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Leichtathletik

Relegationsspiel bereitet den Meistermachern Sorgen

30.05.2012 | 20:04 Uhr
Relegationsspiel bereitet den Meistermachern Sorgen
Sind zurzeit besonders gut drauf: Weitspringerin Sosthene Moguenara und ihr Trainer Andre Ernst. Foto: Gerd Hermann / WAZ FotoPool

Bevor die Leichtathletik-Meisterschaften 2012 in der Lohrheide beginnen, gehört das Stadion noch einmal den Fußballern. Das bereitet den DM-Organisatoren Sorgen.

Natürlich steht sie jetzt im Mittelpunkt des Interesses. Sosthene Moguenara, 22, Sportsoldatin, hat vor ein paar Tagen in Wesel einen weiten, ihren bislang weitesten Satz gemacht. Die 6,88 Meter am Niederrhein haben unverzüglich die Fantasien der Journalisten und Funktionäre angeregt. Sieben Meter, hat sie die auch drauf, vielleicht sogar bei ihrem „Heimspiel“ oder bei der Europameisterschaft oder noch etwas später, beim Sportlerleben-Highlight in London? „Sossi“ springt für den TV Wattenscheid und so viel ist gewiss: Sie dürfte einer der Stars sein, wenn die Lohrheide am 16./17. Juni mal wieder Schauplatz der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften sein wird, Bühne wohl auch für erfüllte und geplatzte Olympiaträume. Tränen werden fließen, so oder so.

Wohl kaum bei Sosthene Moguenara. Sie fühlt sich momentan angenehm „leicht und locker“, hat die Olympia-Norm bereits zweimal geschafft und muss jetzt nur noch klarkommen damit, dass alle Welt von ihr wie selbstverständlich den nationalen Titel erwartet - vor der eigenen Haustür sozusagen. Und dieses ständige Gefrage nach der ominösen Sieben? „Sossi“ lächelt entspannt: „Ich versuche das so gut wie möglich abzuwinken. Aber nein, auf die Nerven geht’s mir nicht.“

Auch die sturmerprobten Bochumer Organisatoren wirken gewohnt unverkrampft. Es ist ja an vieles zu denken, vieles auch abzustimmen vor Tagen wie diesen. Allein die Installation der mehr als 80 Quadratmeter großen Videowand beansprucht Aufmerksamkeit, ebenso die Verlegung der Glasfaserkabel für die mindestens sechsstündige TV-Übertragung von ARD und ZDF. Herbert Schmitz und Oliver Burkamp arbeiten da federführend mit vielen ungenannten Helfern Hand in Hand. Am Ende jedoch lohnt sich der Stress. Allen Beteiligten ist ja bewusst, dass das „Schmuckkästchen“ Lohrheide seinen Schliff auf Dauer verlieren würde ohne die gelegentlichen sportlichen Großereignisse.

Ein Problem gilt es allerdings noch zu lösen. Vor der nationalen Leistungsschau der Leichtathleten gehört die Lohrheide nämlich noch einmal den Fußballern. Am 10. Juni findet das Relegations-Rückspiel um den Aufstieg in die Regionalliga zwischen der SG Wattenscheid 09 und einem noch zu ermittelnden NRW-Ligisten statt. Ganz klar eine Risiko-Partie wegen des hohen Frust- und Freude-Potentials der Fan-Gruppen. Beides, Frust wie Freude, kann, wie die Erfahrung lehrt, äußerst ungesund und ungut für die Umgebung sein. Nur ein auf die empfindliche Kunststoffbahn geworfener, brennender Bengalo - und man muss die Laufwettbwerbe und damit die komplette Meisterschaft in die Tonne hauen.

Am 1. Juni steht eine Sicherheitsbesprechung an, dann wird auch das ein Thema sein. Weil aber die Ordnungskräfte das Problem nicht allein werden bewältigen können, kommt, so Herbert Schmitz, eine Firma ins Spiel, die bereits beim Grönemeyer-Konzert im rewirpower-Stadion den Rasen mit einem speziellen Belag geschützt hat. Vermutlich eine tragfähige Lösung, aber auch eine Kostenfrage.

Sosthene Moguenara hat damit nichts zu tun. Sie ist für das Springen zuständig, für das weit Springen. Und sie freut sich auf die DM. Die Familie wird kommen und gucken, natürlich. „Das wird mich noch zusätzlich motivieren.“ Sagt sie und lächelt wieder.

Michael Eckardt



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