Uerdingen wackelte nur kurz
20.05.2012 | 18:00 Uhr 2012-05-20T18:00:00+0200
Der Machtwechsel an der Wasserball-Spitze ist mit zweitem Bayer-Sieg vollzogen. Dabei dominierten die Gäste von Blau-Weiß Bochum die Anfangsphase noch klar, doch dann konnten die Uerdingerinnen ihre Nervosität ablegen. Zahlreiche Hinausstellungen raubten den Wiesentalerinnen die letzte Chance.
SV Bayer Uerdingen -
SV Blau-Weiß Bochum 12:8
Viertelergebnisse: 1:3; 5:1; 3:2; 3:2
Sie hatten viele Jahre darauf gewartet. Jetzt jubelten und planschten die Bayer-Wasserballerinnen mit Sektpullen in ihrem Waldsee-Bad zum gerade obligatorischen Siegersong „An Tagen wie diesen“. Die Bochumerinnen ertrugen es mit Fassung, die Silbermedaille fanden sie allerdings in etwa so spannend, wie Bayerns Fußballer selbige am späteren Abend. Zur Aufmunterung schleppte Blau-Weiß-Wasserballwart Werner Tubbesing erst einmal ein Tablett voll Bier an.
Unter dem Dach von Uerdingens drückend heißer Traglufthalle hatte es nur im ersten Viertel danach ausgesehen, dass Bochum ein drittes Endspiel erzwingen könnte. „Wir sind endlich mal so ins Spiel gekommen, wie wir es eigentlich immer wollten“, sagte Thilo Khil. Sofort ihre erste Chance hatte die diesmal starke Tatjana Steinhauer ins Netz gefeuert. Trotz bereits vier Hinausstellungen dominierte der Gast – und Bayer zeigte Nerven. Katrin Dierolf traf in der siebten Minute zum 3:1.
Zu kippen begann die Partie mit einer etwas zweifelhaften Hinausstellung der Berliner Schiedsrichter gegen Torfrau Hanna Hanholz. Alleine Uerdingens Blomenkamp traf im zweiten Viertel zu einer 6:4-Führung dreifach. „Wir haben zwei Konter gefangen und etwas die Strategie verloren“, meinte Bochums Coach.
Zwar konnte Ari Rump nach der Pause bei einem Überzahlangriff noch mal auf 5:6 verkürzen – wenig später war die Partie für die Kapitänin mit drei Fouls jedoch beendet. Als dieses Schicksal noch Steffi Motte (Spiel-Ausschluss) und Dierolf ereilte, waren alle Chancen dahin. Bayer führte inzwischen mit 10:6.
So wurde beim mitgereisten Bochumer Anhang wenig später noch reichlich über die Leistung der beiden Unparteiischen, die ein Foulverhältnis von 9:16 gegen Bochum pfiffen, diskutiert. Trotzdem muss man fair anerkennen: Alle der insgesamt fünf Saison-Duelle konnte Bayer gewinnen. Mal hauchdünn, mal etwas deutlicher. Also wurde fair gratuliert.
„An die Theke“, gab „Kädder“ Dierolf dann als Nahziel vor. Immerhin, die Schwäbin wurde nach den meisten Einzelauszeichnungen in der Bundesliga ‘Wasserballerin des Jahres’ und räumte mit 87 Treffern die Torjäger-Kanone ab.
Vize-Meister 2012 Blau-Weiß Bochum: Hanna Hanholz, Lina Rohe (2 Tore), Ari Rump (1), Katrin Dierolf (2), Caro Nischwitz, Steffi Motte, Jasmin Krieter, Tatjana Steinhauer (3), Micky Erickson, Alina Liska, Linn Freisewinkel, Carla Camps.
Männer-Team im Aufstiegskampf an der Wedau
Eine wichtige Partie im Aufstiegskampf wartet am Montagabend (20 Uhr) auf Bochums Oberliga-Wasserballer, die bei der Zweitvertretung von Duisburg 98 antreten. Trainer Peter Voß („Es wird ein schwimmintensives Spiel.“) setzte Sonntag noch ein Extra-Training an. Die Blau-Weißen (20:8 Punkte), bei denen Felix Grothues weiter verletzt fehlt, könnten die 98er (13:7) mit einem Erfolg nach den Minuspunkten abhängen.
„Wenn wir eine so konzentrierte Leistung wie in Düsseldorf ins Wasser bringen, schaffen wir es“, so Bochums Trainer, dem der bisherige Saisonverlauf zeigt, „dass uns stärkere Gegner fast besser liegen“. Im Hinspiel war es hin und her gegangen – die Wiesentaler hatten beim 8:7-Erfolg auch das nötige Glück. Vor allem Duisburgs bulliger Center Jörn Dammann hatte dem Team einige Probleme gemacht. Peter Voß: „Er wühlt gut und wechselt oft die Position. Darauf müssen wir unsere Zonendeckung einstellen.“
18:50
nun ist es also soweit, die Meisterserie des SV Blau-Weiß-Bochum ist gerissen. Das ist keine Schande, wenn man bedenkt, dass in diesem Jahr noch Spielerinnen dabei waren, die den 1. Meistertitel feiern durften. Das allein verdient Achtung und Respekt, da Damenwasserball eben ein reiner Amateursport ist und die Damen neben dem Training eine Berufsausbildung absolviert haben. Über Jahre hinweg haben die Bochumer Damen auch den Kern der Nationalmannschaft gestellt, was zu einer zusätzlichen zeitlichen Belastung geführt hat. Der erste Meistertrainer Arno Troost hat den Damen ein diszipliniertes intensives Training eingeimpft, was über all die Jahre Garant für den erfolgreichen Wasserball in Bochum war.
In den letzten Jahren war das intensive Traning in der Form leider in Bochum nicht möglich, da das Unibad fast 2 Jahre geschlossen war. Das hat viele Trainingseinheiten und leider auch die Einbindung des Nachwuchses gekostet. Dieses Problem hatte Uerdingen nicht. Glückwunsch an beide Teams.
20:47
Wer dabei war, hat gesehen, dass die "Unparteiischen" nicht wahllos Quatsch pfiffen, sondern recht gezielt (auch mit Kleinigkeiten) dafür sorgten, dass die Bayer-Spielerinnen und die Offiziellen ihre teure Ausgehkluft nicht umsonst vom Chemie-Konzern erhalten haben. Klar ist die Bayer-Truppe in der Liga dominant, aber dann braucht man doch nicht so faule Hilfe! Klar ist aber auch, dass in den 2 Endspielen einige Bochumerinnen nicht das gezeigt haben, was sie sie können! Eigensinn (Steinhauer) und Unkonzentriertheiten (Dierolf, Nischwitz) brachten die Frauschaft immer wieder um den Erfolg. Schade, aber es gibt immer wieder ein nächstes Spiel.
Glück Auf
P.S.: Als die Bayer Tribüne die nicht nachvollziehbaren Hinausstellungen von Dierolf und Motte mit "Ihr könnt nach Hause fahr`n" feierten, sei allen BW Freunden gesagt: Ja, zwar können sie nach Hause fahrn, die Ürdinger müssen aber da bleiben! Wer Bielefeld für das Schreckgespenst der Provinz hält, war halt noch nie in Ürdingen.