Starkes Team besiegt den Frust

VfL Bochum -
SV Meppen 2:2 (1:1)

VfL: Schlüter - Kraus, Grendel, Bock, Josten - Kalamanda, Heep,Angrick, Richter, Gosch, Ließem (86. Bröckl) - Grünheid (3. Heep)

Tore: 0:1 Inga Kappel (27. Minute), 1:1 Janine Angrick (35.), 2:1 Lisa Josten (67.), 2:2 Yuko Aizawa (80.)

Auf dem Leichtathletikplatz am VfL-Stadion gab es gestern nur ein Thema. Der Paukenschlag mit dem bevorstehenden Aus für die Zweitliga-Frauen hatte sich wie Mehltau über die Akteure und ihr Umfeld gelegt. Während des Spiels gegen den SV Meppen herrschte eine merkwürdig gedrückte Stimmung - auf und neben dem Platz. Rein sportlich betrachtet muss man die Mannschaft indes loben, denn sie zeigt sich weiterhin ambitioniert und sorgte mit einem munteren Spiel gegen den Aufstiegsaspiranten aus dem Emsland für einen Moment der Freude am Ende. Dass es schließlich sogar zu einem 2:2 (1:1) reichte, machte die Trainerin sichtbar stolz.

Sabrina Gesell sprach ihrer Mannschaft nach dem Spiel ein großes Kompliment aus: „Das war wirklich eine sehr schwere Woche für uns alle. Die Mädels haben das aber toll weggesteckt und eine super Reaktion gezeigt. Zu den Ereignissen der Woche kommt noch dazu, dass wir derzeit auf einige Stammspielerinnen verzichten müssen.“ Zu den sowieso schon vielen Ausfällen gesellte sich jetzt noch Sarah Grünheid hinzu. Bochums beste Torschützin musste gestern bereits nach zwei Minuten mit einem Nasenbeinbruch ausgewechselt werden. In der kommenden Woche steht für sie eine Operation ins Haus.

Die verbliebenen Bochumerinnen schlugen sich trotz dieses erneuten Schocks gegen den derzeitigen Tabellenzweiten der 2. Bundesliga Nord mehr als tapfer und erkämpften sich durch Tore von Janine Angrick (35. Minute) nach 0:1-Rückstand und Lisa Josten (67.) völlig verdient die Punkteteilung.

Die anwesende Inka Grings, Bundesliga-Trainerin des Erstligisten MSV Duisburg, nahm dies mit Sicherheit zur Kenntnis. Und Sabrina Gesell fand den Besuch der ehemaligen Nationalspielerin nicht überraschend: „Es ist doch klar, dass die Mädels jetzt bei anderen Vereinen auf dem Zettel stehen. Alle müssen schauen, wo sie im nächsten Jahr spielen.“

Willi Werneck, Frauenkoordinator des VfL, wollte sich derweil immer noch nicht mit der Entscheidung der VfL-Führung gegen das Zweitliga-Team anfreunden: „Genau vor dieser Situation habe ich immer gewarnt. Aber unsere Ideen und Aussagen sind offenbar überhört worden. Wir wissen alle noch nicht, wie es weitergehen soll. Ich für meine Person werde in der kommenden Woche entscheiden, ob ich über den 30. Juni hinaus noch hier sein werde.“