SG 09 ungefährdet wie selten
15.04.2010 | 00:30 Uhr 2010-04-15T00:30:00+0200
Ropkas und Toku treffen bei 2:0-Heimerfolg der Wattenscheider über harmlose Speldorfer.
SG Wattenscheid 09 -
VfB Speldorf
2:0 (1:0)
SG09: Kunz - Schütze, Adade, Baum, Marco Manske - Erdmann (86. Barra), Toku, Mike Manske (81. Schreier), Sichler - Wienecke (68. Pachutzki), Ropkas
Schiedsrichter: Bastian Börner (Iserlohn)
Zuschauer: 460
Tore: 1:0 Dimitrios Ropkas (7.), 2:0 Farat Toku (48., FE)
Platzverweis: Tayfun Cakiroglu/Speldorf (Gelb-rot, 71., wiederholtes Foulspiel)
Selten dürften die Anhänger der SG Wattenscheid 09 in dieser Saison bei einem Heimspiel ihres Teams derartig nervenschonende 90 Minuten erlebt haben wie am gestrigen Abend beim 2:0 (1:0)-Heimerfolg der Sportgemeinschaft über den VfB Speldorf.
Genau genommen: den erschreckend harmlosen VfB Speldorf. Genau zweimal brachten die grün-weißen Gäste es zustande, den schwarz-weißen Anteil der 460 Zuschauer im Lohrheidestadion in Sorge zu versetzen. Einmal in Spielminute 43, als ein Schuss – der erste des Abends auf das Wattenscheider Tor – von VfB-Akteur Oktay Güney knapp über das Tor rauschte. Und letztlich, als 09-Schlussmann Philipp Kunz sich Sekunden vor dem Abpfiff das erste und einzige Mal nach einem Torversuch ernsthaft auszeichnen durfte. Da allerdings war das Spiel schon längst entschieden. Weil Speldorf nicht anders konnte. Und weil Wattenscheid es nicht anders zuließ.
Freilich konnte man auch den Platzherren kein erdrückendes Übergewicht zusprechen, wie auch 09-Trainer Marek Lesniak nach seinem Heimdebüt einzuschätzen wusste: „Dominanz sieht anders aus. Dafür haben wir selbst in der ersten Halbzeit zu wenige Torchancen herausgearbeitet.“ Aber der Einsatz, wie auch Lesniak befand, stimmte in allen Mannschaftsteilen.
Genau wie das Timing der Tore: Die erste von Timo Erdmann eingeleitete Offensiv-Aktion der 09er schloss der emsige Dimitrios Ropkas mit schönem Schlenzer ab (7.). Später erstickte Farat Toku vom Elfmeterpunkt kurz nach dem Wiederanpfiff alle Ausgleichs-Bestrebungen der Gäste im Keim (47.). Zuvor war Ropkas von VfB-Keeper Thorben Gunkel von den Beinen geholt worden.
Dazwischen und danach verstand es vor allem SG-Kapitän Farat Toku trotz Magenbeschwerden immer wieder, das Tempo mit klugen Bällen zu lancieren, zudem machte der bisher oft ungelenk wirkende Innenverteidiger Kevin Adade einen äußerst stabilen Eindruck. Stabilität, die auch noch durch einen Platzverweis gegen Tayfun Cakiroglu genährt wurde: Der Ex-09er, erst im Winter von der Lohrheide zu den Mülheimern gewechselt, flog nach wiederholtem Foulspiel vom Platz und machte seinen Ex-Kollegen damit das Verwalten der Führung leicht (71.).
Damit zog Wattenscheid am VfB Hüls (0:1 gegen Siegen) vorbei auf Tabellenplatz 17 und ist punktgleich mit Hamm und Siegen auf den Rängen davor. Die SG wappnet sich also für ein weiteres Jahr NRW-Liga, das auch durch den heute beim Verband eingehenden, wirtschaftlichen Lizenzantrag nicht gefährdet sei, wie SG-Vorsitzender Christoph Jacob gestern sagte: „Wir rechnen mit einem Etat zwischen 500 000 und 550 000 Euro. Diesmal mache ich mir deutlich weniger Sorgen als im letzten Jahr.“
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