Auf Titeljagd in Pflicht und Kür
14.04.2010 | 21:03 Uhr 2010-04-14T21:03:00+0200
Bottrop. Zwar zählt Bottrop zu den Hochburgen des Einradfahrens in Deutschland, aber eine Deutsche Meisterschaft fand hier bislang noch statt. Jetzt steht die Premiere bevor, denn die Einradfahrer des VfL Grafenwald richten von Freitag, 23. April, bis Sonntag, 25. April, in der Dieter-Renz-Halle die 2. Deutsche Meisterschaft im Einrad-Freestyle aus. Die Schirmherrschaft übernimmt Oberbürgermeister Bernd Tischler.
„Das Einradfahren hat sich zu einem ernsthaften Sport entwickelt. Es ist mittlerweile Hochleistungssport“, sagt Peter Hahn, Einrad-Urgestein des VfL Grafenwald. Die DM-Titel wurden zunächst bei Offenen Deutschen Meisterschaften und später beim Deutschland-Cup ermittelt, doch seit dem vergangenen Jahr gibt es auch bei den Freestylern eine „echte“ Deutsche Meisterschaft. Teilnehmen dürfen nur Akteure, die bestimmte Skill-Level-Prüfungen bestanden haben. „Das ist vergleichbar mit einer Gürtelprüfung im Judo“, erläutert Peter Hahn. Skill-Level 3 ist Bedingung für U15-Teilnehmer, Skill-Level 5 für Erwachsene. Anders als bei den Renn- und Geschicklichkeitswettbewerben, kommt es bei den Freestylern auf künstlerische Präsentation und Technik an, vergleichbar mit dem Eiskunstlauf. Bei der DM sind Pflichtwettbewerbe sowie Einzel-, Paar und Gruppenküren zu absolvieren.
Titelverteidiger
Ausrichter VfL Grafenwald geht bei der Gruppenkür der Erwachsenen als Titelverteidiger ins DM-Rennen. In der U15-Gruppenkür holten die Grafenwälder im vergangenen Jahr Silber. „Dream World“ ist das Motto, unter dem die „kleinen“ VfL-Einradfahrer in diesem Jahr ihre Gruppenkür bestreiten werden. (Noch) geheim bleibt dagegen, so Peter Hahn, unter welchem Motto und mit welchen Kostümen die Gruppenkür der „Großen“ bei der DM auftreten wird. „Wir haben im Bereich Freestyle einen Level, der durchaus beachtlich ist, aber auch Adler 07 Bottrop ist ein starkes Team“, schätzt Peter Hahn die Titelchancen der beiden Bottroper Vereine ein. Gemeldet für die Freestyle-DM in der Dieter-Renz-Halle sind 15 Vereine aus allen Teilen Deutschlands. „Obgleich die Teilnehmer die Hürden anspruchsvoller Skill-Level-Prüfungen zu absolvierten hatten, kommt die Meisterschaft aufgrund der vielen Meldungen nahe an ihre Kapazitätsgrenze“, so Peter Hahn, der über viele Jahre als Übungsleiter, Trainerausbilder und BDR-Koordinator (Bund Deutscher Radfahrer) im Einradbereich tätig war.
Königsdisziplin
Die Deutsche Freestyle-Meisterschaft beginnt am Freitag, 23. April, mit den Wettbewerbe im Standard-Skill, was in etwa der früheren Pflicht im Eiskunstlauf entspricht. Am Samstag, 24. April, bieten ab 8.30 bis ca. 20 Uhr insgesamt 57 Einzelküren und 50 Paarküren einen bunten Reigen des Einradfahrens auf hohem Niveau. Die jungen Sportler fahren zum Teil notengenau zur Musik und in Kostümen Einrad auf hohem Leistungsniveau. Bei den Experten-Wettkämpfen am Sonntag, 25. April, treten ab 8 Uhr die Besten aus den Altersgruppen vom Vortag in den Wettbewerben um die DM-Titel an. Am frühen Nachmittag finden die Königsdisziplinen, die Gruppenküren, statt. Je sechs Gruppen starten dann in den Altersklassen unter und über 15 Jahre. „Es wird ein Feuerwerk der Musik, Farben, Formationen und der schauspielerischen Präsentation auf hohem sportlichen Niveau geben“ ist Peter Hahn überzeugt.
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