Sadin: „In diesem Spiel ist alles möglich“

Erdil Sadin (re.) hofft mit Höntrop auf den Klassenerhalt.
Erdil Sadin (re.) hofft mit Höntrop auf den Klassenerhalt.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Ein Interview mit Höntrops Kapitän Erdil Sadin vor dem Landesliga-Abstiegs-Kracher SW Wattenscheid gegen den SVH am Sonntag.

Er spielt seit fünf Jahren beim SV Höntrop, hat vor einiger Zeit direkt am Sportplatz am Preins Feld ein Haus mit Frau und Kind bezogen. Und deshalb ist der Klassenerhalt für Erdil Sadin (34) eine Herzensangelegenheit wie wohl für keinen anderen Höntroper. Vor dem (vor-)entscheidenden Abstiegs-Endspiel gegen den Lokalrivalen SW Wattenscheid 08 am vorletzten Spieltag beantwortete der Kapitän der Rot-Weißen die Fragen von WAZ-Mitarbeiter Felix Groß.


Sie sind ja fast schon ein alter Hase - sind Sie vor so einem Spiel dann eigentlich noch nervös?
Sadin: Nein, das nicht, ich bin einfach total heiß auf das Spiel. Ich will auf den Platz und Wattenscheid 08 einfach schlagen. Ich finde solche Duelle sowieso total schön, wenn wirklich viele Zuschauer da sind und es auf dem Platz auch mal hitzig wird. Da musst du dann noch mehr geben, 150 Prozent.


Als Kapitän und Dauerbrenner der Mannschaft werden Sie vor dem Spiel sicher noch mal ein paar finale Worte an die Mannschaft richten. Was werden Sie sagen?
Ich bin ja sowieso ein Spielertyp, der mehr über den Kampf kommt und alles für die Mannschaft tut, egal auf welcher Position. Im Moment spiele ich ja auch in der Verteidigung. Für Höntrop ist das A und O, dass hier jeder für jeden da ist, wenn ein Spieler einen Fehler macht. Wir können nur als Mannschaft gewinnen, nicht als Einzelner – gerade, weil der eine oder andere junge Spieler auch mal einen Fehler macht. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass wir gegen 08 gewinnen. Wir müssen einfach gallig sein.


Der Abstiegskampf ist in diesem Jahr unfassbar eng. Wie sehr nimmt einen das auf Dauer mit?
Die letzten Jahre standen wir zwar auch immer unten, aber es war nie so eng wie in diesem Jahr. Jetzt brauchen wir jeden Punkt und haben kein Polster, da muss die Einstellung stimmen. Unser Problem war jetzt zuletzt: Ein Dreier aus den letzten vier Spielen, und alles wäre jetzt wohl schon klar. Wir haben uns also selbst in diese Lage gebracht.


Sie sprechen die Unkonstanz Ihrer Mannschaft schon an. Liegt das an der fehlenden Trainingsbeteiligung, die Ihr Trainer Thomas Guder auch oft beklagt? Fehlt der Ehrgeiz?
Ein Ehrgeiz-Problem sehe ich nicht, nein. Aber wir gehen nun mal alle arbeiten, mit Sperren und Verletzungen kommt da im Training und im Spiel manchmal auch eins zum anderen. Normalerweise ist der Kader so aufgestellt, dass es reichen sollte. Aber du kannst ja auch keinen Kader mit 30 Mann machen.


Was macht Ihnen vor diesem Spiel nach zuletzt vier Niederlagen in Folge Hoffnung?
Dass wir beim 2:3 gegen Schüren gut dagegen gehalten haben, die Gegentore sind dann nach dummen Fehlern gefallen. Alle wollten, es hat dann vielleicht auch ein bisschen das Glück gefehlt. Aber so lange wir alles selbst in der Hand haben, ist alles okay. Es wird schwierig, aber in dieser Liga ist einfach alles möglich.


Und wie stark schätzen Sie Wattenscheid 08 ein? Seit dem Trainerwechsel scheint Ihr Gegner ja doch merklich im Aufwind zu sein.
Das ist ja auch keine schlechte Truppe. In der Hinrunde hatten sie viele Verletzte und dadurch Probleme. Aber vom Kader her sind sie schon sehr erfahren, allein so ein Charly Kuntz da vorne drin ist wirklich gut. Rouven Strehlau zum Beispiel, der vorher bei uns in Höntrop war, spielt ja jetzt bei Wattenscheid 08. Ich finde, in diesem Spiel ist alles möglich.