Wattenscheid 08 mit neuem Mut nach Linden

Beim Training des Fußball-Landesligisten SW Wattenscheid 08 ging Ede Schroer endlich mal wieder das Herz auf. Nach einer turbulenten Woche mit dem Trainerwechsel von Sergio Allievi zu Manfred Behrendt und dem existenziell wichtigen 3:0-Erfolg gegen den Abstiegskonkurrenten SV Herbede konstatiert der Sportliche Leiter nun: „Das Lachen ist wieder zurück. Die Jungs haben sich in diesem Spiel einfach geil präsentiert. Wir spüren die Befreiung.“

Im Bochumer Derby beim Tabellenvierten CSV SF Linden (So., 15 Uhr, Hasenwinkeler Str.) wollen die 08er nun mindestens einen Punkt holen.

Allerdings ist die Lage noch immer ausgesprochen prekär. Wattenscheid steht, wenn auch nur mit einem Punkt Rückstand zum rettenden Ufer, weiter auf einem Abstiegsplatz. Und: Gegner Linden ist aktuell in Top-Form, hat zuletzt nur noch gewonnen. „Die stärkste Mannschaft der Rückrunde“, sagt Schroer durchaus beeindruckt: „Die sind eine Nummer für sich – und ganz sicher kein 0-8-15-Gegner.“

Wie stellt man die eigene Mannschaft also auf so einen Brocken ein? „Das ist ein Lokalkampf“, sagt Schroer: „Diese Spiele haben eigene Gesetze. Da musst du nicht viel sagen.“

Ähnlich wie Schroer schwärmte auch CSV-Trainer Frank Benatelli zuletzt von seinem Team. „Ich lobe ja selten so stark“, sagt er im Rückblick auf das überzeugende 4:2 gegen den Tabellennachbarn Schüren: „Aber wie wir uns gewehrt haben, war einfach super. Das war die bislang beste Saisonleistung.“

Die Gastgeber trainieren laut Benatelli aktuell sehr gut, vor allem aber haben sie nach schleppendem Auftakt Mitte März viel Selbstvertrauen getankt und schießen viele Tore. „Wenn wir so auftreten wie in der ersten Halbzeit gegen Schüren, mache ich mir nicht viele Sorgen“, sagt Benatelli: „Ich sehe auch keine Indizien, dass das schlechter werden könnte. Aber: Im Fußball ist immer alles möglich.“

Schroer wird’s gerne hören.

Höntrop: Neues System greift

Drei Siege in Folge, das ist die Rekordmarke, die Fußball-Landesligist SV Höntrop in den letzten Wochen aufgestellt hat. „Von der Geschlossenheit her war das richtig gut“, sagt deren Trainer Thomas Guder und fordert von seinem Team gleichwohl, fokussiert zu bleiben, beim Abstiegskonkurrenten Hasper SV (So., 15 Uhr) einen weiteren wichtigen Sieg zu landen.

Denn der könnte mit dann 32 Punkten unter Umständen schon eine Vorentscheidung in puncto Klassenerhalt bedeuten. „Das muss die Mannschaft kapieren“, sagt Guder entschlossen: „Die Kür ist vorbei, jetzt kommt die Pflicht gegen die direkten Konkurrenten. Wir müssen das einfach gewinnen.“

Der jüngste Aufschwung der Höntroper hängt laut Guder vor allem mit einem leicht veränderten System zusammen. Tim Hülsebusch, sonst nur in vorderster Front aktiv, spielt aktuell hauptsächlich hinter den Spitzen, Daniel Michael macht im defensiven Mittelfeld einen guten Job. „Dadurch sind wir viel schwieriger auszurechnen“, hat Guder erkannt.

Doch Vorsicht: Auch Haspe, vor drei Wochen noch abgeschlagener Landesliga-Vorletzter, hat mit zuletzt drei Siegen in Serie das rettende Ufer erreicht und dürfte ebenfalls vor Selbstbewusstsein nur so strotzen.