SG Wattenscheid 09 vor spannender Versammlung

Sieht nach Jahreshauptversammlung aus, war aber eine der peinlichsten Aktionen der SG Wattenscheid 09 in den letzten Jahren: Christoph Jacob stellte sich in einer improvisierten Tribünenversammlung den Fans.Foto:Olaf ZiegleR/Archiv
Sieht nach Jahreshauptversammlung aus, war aber eine der peinlichsten Aktionen der SG Wattenscheid 09 in den letzten Jahren: Christoph Jacob stellte sich in einer improvisierten Tribünenversammlung den Fans.Foto:Olaf ZiegleR/Archiv
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Bei der SG Wattenscheid 09 steigt am Mittwochabend die mit Spannung erwartete Jahreshauptversammlung 2015.

Gibt es einen einigermaßen harmonischen Neuanfang – oder gibt es den großen Krach? Geht am Sitzungsende alles fix und glatt über die Bühne – oder wird es doch eine Marathon-Sitzung bis Mitternacht? Nur selten gab es vor einer Jahreshauptversammlung des Fußball-Regionalligisten SG Wattenscheid 09 wohl so viele Fragezeichen wie diesmal (ab 19 Uhr im Paul-Cohn-Haus an der Berliner Straße). Der bisherige, häufig umstrittene Vorsitzende Christoph Jacob wird dann nicht mehr zur Wahl stehen, auch der Aufsichtsrats-Vorsitzende Thorsten Heckendorf zieht sich zurück. Beide hatten das bereits vor rund zwei Monaten angekündigt. Vorstand und Aufsichtsrat werden neu gewählt.

Die Kandidaten dafür sind bereits auserkoren, doch viele Gerüchte machten im Vorfeld die Runde. Zum Beispiel: Werden die Mitglieder den Noch-Vorsitzenden Christoph Jacob – aus ihrer tiefen Abneigung heraus – vielleicht gar nicht erst entlasten? Werden die Mitglieder der Aufsichtsrats-Mannschaft um ihren möglichen neuen Vorsitzenden Reinhard Mokanski einen Strich durch die Rechnung machen? Werden die Mitglieder vor der Wahl einen Antrag darauf stellen, dass es – wie vom Verein geplant – keine Blockwahl für den Aufsichtsrat gibt? Und schließlich: Wie schneiden die Kandidaten ab, die nicht vom Verein aufgestellt wurden? Mano Oliveri etwa wurde ja von der Mitgliedschaft für den Aufsichtsrat vorgeschlagen.

Was wirklich dran ist an den Gerüchten und ob es überhaupt eine gut aufgestellte Opposition gibt, wird sich erst heute Abend klären. „Ich hoffe“, sagte Christoph Jacob gestern Mittag auf WAZ-Anfrage, „dass der Verein weiter vernünftig aufgestellt bleibt. Das sind interessante Leute, die da antreten, das hört sich sehr gut an. Echte Hochkaräter.“ Jacob selbst wird auf der Jahreshauptversammlung anwesend sein, das bestätigte er gestern noch einmal. Für den 37-Jährigen enden dann knapp sechs Jahre Amtszeit, in denen er über weite Strecken von den Fans angefeindet wurde. „Es war eine harte Zeit, und ich kann sicherlich nicht sagen, dass ich froh bin, ab heute nicht mehr Vorsitzender zu sein. Aber irgendwann endet eben alles.“ Jacob hatte den Verein – ebenso wie Thorsten Heckendorf – ein ums andere Mal mit Finanzspritzen über Wasser gehalten.

BLICK AUF DIE FINANZEN

Auch dürfen die Mitglieder auf den finanziellen Bericht des abgelaufenen Geschäftsjahres gespannt sein. Noch spannender dürfte allerdings der Blick in die Zukunft werden.

Christoph Jacob kündigt an: „Die Zahlen, die wir präsentieren werden, können sich sehen lassen.“