Wattenscheider trumpfen in Dortmund wieder auf

Bei den Westdeutsche Hallenmeisterschaften gewann Christina Haack über 200m.
Bei den Westdeutsche Hallenmeisterschaften gewann Christina Haack über 200m.
Foto: Wolfgang Birkenstock
Was wir bereits wissen
Bei den Westdeutschen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Dortmund trumpften etliche Wattenscheider wieder auf. So holten die Sprinter Maxi Ruth und Christina Haack jeweils einen Titel.

Maximilian Ruth vom TV Wattenscheid ist zusammen mit dem Kölner Robert Polkowski schnellster 60-Meter-Sprinter der Region. Die beiden setzten sich bei den Westdeutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund in 6,77 Sekunden durch. Zuvor musste der Wattenscheider allerdings durch ein Wechselbad der Gefühle – denn zunächst wurde er nach einem angeblichen Fehlstart disqualifiziert. Helle Aufregung im Wattenscheider Lager gab es, doch ein gegnerischer Trainer konnte die Situation mit Hilfe von Aufnahmen auf seinem Tablet zugunsten des Wattenscheiders klären.

Durchatmen - und dann: durchziehen! „Ich war auf einmal wieder im Rennen, das Ganze war für mich natürlich eine Stresssituation“, erklärt Maximilian Ruth, „nach dem Start war ich zunächst ein bisschen vorsichtig. Ohne den ganzen Hickhack hätte ich vielleicht eine 6,75 anbieten können. Aber auch so ist es eine neue Bestzeit. Das sind Erfahrungen, die man auch mal machen muss.“ Platz sechs ging an Philipp Trutenat (6,98 sec).

Bei den Frauen wurde Christina Haack Vierte (7,45 sec/Vorlauf: 7,40 sec). Über 200 Meter war die frühere Deutsche Meisterin dagegen nicht zu schlagen. Haack siegte in 23,82 Sekunden. Ronja Frei wurde Siebte (25,58 sec).

Bei den Männern belegte 01-Sprinter Maurice Huke, zuletzt durch eine Bauchmuskelzerrung ausgebremst, Platz vier (21,88 sec). Auf Platz sieben Wattenscheids Kai Köllmann (22,07 sec).

Doppelsieg des TV 01 im Hürdensprint der Frauen

Über 60 Meter Hürden gab es einen Wattenscheider Doppelsieg – und zwar mit Monika Zapalska und Eva Strogies. Für das starke 01-Duo wurden jeweils 8,25 Sekunden gestoppt. Strogies verbesserte damit ihre alte Bestzeit um fast zwei Zehntel: „Das war mal nötig, ich bin happy. Aber es hat sich im Training angedeutet. Jetzt mache ich noch einen Wettkampf in Belgien, dann stehen die Deutschen Meisterschaften an. Das Finale ist auf jeden Fall Ziel in Karlsruhe, und dann dürfte auch nach vorne einiges gehen.“

Richtig zufrieden ist auch TV-01-Neuzugang Monika Zapalska: „Endlich mal unter 8,30! Aber es gibt noch ein paar Reserven.“ Platz fünf belegte Sandra Peilert in 8,50 Sekunden.

Kneifel springt zur Goldmedaille

Hochspringer Sebastian Kneifel, der zuletzt mit 2,19 Metern in Unna geglänzt hatte, wurde in der Helmut-Körnig-Halle mit 2,12 Metern Westdeutscher Meister. „Ich hatte zuletzt ein paar muskuläre Probleme, wollte es aber trotzdem versuchen. Ich habe einen ganz sauberen Sprung über 2,12m hingelegt und dann angesichts mangelnder Konkurrenz 2,20m auflegen lassen. Ich wollte einfach sehen, wie ich springen kann, wenn die Vorbereitung nicht optimal ist.“ Platz sechs beklegte Noel Zang (1,88 Meter).

Bei den Frauen wurde Nadja Kampschulte Zweite (1,76m). Im Weitsprung steigerte sich Lisa Kurschilgen eine Woche nach ihrer Hallenbestmarke noch einmal um zwei Zentimeter auf 6,31 Meter. Der Lohn: ebenfalls Platz zwei.

Auch über 800 Meter triumphierte bei den Westdeutschen Meisterschaften in Dortmund ein Athlet des TV Wattenscheid. Moritz Helsper durfte über den Sieg jubeln (1:52,33 Minuten).

Christina Zwirner belegte bei den Frauen in 2:09,61 Minuten Rang drei vor ihrer Wattenscheider Teamkollegin Martine Nobili (2:10,20 Minuten).

Marvin Verheyen landete über 400 Meter auf dem Bronzerang (48,73 sec) und holte damit eine weitere Medaille für die starken Wattenscheider.

Bei den Frauen wurde Maike Schachtschneider in 56,40 Sekunden Vierte. Einen vierten Platz holte auch Julia Tertünte im 1.500-Meter-Lauf. 4:38,41 Minuten wurde gestoppt. Bei den Männern belegte Marius Probst diesmal Rang fünf (3:53,28 min).

Wattenscheids sehbehinderte Weltklasseathletin Katrin Müller-Rottgardt absolvierte in Dortmund einen ambitionierten Dreifachstart – mit starken Leistungen über 60 Meter (8,23 sec), 200 Meter (25,96 sec) und im Weitsprung (4,90m). Uta Streckert aus der Behindertensportabteilung präsentierte sich in Einlageläufen über 60 Meter (11,24 Sekunden) und 200 Meter (39,30 Sekunden).