

Ist es denn für Sie verständlich, dass sich manche Leute wundern, weshalb verheißungsvolle Talente plötzlich von der Bezirks- in die Kreisliga B wechseln?
Es mag auf den ersten Blick vielleicht verwundern, doch da möchte ich mich gerne wiederholen: Wir wollen gemeinsam Spaß am Fußball haben, und genau deshalb kamen die Jungs zu uns. Sie haben einfach Bock, das ist alles. Mit finanziellen Mitteln können wir nicht locken, Gelder haben also bei sämtlichen Verhandlungen keine Rolle gespielt, und das haben wir in jedem einzelnen Verhandlungsgespräch auch deutlich gemacht.

Inwiefern hat der Vorstand bei der Kaderplanung seine Finger im Spiel?
Murat und Michael haben zu 100 Prozent die Initiative ergriffen und dabei die volle Rückendeckung des Vereins. Das war aber auch eine bewusste Entscheidung: Die Trainer sollen sich ihre Mannschaft nach den eigenen Vorstellungen zusammenbauen können.

Interview mit den Trainern Memisoglu und Goldberg

Auch das neue Batenbrocker Trainertandem Murat Memisoglu/ Michael Goldberg stand bei der ersten gemeinsamen Trainingseinheit Rede und Antwort.

Weshalb haben Sie sich dazu entschieden, die Batenbrocker zur neuen Saison zu coachen?
Memisoglu: Die Platzanlage ist super, hier kann man etwas aufbauen. Dazu verliefen die Gespräche im Vorfeld sehr gut, weshalb wir nicht lange überlegen mussten.
Goldberg: Wir sehen hier gute Perspektiven. Viele Vereine haben heutzutage zu kämpfen, um überhaupt zu überleben. Hier bei den BRK haben wir aber ein sehr gutes Gefühl. Dazu bin ich Alt-Batenbrocker, mich musste man also kein zweites Mal fragen.
Memisoglu: Und die Idee, gemeinsam einen Verein zu coachen, ist keine neue. Wir haben uns schon vor Jahren gesagt: Irgendwann trainieren wir mal ein Team zusammen. Nun hat sich die Gelegenheit dazu ergeben. Außerdem habe ich jetzt eine zweijährige Pause eingelegt...
Goldberg: ...und ich eine einjährige...
Memisoglu: ...weshalb die Motivation nun wieder voll da ist. Wir gehen ehrgeizig und mit viel Lust und Spaß an den Start.

Wie sehen Sie beide sich untereinander? Gibt es Hierarchien?
Goldberg: Wir sehen uns absolut gleichberechtigt. Das ist uns auch wichtig, da Co-Trainer nur in den seltensten Fällen ein echtes Mitspracherecht besitzen.
Memisoglu: Dazu muss man sagen, dass vier Augen einfach mehr sehen als zwei. Wir können uns also sehr gut absprechen. Ein Meinungsaustausch ist unheimlich wichtig – auch dann, wenn wir mal verschiedene Ansichten vertreten.

Wie bewerten Sie den aktuellen Entwicklungsstand?
Goldberg: Bis jetzt sind wir sehr zufrieden. Unter den Neuen sind viele gute Spieler, die uns sicherlich weiterhelfen werden.
Memisoglu: Wir wollen unter die ersten Sechs kommen. Dazu sehen wir uns durchaus in der Lage.