Bochum

Stadt Bochum prüft rechtliche Schritte gegen "DJK TuS Hordel"-Randalierer

Vandalismus in Bochum - der zerstörte Kunstrasenplatz der DJK TuS Hordel ist nach der Randale bei der Saisonabschlussfeier gesperrt.
Vandalismus in Bochum - der zerstörte Kunstrasenplatz der DJK TuS Hordel ist nach der Randale bei der Saisonabschlussfeier gesperrt.
Foto: Ingo Otto
Was wir bereits wissen
Die Stadt Bochum prüft rechtliche Schritte gegen „Vandalen“ des DJK TuS Hordel. Kunstrasen demoliert, Fäkalien in der Dusche: Saisonabschlussfeier ist ausgeartet.

Bochum. Die offensichtlich ausgesprochen bierselige Saisonabschlussfeier des Westfalenligisten DJK TuS Hordel von Sonntag auf Montag ist völlig aus dem Ruder gelaufen. Nach der 3:5-Niederlage gegen den Meister TSV Marl-Hüls wurden Fäkalien in den Duschräumen gefunden, außerdem waren große Müllcontainer auf die Straße gerollt worden. Und: Einige haben mit einem Pkw den Kunstrasenplatz demoliert. Nach WAZ-Informationen waren daran zwei Spieler, ein Trainer sowie eine Person aus dem direkten Vereinsumfeld beteiligt.

Verbrennungen auf dem Kunstrasenplatz der DJK TuS Hordel

Sie sollen mit dem Auto hart beschleunigt und abgebremst haben und über den Platz „gedriftet“ sein. Dabei werden Kurven mit hohem Tempo gefahren, das Fahrzeug wird dabei kontrolliert übersteuert. Dadurch sind deutlich sichtbare Brems- und Anfahrspuren sowie Verbrennungen entstanden. Zusätzlich könnten einige Stellen, an denen der Platz geklebt ist, aufgeplatzt sein. Ein Gutachter der zuständigen Kunstrasen-Firma soll die Höhe des Schadens in Kürze beziffern. DJK TuS Hordel

Strafrechtliche Schritte gegen Randalierer? Alkohol keine Entschuldigung

Für die Verursacher könnte der „Spaß“ womöglich ziemlich teuer werden, denn die Stadt als Eigentümerin der Platzanlage wird die Verantwortlichen in Regress nehmen – das erklärte Klaus Retsch, Leiter des Sport- und Bäderamts, gestern auf WAZ-Anfrage. Auch sei Retsch aktuell im Gespräch mit der Rechtsverwaltung, ob von Stadtseite zusätzlich strafrechtliche Schritte gegen die Verursacher eingeleitet werden. Dass demnächst tatsächlich polizeilich ermittelt wird, ist nicht unwahrscheinlich. Erwirkt die Stadt nämlich einen strafrechtlichen Titel gegen die Beteiligten, sichert das mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die zivilrechtlichen Ansprüche. Allerdings hat die Stadt die Namen der Beteiligten vom Verein noch nicht erhalten.

„Ich kann ja verstehen, wenn Spieler mal Blödsinn machen“, sagte Retsch: „Aber wir haben uns das Desaster schon am Montag angeschaut. Und es gibt nun einmal Grenzen. Hier wurde fremdes Eigentum beschädigt.“ Letzter Spieltag

Rachefeldzug der Hordeler Abgänge?

Auch beim Sportlichen Leiter Jörg Versen machten sich Fassungslosigkeit und Unverständnis breit: „Es ist schwer zu glauben. Ich war auch bis spät in den Abend vor Ort, da hat aber noch niemand mit diesem Ausgang gerechnet.“ Viel mehr wollte Versen aber nicht sagen. In Absprache mit Vereinspräsident Hermann Päuser wird der Verein zunächst schweigen – mit dem üblichen Verweis auf das schwebende Verfahren.

Angesichts der Tatsache, dass die an dem Vandalismus beteiligten Personen den Verein ohnehin nach dieser Saison verlassen, liegt der Verdacht eines Rachefeldzugs nahe. An derlei Spekulationen wollte sich Versen aber nicht beteiligen und sie tendenziell sogar eher verneinen.

Vermutlich war einfach zu viel Alkohol im Spiel. Viel zu viel.