Schwierige Vereinssuche bei höheren Ambitionen

Willi Wernick und Regina Müller sind seit Montag im Dauerstress. Neben ihren jeweiligen Hauptjobs gibt es für die Frauen-Koordinatoren des VfL Bochum abends viel zu tun. Mit allen Spielerinnen des VfL, aktuell knapp 120, soll ein Gespräch geführt werden, ob und inwieweit es beim VfL weitergehen kann. Dabei geht es nicht nur um die Bundesligamannschaft, sondern auch um die fünf anderen Teams. Wernick zeigt sich nach ersten Gesprächen zuversichtlich: „Die erste Mannschaft soll im nächsten Jahr aus Spielerinnen der Zweitliga- und der Regionalligamannschaft zusammengestellt werden, dazu sollen sich einige Mädels aus der U17-Bundesliga gesellen. Es dürfen sich natürlich gern auch talentierte Fußballerinen aus der Region bei uns melden. Es werden uns aber sicher auch sicher einige Mädels verlassen.“ Wie viele das sein werden, steht noch nicht fest: „Wir haben in den letzten Wochen einige Freigaben für Probetraining-Einheiten bei anderen Vereinen gegeben. Aber für die Mädels, die hohe Ambitionen haben, ist ein Vereinswechsel nicht einfach. Essen, Köln und Leverkusen haben eingespielte Mannschaften, bei Duisburg ist der Erstligaverbleib nicht geklärt und Cloppenburg ist ein ganzes Stück weg“, erklärt Wernick, der sich auch intensiv um die Trainerfrage bemüht: „Da müssen wir schnell Lösungen finden.“ Sabrina Gesell hört ja auf.

Ein wichtiger Faktor für den Verbleib des Leistungsfußballs in Bochum ist der vor Wochen kaum noch für möglich gehaltene Klassenerhalt der U17-Bundesligamannschaft: „Wenn wir die Liga halten können, wäre das ein tolle Grundlage“, so Wernick, der sich auf das letzte U17-Spiel (Samstag, 14 Uhr) zu Hause gegen Bayer Leverkusen freut.

Am Sonntagmorgen wird sich Wernick mit der Zweitligamannschaft des VfL auf den Weg nach Bremen machen. Beim SV Werder, der sich als Tabellenzweiter Hoffnungen auf den Bundesliga-Aufstieg macht, absolvieren die Bochumerinnen um 14 Uhr ihr vorletztes Auswärtsspiel. Im Hinspiel überraschte der VfL mit einem 5:2-Sieg. Das wird sich nicht wiederholen, schätzt Trainerin Gesell: „Bremen ist natürlich heiß auf den Aufstieg und will unbedingt drei Punkte holen.“ Sarah Grünheid wird nach ihren Nasenbeinbruch mit einer Maske auflaufen können.

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