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Aufstieg in dieser Saison noch kein Thema

10.08.2012 | 18:00 Uhr
Aufstieg in dieser Saison noch kein Thema
Andre Hülsmann (links) hat alles im Blick, oben beim Axa-Cup auf der Sportanlage Jacobi, und will eine neue Mannschaft mit Zukunft aufbauen.Foto: Dirk Bauer

Bottrop.  Blau-Weiß Fuhlenbrock: Der neue Trainer Andre Hülsmann will mit seinem Heimatverein etwas aufbauen und die junge Mannschaft nicht unter Druck setzen. Mittelfristig aber nach oben.

Aller Anfang ist schwer. Das gilt für Neuanfänge gleichermaßen. Dies spürt zur Zeit Andre Hülsmann, der bei Blau-Weiß Fuhlenbrock die Nachfolge von Volker Stenbrock als Trainer der ersten Mannschaft angetreten hat. „Ich muss zugeben, dass die Vorbereitung nicht so toll gelaufen ist”, verriet der erfahrene Coach, der nach 16 Jahren Trainertätigkeit im Essener Raum in seine fußballerische Heimat zurückgekehrt ist. Nicht nur zahlreiche Spieler befanden sich im Urlaub, sondern auch Hülsmann selbst. „Was soll man machen, wenn man Kinder hat? Da geht Urlaub nur in den Ferien.”

Umso intensiver und engagierter will er mit seiner Mannschaft die restliche Vorbereitungszeit gestalten. „Wir haben nicht die Bedingungen des bezahlten Fußballs, aber das heißt nicht, dass man im Amateursport nicht professionell arbeiten kann.” Dies beginnt und endet für Hülsmann mit der Einstellung der Spieler. „Die nächsten zwei Wochen sind wichtig. Wir haben 30 Spieler hier, und ich muss schauen, auf welche Jungs ich mich verlassen kann.”

Etliche Nachwuchsspielerim Fuhlenbrocker Kader

Unter den Spielern, die auf einen Platz im Kader hoffen, sind zahlreiche Nachwuchsspieler. „Es sind hoffnungsvolle Talente dabei, aber auch Spieler, die noch einige Zeit brauchen werden und in ein, zwei Jahren den Sprung schaffen können.” Von all seinen Spieler erwartet Hülsmann Hartnäckigkeit und Engagement, weiß aber, dass die Mentalität vieler Fußballer eine andere ist. „Denen fehlt die Geduld und der Ehrgeiz, um sich durchzubeißen. Die gehen bei ersten Misserfolgen direkt von der Fahne.”

Auf Sicht hoch hinaus soll es für die Blau-Weißen (oben gegen die Welheimer Löwen) gehen – mittelfristig will man aufsteigen.

Von denen, die unbedingt wollen, gäbe es in den unteren Amateurklassen nicht so viele. Viele verstehen Fußball als Spaßveranstaltung. „Die Anlage hier lockt natürlich. Der Zulauf ist riesig. Aber wir müssen jetzt sehen, dass wir auch höher kommen. Und dabei müssen wir mit dem arbeiten, was wir hier haben. Da sind wir gefordert, da ist der Verein gefordert.”

Dass dies in der kommenden Saison klappen wird, ist ein Gedanke, mit dem sich Hülsmann nicht beschäftigt. „Vom Aufstieg reden wir nicht. Wir müssen in dieser Saison sehen, welche Spieler uns weiterbringen, und dann schauen, wo wir uns verstärken müssen.” Entscheidend sei die Eigeninitiative der Spieler. „Ich kann hier das beste Training der Welt bieten, hier könnte Jogi Löw auf dem Platz stehen – wenn die Spieler nicht mitziehen, nutzt das gar nichts.” Hülsmann möchte also Engagement sehen.

In der Meisterschaft hofft Hülsmann auf einen guten Start. „In der Kreisliga B wird kein Weltfußball gespielt. Sind die Spieler willig und arbeiten sie mit, dann können wir die entscheidenden drei Prozent besser sein als die anderen.” Mittelfristig ist der Aufstieg das Ziel; schließlich will der Verein auf der Vorzeige-Anlage auch Vorzeige-Fußball bieten. „Jeder, der hierher kommt, bewundert unsere Sportanlage. Und wundert sich noch mehr, dass wir nur Kreisliga B spielen. Da muss noch einiges passieren und alles muss passen”, weiß Hülsmann.

Trainer will nichtgegen Wände rennen

Gegen Wände rennen will der ehrgeizige Trainer nicht. „Ich werde hier nicht bitten und betteln und auch keinem Spieler hinterher rennen.” Stellt sich die Frage, warum er diese Herausforderung angenommen hat. „Eigentlich wollte ich pausieren. Im letzten Jahr habe ich die A-Jugend trainiert, kam schon im Winter die Anfrage, ob ich die Senioren übernehmen werde. Die Vorstellung, hier etwas aufbauen zu können, ist natürlich reizvoll, eine ganz andere Aufgabe, als mit einer Bezirksligamannschaft einen Aufstieg zu schaffen. Und Fuhlenbrock ist eben mein Heimatverein, ich wohne gleich hier um die Ecke. Selbst als ich Trainer in Essen war, war ich immer informiert, wie es hier läuft.”

Einen Co-Trainer sucht man in seinem Betreuerstab vergeblich. „Den habe ich nie gehabt und den brauche ich auch nicht. Da gibt es andere Positionen im Verein, die dringender zu besetzen sind. Svenja Sünderkamp ist unsere Physiotherapeutin, das ist sehr hilfreich. Wenn sich dann noch jemand um Spielbericht und Schiedsrichter kümmert, reicht das. Im sportlichen Bereich will ich allein entscheiden.”

Von Birgitt Schuknecht


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