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Fußball - Porträt

Schnell, schneller, Schulte

01.02.2012 | 18:24 Uhr
Schnell, schneller, Schulte
Ein Bild aus alten Sportlerzeiten: Jan Schulte auf der Leichtathletik-Bahn.

10,8 Sekunden auf hundert Meter - das macht Jan Schulte vom Bezirksligisten FC Vorwärts Kornharpen so schnell keiner nach. Die Erfolge des ehemaligen Leichtathleten vom TV Wattenscheid können sich durchaus sehen lassen: zwölfmaliger Deutscher Meister in der 4x100 Meter-Staffel, Juniorenmeister über 100 Meter sowie Rekordhalter in der 4x200 Meter-Staffel in der Halle. Seine Leichtathletik-Karriere hat Schulte jedoch beendet, jetzt zeigt er den anderen auf dem Fußballplatz die Hacken.

„Für Einzelerfolge hat es in der Leichtathletik irgendwann nicht mehr gereicht“, erklärt Schulte, dessen beruflicher Werdegang als gelernter Industriekaufmann und Angestellter in der Wattenscheider Geschäftsstelle des TV 01 in den Vordergrund gerückt ist. Zum Fußballspielen kam Schulte über Umwege: „Ich habe als Jugendlicher gespielt, aber dann zwölf Jahre lang überhaupt nicht.“

Vor einem Jahr fing er unvermittelt wieder an, bei der Reserve von Wattenscheid 08 in der Kreisliga. Dass er jetzt in der Bezirksliga für Kornharpen kickt, hat er dem aktuellen Vorwärts-Trainer und ehemaligen Jugendkoordinator des VfL Bochum, Jürgen Heipertz, zu verdanken. „In meiner Zeit beim VfL hatte ich immer sehr guten Kontakt zum Olympiastützpunkt in Wattenscheid“, sagt Heipertz. Als er damals auf der Suche nach einem Sprinttrainer war, empfahl ihm Wattenscheids Manager Michael Huke Jan Schulte. Schulte stellte sich als Glücksgriff heraus und übernahm neben dem Job als Sprinttrainer für die A-, B-, und C-Jugend auch die Aufgaben eines Athletik-Trainers für die Bochumer Regionalliga-Spieler. Als Heipertz schließlich den Trainerjob in Kornharpen übernahm, erinnerte er sich an Schulte - und gab ihm eine Chance - als Spieler. Schulte packte die Möglichkeit beim Schopfe, wie sich Heipertz erinnert: „Er hat in der Vorbereitung so gut gespielt, dass er einen Stammplatz bekommen hat.“ Mit seinen fünf Toren in der Hinrunde muss sich der „Fußballfrischling“ und offensive Mittelfeldspieler nicht zu verstecken, „mir fehlt nur noch ein wenig die Kaltschnäuzigkeit“, gibt Schulte zu Protokoll. „Es gibt aber nur wenige, die im Sprintduell hinter mir herkommen“, sagt er selbstbewusst.

„Jan hat wirklich hart an sich gearbeitet, er ist fußballerisch und menschlich eine echte Bereicherung für uns, lediglich die beiden Roten Karten hätten nicht unbedingt sein müssen“, fügt Heipertz mit einem Lächeln hinzu. Abseits des Fußballplatzes verbringt der Werder Bremen-Fan Schulte seine knappe Freizeit am liebsten mit Freunden beim Pokern oder einfach nur mit seiner Freundin. Blickt er in seine berufliche Zukunft, so wäre ein Wunsch von ihm, mit dem VfL Bochum weiter erfolgreich zusammenzuarbeiten.

Für die Bezirksliga steckt sich Jan Schulte vorerst kleine Ziele: „Wir wollen eine gute Rückrunde hinlegen. Unser Sieg gegen Wanne 11 hat schließlich gezeigt, wie viel Potenzial in unserer Mannschaft steckt.“

Nikolaj Spiegel

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