Überraschung blieb diesmal aus
29.01.2012 | 21:04 Uhr 2012-01-29T21:04:00+0100
In einer Neuauflage des Vorjahresfinals siegte die Westfalenligavertretung des VfL Bochum klar mit 5:0 gegen den FSV Sevinghausen. Bochum tat sich zu Beginn des Turniers schwer, steigerte sich aber deutlich.
Die Überraschung lag in der Luft. Eine Wiederholung der Sensation aus dem Vorjahr schien möglich. Nach dem Sieg im Neunmeterkrimi im Halbfinale gegen den SV Höntrop hatte wohl jeder der schätzungsweise 100 Zuschauer in der Halle an der Markstraße das Gefühl, der FSV Sevinghausen könne auch in diesem Jahr die Zweitvertretung des VfL Bochum in die Knie zwingen.
Durch die Euphorie getrieben und mit dem Turniersieg vor Augen machten die „Oldies“ aus Sevinghausen - sechs der neun eingesetzten Spielerinnen sind über 30 Jahre alt - in der Neuauflage des Finals von 2011 jedoch einen Fehler: Sie versuchten mitzuspielen, suchten ihr Heil in der Offensive . Und das „haben wir eiskalt ausgenutzt“, analysierte Silke van den Berg. Die Co-Trainerin ersetzte am Sonntag Ralf Giera, der aus beruflichen Gründen nicht anwesend sein konnte. Am Ende stand ein klares 5:0 für den VfL und somit der Titel des Hallenkreismeisters 2012.
„Vor allem in der Vorrunde haben wir nicht immer brilliert“, so van den Berg. Je länger das Turnier dauerte, desto effizienter wurde ihr Team jedoch, ergänzte sie. Das Finale „haben wir souverän und abgeklärt runtergespielt“. Geholfen hat dabei sicher das frühe erste Tor durch Deborah Diekmann. Bereits nach 39 Sekunden erzielte sie mit einem wuchtigen Fernschuss den Führungstreffer. Nach dem 2:0, ebenfalls durch einen fulminanten Weitschuss von Diekmann (4.), bäumte sich der FSV noch einmal auf. Angetrieben durch die überragende 41-Jährige Anja Gogolin, kam Sevinghausen jedoch nur zu einigen Halbchancen. Das 3:0 durch Marie Lümmer (10.) zog dem Team von Jürgen Wolf endgültig den Zahn. Julia Kunert steuerte die übrigen Treffer zum 5:0-Endstand hinzu. „Ich bin trotzdem mehr als zufrieden“, äußerte sich FSV-Coach Wolf von der Spielweise seines Teams begeistert. „Wir haben von der Vorrunde bis zum Endspiel klasse Fußball gezeigt.“
Die Vorrunde am Samstag lief ohne große Überraschungen ab. Die Favoritinnen setzten sich überlegen durch. Der VfL Bochum, SV Höntrop, Waldesrand Linden sowie die Mannschaft der gastgebenden DJK Wattenscheid gingen als Gruppensieger hervor. Auch stand in der Gruppenphase die spätere Finalpaarung bereits auf dem Spielplan. Der VfL behielt auch hier mit einem knappen 2:1-Sieg die Oberhand. Nicht so erfreulich war das Nicht-Erscheinen zweier Teams. Markania Bochum meldete sich aufgrund von Spielermangel am Freitag Abend bei der Turnierleitung ab, ESV Langendreer-West hielt dies nicht einmal für nötig. Erst fünf Minute vor Turnierbeginn wurden die Ausrichter vom Rückzug unterrichtet. „Der einzige Wermutstropfen einer perfekt organisierten Veranstaltung“, kommentierte Ulrich Jeromin, der Kreisvorsitzende, das Fehlen der beiden Teams.
Guter Fußball wurde trotzdem geboten. Nach der Zwischenrunde, in der als einziges überkreislich-spielendes Team die SW Wattenscheid 08 ausschied, eröffnete der VfL mit der Partie gegen RW Stiepel (2:0) die Viertelfinalspiele. Höntrop siegte nach Neunmeterschießen gegen Eintracht Grumme mit 4:1 und feierte Torhüterin Lara Schumann. Dreimal konnte sie parieren, einmal traf sie selbst. Waldesrand Linden siegte durch zwei Treffer von Laura Benatelli gegen die DJK Wattenscheid, und Sevinghausen behielt gegen die SF Durchholz, dem einzig verbliebenen Kreisligisten, mit 3:1 die Oberhand.
Es kam also zu den „Traumhalbfinals“. Der VfL siegte gegen Linden am Ende klar mit 4:0, wobei Waldesrand lange Zeit gut dagegen hielt. Julia Kunert, Vanessa Heidrich, Bettina Kehl und Katrin Schröder trafen. Sevinghausen setzte sich nach Neunmeterschießen gegen den SV Höntrop durch (4:3). Vorher war es torlos geblieben. Die Höntroperin Carina Conrad - beste Torschützin des Turniers (11) - scheiterte im entscheidenden Versuch an FSV-Keeperin Tanja Brähmer.
Das Spiel um Platz drei konnte der SV Höntrop mit einem 2:1-Sieg gegen Waldesrand Linden für sich entscheiden. Und nach dem 5:0-Finalsieg durfte sich eine Bochumerin besonders freuen: Anna Mistol wurde als beste Torhüterin ausgezeichnet.
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