Wattenscheids Dutkiewicz sagt die Hallen-EM ab

Pamela Dutkiewicz nach ihrem Sturz bei der Hallen-DM in Karlsruhe.
Pamela Dutkiewicz nach ihrem Sturz bei der Hallen-DM in Karlsruhe.
Foto: Wolfgang Birkenstock
Was wir bereits wissen
Pamela Dutkiewicz zog sich einen doppelten Bänderriss zu und sagte die Hallen-EM ab. Der TV Wattenscheid 01 ist aber mit vier Leichtathleten vertreten.

Es ist ein Wechselbad der Gefühle, das Pamela Dutkiewicz in diesen Tagen durchlebt. Erst die Deutsche Vizemeisterschaft unterm Hallendach in Karlsruhe - und dank exzellenter 8,07 Sekunden die Norm für die Europameisterschaft. „Glücklich“ sei sie über Rang zwei und EM-Ticket, sagte Dutkiewicz, kurz nachdem sie sich von ihrem Verletzungsschock erholt hatte.

Minutenlang lag sie am Boden nach einem Sturz beim Auslauf, es sah übel aus. Dann gab sie fröhlich Entwarnung, sprach von ihren „dehnbaren Bändern“ und davon, die EM doch nicht zu verpassen. Schon auf dem Rückweg aber wurden die Schmerzen wieder stärker, und Wattenscheids Manager Michael Huke ahnte, was kommt. Nach einem MRT steht nun fest, dass Dutkiewicz beim Hallen-Höhepunkt in Prag (5. bis 8. März) nicht starten kann. Die Diagnose ergab einen doppelten Außenbandriss und einen Innenband-Anriss im rechten Sprunggelenk. „Man würde mich nicht ganz fit bekommen. Das Risiko, dass in Prag noch etwas Schlimmeres passiert, ist zu groß“, sagte Duktiewicz enttäuscht. Huke meinte: „Das ist sehr schade. Sie hätte eine gute Rolle spielen können im Kampf um die zweite Runde.“

Es wäre der erste große internationale Einsatz gewesen für die 23-Jährige, die in den letzten zwei Jahren einen enormen Entwicklungsschub genommen hat - und sich weiter steigern kann und will. Ab sofort gilt die Konzentration der Athletin von Trainer Slawomir Filipowski, der mit ihr und Ärzten die Entscheidung gemeinsam fällte, der Sommersaison: „In zwei bis drei Wochen kann ich aller Voraussicht nach mit dem Aufbau starten“, sagte sie.

Wattenscheid stellt immer noch vier der 39 Athleten des deutschen Teams. Neben den Sprintern Christian Blum und Julian Reus hat Weitspringerin Sosthene Moguenara sogar eine Medaillenchance. Über ihre EM-Ziele sprechen wollte sie nach dem souveränen Sieg bei der DM aber noch nicht. Gestern Abend sprang sie in Malmö bei einem internationalen Meeting, und sie denke eben nur von Wettkampf zu Wettkampf: Laute Töne sind nicht ihr Ding.

Was auch für Denise Hinrichs gilt, die sich bei ihrem Silber-Stoß bei der DM noch qualifizierte mit 17,76 Metern - ein Riesenerfolg nach langer Verletzungspause. Vor sechs Jahren gewann Hinrichs EM-Silber in Turin mit 19,63 Metern. So weit ist sie nach ihren Kreuzbandrissen noch nicht, aber Huke sieht immerhin „nach dem tollen Comeback eine reelle Endkampf-Chance“.

BESTENLISTEN: BLUM IST VIERTER

Der Deutsche Meister Christian Blum und der Dritte Julian Reus vertreten neben Lucas Jakubczyk das DLV-Team über 60m. Für beide ist das Finale das Ziel.

Blum ist hinter drei Briten die Nummer vier Europas (6,56), Reus (6,60) ist Siebter. Weitspringerin Moguenara (6,86m) ist Zweite.