Spontan-Feier trotz Abstiegsplatz

CSV SF Linden -
SW Wattenscheid 08 0:1 (0:1)

CSV: Fuchs - Perez Garcia, Pemöller, Lekic, Pflanz - Lobonza (74. Sieger), Karpec, Scigliotti (46. Rösner) - Lawrence (82. Bauer), Mohedano, Lahchaychi

SW 08: Möller - Majid, Strehlau, Ceran, Sari, Woischnik (46. Grabienski), Wassi, Kuntz (74. Tegtmeier), Beimborn, Dücker (83. Osei Assibey), Al

Tore: 0:1 Kuntz (45.)

Warum gewinnen die auf einmal eigentlich alle?

Die Frage stellt sich durchaus, wenn man sich so den Tabellenkeller der Fußball-Landesliga anguckt. Seit mehreren Wochen schon hat sich der Abstiegskampf vom Schneckenrennen zum Wettbewerb für Hochleistungsboliden entwickelt. Mit Obersprockhövel, Günnigfeld, Haspe und Herbede punktete die Konkurrenz von SW Wattenscheid 08 mal wieder. Umso wichtiger, dass die Wattenscheider beim 1:0 (1:0)-Sieg im Derby in Linden ihren zweiten Sieg in Folge feierten. „Uns sind zentnerschwere Brocken vom Herzen gefallen“, sagte der glückseliger Sportliche Leiter Ede Schroer, dessen Klub wegen der Siegessucht im Tabellenkeller zwar immer noch auf einem Abstiegsplatz steht, aber weiterhin nur einen Punkt Rückstand auf das rettende Ufer hat:„Ich weiß nicht, ob man das hier im Hintergrund hören kann. Aber die Jungs feiern.“

Man hörte es.
„Der Sieg war auch nicht ganz unverdient“, sagte Schroer, der nach 45 Minuten das Tor des Tages von Charly Kuntz bejubeln durfte. „Den hauen wir uns selbst rein“, meinte der ernüchterte Lindener Co-Trainer Wojtek Meinert: „Freistoß aus dem Halbfeld, und der fliegt mitten auf den Torwart.“ Doch Markus Fuchs ließ den Ball fallen, der Rest war Kuntz’scher Stürmerinstinkt aus kurzer Distanz. In einem laut Schroer „sehr, sehr intensiven Spiel“ stellten die 08er sich dann noch tiefer hinten rein als ohnehin schon. Linden gewann im zweiten Durchgang zwar mehr Zweikämpfe und bewegte sich besser – obwohl schon bemerkbar war, dass beide Mannschaften auch mit den hohen Temperaturen kämpfte. Dennoch kamen die in den letzten Wochen so starken Lindener nicht zu zwingenden Gelegenheiten.

Wobei: Da war ja noch die Aktion von Vicente Mohedano in der hektischen Schlussphase und der fünfminütigen Nachspielzeit. Der Spanier hämmerte den Ball aus einem Meter – „und das war wirklich nur ein Meter“, versicherte Meinert zur Sicherheit mehrmals – an den Pfosten: „Er will den mit aller Macht reinballern, statt ihn einfach ins Tor zu schieben.“