Thomas Eisfeld verstärkt den VfL

Auf den letzten Drücker hat der VfL Bochum doch noch zugeschlagen auf dem winterlichen Transfermarkt. Der Zweitligist leiht den 22-jährigen Thomas Eisfeld vom englischen Zweitliga-Klub FC Fulham bis zum Sommer aus. Bei dem nach der letzten Saison aus der Premier-League abgestiegenen Verein kam der Mittelfeldspieler nicht wie erhofft zum Zug. In Bochum setzt das beim BVB groß gewordene Talent nun auf Spielpraxis und letztlich auf den Durchbruch, der ihm in England erst beim FC Arsenal, dann in Fulham nicht gelang.

Geld vom Bayern-Spielmacht den Transfer möglich

Noch vor ein paar Tagen hatte Christian Hochstätter, der Sportvorstand des VfL, noch einmal erklärt, dass „nichts geplant“ sei in punkto Transfers - in erster Linie aus finanziellen Gründen. Doch nachdem sich ein Spieler nach dem anderen verletzte und Trainer Gertjan Verbeek die Alternativen ausgingen, gab es kurz vor Marktschluss eine gedankliche Kehrtwende. Wirtschaftlich begünstigt durch den Testspiel-Auftritt des FC Bayern in Bochum vor anderthalb Wochen. Der Klub habe „konservativ“ geplant, hieß es, nach dem Kassensturz blieben ein paar Euro mehr übrig als veranschlagt. Mit etwa 400 000 Euro, die man nicht in Transfers oder Gehälter stecken konnte, hatte der Klub kalkuliert.

Eisfeld flog erst am gestrigen Montag ein, absolvierte den Medizin-Check, unterschrieb den Vertrag und kurz nach 18 Uhr, als alle Transfers über die Bühne gegangen sein mussten, bestätigte der VfL Bochum dann offiziell seinen zweiten Neuzugang in diesem Winter. Felix Bastians ist ja bekanntlich erst seit Januar spielberechtigt.

Eisfeld sei „im Mittelfeld flexibel einsetzbar“, erklärte Hochstätter, „sowohl in der Zentrale als auch auf der Außenposition. Er ist jung, entwicklungsfähig, hat in den Nachwuchsmannschaften viele Tore erzielt und wird die Qualität unseres Kaders anheben.“

Bisher agierte der 22-Jährige meist auf der „Acht“, einer Position, die beim VfL seit Saisonbeginn Danny Latza einnimmt. Auf der „Sechs“ ist Anthony Losilla gesetzt. Sollte einer ausfallen, hat Bochum nun einen adäquaten Ersatz, so das Kalkül. Adnan Zahirovic traut man diese Rolle im Verbeek-System auf Sicht nicht zu.

Denkbar ist aber auch, dass Eisfeld auf dem Flügel agiert: Yusuke Tasaka plagten zuletzt Sprunggelenk-Probleme, für den Japaner musste bereits Piotr Cwielong in Fürth auflaufen. In Verbeeks 4-2-3-1 könnte Eisfeld auch im offensiven Zentrum agieren. Dann würde Stanislav Sestak zum Beispiel auf den Flügel weichen müssen.

Eisfeld selbst sagte: „Der Verein ist bekannt, die Spielphilosophie sagt mir zu.“ Und natürlich freut sich der langjährige Dortmunder auf „die Rückkehr ins Ruhrgebiet“.

In jedem Fall hat Bochum nach den Ausfällen von Tobias Weis und Michael Gregoritsch, der wohl erst in drei Wochen wieder zurückkehrt, und zuletzt auch Tasaka eine Option im Mittelfeld mehr. Weiterhin dünn besetzt bleibt die Defensive, weshalb der VfL ja den noch bis Mitte März ausfallenden Fabian Holthaus nicht zu Union Berlin ziehen ließ.