Sandhausen hat zu früh gefeiert

Am 8. Mai war Feiertag in Sandhausen. Der SVS hatte gerade sensationell mit 4:0 in Leipzig gewonnen, war in der Tabelle auf Rang 12 geklettert und schien fernab jeglicher Abstiegssorgen zu sein. Dann kam die 0:2-Heimniederlage gegen Düsseldorf, es kamen auch etliche kuriose Ergebnisse der „Kellerkinder“, und es bahnte sich an, was Vorstandsmitglied Dieter Herzog so beschrieb: „Jetzt haben wir das, was wir nicht wollten - ein Endspiel in Bochum.“

Glücklich ist niemand darüber bei den Sandhausenern, die ja nie und nimmer in diese Bredouille geraten wären, hätte die DFL nicht kürzlich drei Punkte abgezogen; nicht etwa weil Geld fehlen würde, sondern weil formale Fehler gemacht wurden im Lizensierungsantrag. Über sonderlich große Erfahrung mit dem Profifußball verfügen sie ja nun immer noch nicht in der 15000 Einwohner zählenden Gemeinde.

Trainer Alois Schwartz geht die Angelegenheit pragmatisch an. „Wir wollen unsere Hausaufgaben machen, dann kann uns alles andere egal sein“, sagte Schwartz. Heißt: Seine Mannschaft wird bestrebt sein, mindestens einen Punkt zu machen am Sonntag in Bochum, dann könnten die Konkurrenten spielen, wie sie wollen - Sandhausen wäre nicht mehr zu kriegen.

Allerdings muss Schwartz auf den gesperrten Tim Kister und die verletzten Florian Hübner, Manuel Stiefler und Steven Zellner verzichten. Manuel Riemann, der künftige VfL-Schlussmann, wird sich aber in seinem letzten Spiel für Sandhausen von seiner besten Seite zeigen wollen.