Striewe stürzt Wattenscheid 08 ins Tal der Tränen

Umkämpftes Derby vor großer Kulisse, hier Marvin Fahr und Rouven Strehlau (li.).
Umkämpftes Derby vor großer Kulisse, hier Marvin Fahr und Rouven Strehlau (li.).
Foto: FUNKE Foto Services / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Fast hätten sich der VfB Günnigfeld und SW 08 beim Wattenscheider Derby friedlich die Punkte geteilt. Doch kurz vor Schluss entschied ein Elfmeter die Partie zugunsten der Hausherren, die sich mit dem Sieg eine gute Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt verschafft haben.

VfB Günnigfeld -
SW Wattenscheid 08 1:0 (0:0)

VfB: Kuhn - Reiser, Przybyla, Homberger, Laarmann - Kaczmarek, Gruner, Winschewski (90. Nuza), Wrede (90. Fritz), Striewe - Fahr

SW 08: Möller - Strehlau, Ceran, Majid - Beimborn, Raspinho de Miranda (45. Tegtmeier), Grabienski, Dücker - Wassi, Sari (60. Stiller), Kuntz (72. Woischnik)

Tor: 1:0 Striewe (89., Foulelfmeter)

Bes. Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Günnigfelds Homberger (86.)

Fast hätten sich der VfB Günnigfeld und SW 08 beim Wattenscheider Derby friedlich die Punkte geteilt. Doch kurz vor Schluss entschied ein Elfmeter die Partie zugunsten der Hausherren, die sich mit dem Sieg eine gute Ausgangslage im Kampf um den Klassenerhalt verschafft haben. Auf Platz elf haben sie nun vier Zähler Abstand auf den ersten Abstiegsplatz. Den bekleidet nach wie vor Wattenscheid 08, weil die Keller-Konkurrenz aus Herbede ebenfalls nicht gepunktet hat.

„Wir lassen uns nicht verrückt machen. Wenn wir nächste Woche erneut so Fußball spielen, wird uns das Glück auch wieder hold sein“, sagte SW-Trainer Manfred Behrendt, der 90 gute Minuten seiner Mannschaft gesehen hatte: „Unglücklicher als heute kannst du nicht verlieren.“ Auch sein Gegenüber Thomas Baron stimmte mit ein: „Wir waren heute die glücklichere Mannschaft.“

Was war passiert? In der ersten Hälfte agierten beide Teams äußerst vorsichtig. Zu groß war die Angst, einen entscheidenden Fehler zu machen und damit dem Gegner eine gute Ausgangslage zu verschaffen. In der ersten Viertelstunde hatte 08 Probleme, seine Dreierkette richtig zu organisieren. Nach einer Umstellung übernahmen die Gäste jedoch mehr und mehr Spielanteile. Die klareren Chancen hatte indes der VfB: Kevin Wrede und Maximilian Laarmann ließen diese aber liegen.

Nach dem Seitenwechsel übernahmen die Schwarz-Weißen endgültig die Partie. „Es hat nur noch eine Mannschaft gespielt, der VfB hat gar nicht mehr stattgefunden“, sagte Behrendt, und auch Baron musste zugeben: „Bei uns haben die Kräfte deutlich nachgelassen.“ Die Gäste drückten auf die Führung, doch egal, was sie versuchten, der Ball wollte einfach nichts ins Tor.

Verrückte Szenen spielten sich auf dem Platz an der Kirchstraße ab: Ein Kopfball von Burhan Ceran streifte den Außenpfosten, Dominique Wassis Schuss aus 20 Metern knallte gegen die Unterkante der Latte, und auch Elchekif Majids Versuch wurde vom Aluminium gestoppt. Bei den zweiten Bällen war VfB-Torhüter Simon Kuhn stets zur Stelle.

Die letzten zehn Minuten wurden dann ganz dramatisch. Erst kassierte Günnigfelds Pascal Homberger nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot (86.), und nur drei Minuten später stand Schiedsrichter Durica Dzijan wieder im Mittelpunkt. Nachdem Marvin Fahr im Strafraum am Trikot zu Boden gerissen worden war, entschied Dzijan auf Elfmeter (89.). Nicolai Striewe verwandelte souverän und ließ den VfB jubeln.

„Das war ein dreckiger Sieg, aber ein großer Schritt für uns“, frohlockte Baron. Behrendt blieb trotz der Niederlage ein fairer Sportsmann und sagte mit Blick auf die kommenden Wochen: „So ist Fußball. Wir müssen uns jetzt einmal kräftig schütteln und weitermachen.“