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Fußball - Westfalenliga

Wattenscheider Wirbel

23.12.2011 | 12:18 Uhr
Wattenscheider Wirbel
Keine Szene mit Seltenheitswert: Wattenscheider Jubel nach einem Treffer von Milko Trisic (4.v.li.).

Es ist eine denkbar einfache Rechnung. Vor der Westfalenliga-Saison gab André Pawlak, Trainer der SG Wattenscheid 09, als Ziel aus, 60 Punkte zu holen. Das dürfte für den angestrebten Aufstieg in die neue, alte Oberliga Westfalen reichen. Zwei Drittel dieser Marke hat seine Elf nun schon eingesammelt, hat 13 Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz. „Wir wissen, dass wir schon jetzt kurz vor dem Erreichen des Minimalziels sind“, sagt Pawlak.

Fünf Siege zum Auftakt 2012, und sein Team dürfte es fast gepackt haben. Um es nicht zu schaffen, „müssten uns schon schwere Verletzungen oder viele Sperren einholen“, sagt Pawlak, der dennoch warnt und „dreigleisig“ plant. Für die Westfalenliga, für die Oberliga. Und für die Regionalliga.

Von letzterer Spielklasse träumen seit geraumer Zeit nicht mehr nur die Anhänger des Clubs - auch Pawlak und seine Spieler wissen, dass der Doppel-Aufstieg sportlich möglich ist. Denn die SG dominiert die Westfalenliga nach Belieben. Gestützt auf die beste Defensive (im Schnitt ein Gegentor pro Spiel) der Liga, ist das Mittelfeld das Herzstück der SG 09.

Routinier und Co-Trainer David Zajas spielte eine ebenso starke Hinrunde wie Ali Issa, sein junger Kollege im defensiven Mittelfeld. Davor sorgt der ballsichere Serafettin Sarisoy auf der „10“ für Wirbel, während Sven Preissing und Milko Trisic das Spiel auf den Flügeln beleben. Gerade Trisic, Ex-Profi und mit 13 Toren zweitbester Liga-Torjäger, ist für 09 ein Gewinn. Der Bosnier lässt gern mal drei bis fünf Gegenspieler stehen - und trifft auch noch. Und: Alle Spieler verfügen über ein hervorragendes Zweikampfverhalten, halten den Gegner so oft vom eigenen Strafraum fern.

Und trotz dieses Offensiv-Spektakels mit beinahe 50 Hinrunden-Toren: Eine kleine Durststrecke musste auch Wattenscheid durchmachen. Ein Remis gegen Wanne-Eickel, anschließend mühsame Siege gegen Langscheid/Enkhausen und Wickede, zuvor eine Heimpleite gegen Sprockhövel: Vor allem in Sachen Chancenverwertung lief es da nicht rund. „Mir ist aber immer wichtig, dass wir uns überhaupt die Chancen erspielen. Ich bin bin niemandem böse, der dann eine Chance vergibt“, sagt Pawlak. Er sieht in dieser, letztlich nicht gravierenden „Torkrise“ viel Positives. Zum Beispiel, dass man auch eine „schwächere Phase“ überwunden hat, diese Erfahrungen gesammelt hat.

Zumal Pawlak einige richtig junge Kerle im Kader hat. Kevin Brümmer etwa, 19. Die starken Leistungen des Dauerbrenners in der Linksverteidigung waren für Pawlak allerdings „keine Überraschung“. Vaidas Rocys indes hat den größten Sprung machen müssen. Er wechselte aus der Bezirksliga nach Wattenscheid, hat neun Tore auf dem Konto. „Eine sehr, sehr gute Quote“, lobt Pawlak. Dass Rocys’ Quote bei besserer Chancenauswertung noch viel besser sein könnte, verschweigt er nicht.

Einziger Haken, der sich aus der Dominanz der (Stamm-)Elf ergibt: Drei Akteure haben den Klub nun verlassen, weil sie kaum zum Zug kamen. Ümit Günkaya, Simon Rudnik und Cesary Liedtke, dessen Abgang Pawlak sehr bedauert. Dagegen stößt Ex-Profi Kai Koitka „auf Abruf“ zum Team.

Felix Groß

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