Weltklasse-Werfer sorgen für Top-Stimmung

Jeffrey de Graaf gewann die Bulls German Open.
Jeffrey de Graaf gewann die Bulls German Open.
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Bei den 27. Bulls German Open im Dart und den folgenden Masters gab es viel Lob für Ausrichter 1. DSC Bochum. Und Jubel in oranje.

Die Favoriten kamen allesamt von der Insel, doch die 27. Bulls German Open wurden diesmal zu niederländischen Festspielen. Am Samstag gewann in den Hallen an der Harpener Heide der Holländer Jeffrey de Graaf, bei den Darts Masters am Sonntag sein Landsmann Wesley „Sparky“ Harms. Dem Engländer Martin „Wolfie“ Adams und dem Waliser Jim Williams blieben nur zweite Plätze. Immerhin gingen die Titel bei den Damen beide an England: Lorraine Winstanley siegte am Samstag und Seriensiegerin Deta Hedman am Sonntag.

Trotzdem war die Stimmung bei den Engländern gut. „Ich habe dieses Turnier in den letzten 20 Jahren nur einmal verpasst. Für mich ist es eines der besten der Welt“, sagte Adams. Und die German Open Siegerin Winstanley schloss sich an: „Ich liebe es hier, die Stimmung, die Menschen, das deutsche Essen – das Turnier ist toll.“ Für den Veranstalter 1. DSC Bochum lief es nicht nur deshalb gut: „Die Organisation hat toll geklappt, die Halle war voll und ich denke, wir haben fantastische Spiele gesehen“, sagte Pressesprecher Kai Westermeyer.

Vor allem die Finals hatten es in sich. Bei den German Open am Samstag trafen der 24-jährige de Graaf und der mehrmalige Weltmeister Adams aufeinander. Auf seinem Weg ins Finale hatte der Holländer schon Größen wie Scotty „2 Hotty“ Waites oder den aktuellen Weltmeister Martin Phillips hinter sich gelassen. Denkbar knapp siegte der Jungspund unter dem Jubel der Zuschauer auch gegen Adams mit 8:7. „Letztes Jahr bin ich im Halbfinale rausgeflogen, diesmal habe ich mir mehr vorgenommen. Cool, dass es geklappt hat“, sagte de Graaf.

Bei den Darts Masters am Sonntag schlug die Stunde von „Sparky“ Harms, der am Vortag noch gegen Phillips ausgeschieden war. Im Finale traf der Weltranglisten-Achte etwas überraschend auf den Waliser Jim Williams. Doch die beiden lieferten sich ein packendes Finale, bei dem jeder sechs Mal 180 Punkte warf und Harms einen unglaublichen Durchschnitt von 100 Punkten erreichte. Auch im letzten Leg gelang Harms ein 180er, bevor er zum 6:4 ausmachte. „Dieses Finale war der krönende Abschluss, ein Weltklasse-Spiel“, meinte Westermeyer.

Die positive Überraschung aus deutscher Sicht war Marko Puls, der es bei den German Open am Samstag bis in Achtelfinale schaffte, wo er gegen Phillips den Kürzern zog (3:6). Am Sonntag, bei den Darts Masters, kam Robert Allenstein sogar bis ins Viertelfinale. Die deutsche Nummer eins hingegen, Daniel Zygla, musste sich beide Male in der ersten Runde verabschieden. Bester Bochumer war Kevin Münch, der es bei den German Open unter die letzten 64 brachte.

Für die deutschen Damen gab es noch mehr zu feiern. Steffi Zwitkowitsch kam am Samstag ins Viertelfinale, schrammte am Sonntag nur knapp am Finale vorbei, als sie mit 2:4 gegen Hedman verlor. Im Finale der Masters bezwang die Engländerin Hedman ihre Landsfrau Winstanley mit 5:3. „Dass ich am Samstag im Viertelfinale rausgeflogen bin, hat mich angetrieben. Ich genieße das Turnier und die Spiele im Finale sehr. Es herrscht eine tolle Atmosphäre“, schwärmte Hedman. So zog auch Westermeyer vom 1. DSC ein positives Fazit: „Alle Seiten waren zufrieden, wir sind es auch. Das alles hätte aber nicht geklappt ohne die vielen Helfer.“