Toku: „Wir brauchen jeden Fan“

Sie waren lange selbst Spieler in Wattenscheid - welche Erinnerungen verbinden Sie mit Duellen gegen Rot-Weiss Essen?
Toku: Das war schon immer etwas Besonderes, es hat auch immer riesigen Spaß gemacht, an der Hafenstraße zu spielen. Die Stimmung ist halt einfach gut, wir haben da auch immer ganz gut ausgesehen. In Essen haben wir oft gewonnen, zuhause waren wir teilweise nicht so gut. Ich kann mich noch an mein letztes Regionalliga-Spiel mit Wattenscheid gegen Essen erinnern, da gab’s ein 0:0. Und natürlich ist es auch jetzt als Trainer etwas Besonderes für mich. RWE ist Kult.


Wo liegen denn die Stärken der zuletzt so abgestürzten Essener?
Sie sind individuell sehr stark aufgestellt und haben einen breiten Kader, in dem jeder jeden ersetzen kann. Man hat aber auch Schwächen gesehen. Ich denke, jetzt nach dem Trainerwechsel ist die Mannschaft noch mal ganz anders aufgetreten. Ob wegen des Wechsels oder nicht, weiß ich nicht. Aber wir müssen auf der Hut sein.


Wovor konkret?
Deren Umschaltspiel ist schon sehr ausgeprägt. Wenn sie viele Räume haben, können sie mit ihren individuell starken Spielern schnell nach vorne spielen. Umso wichtiger wird es für uns sein, die Räume eng zu machen, aber auch selbst aktiv dabei zu sein. Es wird kein Spiel, in dem wir uns hinten reinstellen und lauern werden.


Sie haben die Breite im Essener Kader angesprochen: Ihnen in Wattenscheid sind ja die Hände gebunden, zumal am Wochenende Lucas Oppermann und Stefan Grummel suspendiert worden sind.
Es ist doch klar, dass wir uns vom Spielermaterial her nicht mit Essen vergleichen können. Trotzdem bin ich überzeugt von jedem Einzelnen im Kader. Und dass der eine oder andere über sich hinauswachsen kann, wissen wir auch.


Einer, der in den letzten zwei Wochen aufdrehte, war Nino Saka, er traf auch beim 2:1 in Hennef. Wie sehen Sie seine Rolle?

Bei Nino war es unglücklich, dass er sich zweimal verletzt hat. Er brauchte deshalb seine Zeit, um auf sein Level zu kommen. Aber schon vor dem 0:4 gegen Uerdingen hat er zwei Wochen lang sehr gut trainiert, da war ein Startelf-Einsatz die logische Folge. Er hat sich seine Chance verdient und sie genutzt. Dass auch er seine Leistung immer wieder bestätigen muss, ist auch klar. Das fordere ich von jedem Regionalliga-Spieler, dass eine gewisse Konstanz drin ist. Aber das macht der Junge ganz gut in den letzten Wochen. Deshalb kann Nino auch immer eine entscheidende Rolle spielen.


Was erwarten Sie vom Umfeld in den nächsten Wochen?
Ich will am Samstag erst einmal ein Heimspiel haben. Das muss schon so bleiben in der Lohrheide. Wir müssen gemeinsam durch diesen Abstiegskampf. Wer meint, er müsste konsequent querschießen, der kann zuhause bleiben. Wir brauchen jeden Fan, der uns unterstützt und uns pusht und die letzten paar Prozente aus uns rausholt.