Zoff und Rückzug: Viel Wirbel um SV Steinkuhl

Noch bevor die Rückrunde der Kreisliga A am Sonntag wieder beginnt, gibt es bereits eine neue Tabellenkonstellation. Grund dafür ist der Rückzug der ersten Mannschaft des SV Steinkuhl. Die abstiegsbedrohten Teams der A1 können daher aufatmen. Mit Steinkuhl zieht sich bereits der zweite Verein aus der Liga zurück. Noch vor Saisonbeginn hatte sich der TuS Hordel II abgemeldet. Nun geht es nur noch darum, Relegationsrang 16 zu vermeiden.

Die Wertung nach dem Rückzug hat in der Liga für Kritik gesorgt, denn die Partien gegen den SV wurden annulliert. Theoretisch hätte man die Partien auch werten können, da jede Mannschaft einmal gegen Steinkuhl gespielt hat. Das Problem: Manche spielten daheim, andere auswärts.

Noch weit mehr Ärger gab es aber beim SV Steinkuhl. Ex-Trainer Michael Heu hatte bereits Anfang Januar um die Auflösung seines Vertrages gebeten. Grund: „Bei der ersten und zweiten Mannschaft gab es über 20 Abmeldungen von Spielern“, so Heu. Seit Anfang des Jahres gibt es beim SV Steinkuhl auch eine neue Vorstandsriege. Der neue erste Vorsitzende, Jürgen Trampnau, spricht gegenüber der WAZ von einem „uncharmanten Abgang“ seines Vorgängers Bernhard Weinheimer. Konkreter wird er nicht. Eine mögliche Begründung: „Es gab keinen richtigen Bezug zum Verein“, meint er.

Fakt ist: Mit Weinheimer verließen 20 Spieler und weitere Vorstandsmitglieder den Klub. Tramp-nau vermutet Absprachen. Auch Gerüchte über die Gründung eines neuen Vereins namens Steinkuhl 2015 hat er bereits vernommen.

In der Not hat der SV Steinkuhl Neuwahlen einberufen. „Man hat mich bequatscht“, sagt Trampnau lachend. Eigentlich wollte der 63-Jährige, der vor mehr als zehn Jahren schon einmal Vorsitzender des SV war, das Ganze „nur noch aus der Ferne betrachten“. Aber: „Es steckt einfach zu viel Herzblut dahinter.“

Jetzt will Trampnau mit seinen Vorstandskollegen „das Schiff um die Klippen herum navigieren“. Auch wenn die erste Elf von Steinkuhl zurückgezogen wurde, bleibt die Reserve-Mannschaft, die in der Kreisliga C kickt, wohl bestehen. Die Gerüchte über eine mögliche Zahlungsunfähigkeit des Vereins weist Trampnau vehement zurück: „Der Verein ist nicht insolvent.“ Im Gegenteil, versichert der Vorsitzende: Der SV Steinkuhl sei „voll funktionsfähig“ - vorerst allerdings nicht mehr in der Kreisliga A.