Regen-Lotterie ohne Sieger

Ich regel’ das alleine: Stefano Lombardo (M.) setzt sich gleich mit zwei Haspern auseinander.
Ich regel’ das alleine: Stefano Lombardo (M.) setzt sich gleich mit zwei Haspern auseinander.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Kalter Wind, unaufhörlich prasselnder Regen und der tiefe Rasen machten das Spiel zweier limitierter, verunsicherter Mannschaften phasenweise zu einer wahren Lotterie, in der es am Ende keinen Sieger gab.

VfB Günnigfeld -
Hasper SV 1:1 (0:1)

VfB: Kuhn - Przybyla, Homberger, Bazylin, Wrede - Pache, Wolf - Gruner, Wolf - Reiser (46. Lux), Kaczmarek - Lombardo (52. Striewe), Fahr

Tore: 0:1 Rüster (26.), 1:1 Striewe (64.)

„Rein da“, rief der Günnigfelder Trainer Thomas Baron seinem Stürmer Nicolai Striewe bei dessen Einwechslung zu und ruderte mit den Armen wild in Richtung des gegnerischen Strafraums: „Rein da mit der Birne.“ Na ja, „die Birne“ von Striewe hat’s am Ende zwar nicht gerichtet, aber immerhin der Fuß. Marvin Fahr hatte einen hohen Ball im Mittelkreis per Kopf verlängert, die Gäste standen hoch – und Striewe sprintete, gemeinsam mit Haspes Alexander Rüster, hinterher. Ganz sicher war das kein Laufduell der Sprintstärksten, doch Striewe nutzte die schlechte Absprache zwischen Rüster und dem Torwart geistesgegenwärtig aus, bekam am Strafraum den Ball an den Fuß, warf sich rein. 1:1, es war gleichzeitig der Endstand – und diese kuriose Torentstehung passte irgendwie zu diesem Spiel und den Bedingungen, unter denen es stattfand.

Kalter Wind, unaufhörlich prasselnder Regen und der tiefe Rasen machten das Spiel zweier limitierter, verunsicherter Mannschaften phasenweise zu einer wahren Lotterie, in der es am Ende keinen Sieger gab. Das Remis gegen den Vorletzten bringt dem VfB Günnigfeld zwar einen Punkt, aber keinesfalls auch nur einen Hauch von Entspannung im Abstiegskampf. Weiterhin beträgt der Vorsprung auf die Abstiegszone nur einen Punkt.

„Lauf, Kampf, Einsatz - das war alles okay. Aber wir waren zu unclever“, legte Thomas Baron den Finger in die Wunde. Günnigfeld wählte vor allem in der Schlussphase stets das falsche Mittel im Angriff. Die Gäste, die zurecht dort stehen, wo sie stehen, waren – wie auch sonst bei den widrigen äußeren Verhältnissen? – per Standard in Führung (27.) gegangen. Bitter, weil der VfB bis dahin gut ins Spiel gefunden hatte. „Aber den Ball“, ärgerte sich Baron, „den kann der wie an der Bushaltestelle einköpfen. Da war keine Zuteilung.“

Mehr als ein paar – mehr oder weniger gefährliche – Schüsse aus der Distanz kamen in den ersten 60 Minuten auf beiden Seiten nicht herum. Danach übernahm Günnigfeld, das die größeren Kraftreserven zu haben schien, zusehends das Ruder. Und nach Striewes Ausgleich waren die Gastgeber ähnlich dominant wie in der ersten halben Stunde. Doch mehr als drei vernünftige Pässe am Stück bekam Günnigfeld auch in seinen besten Phasen kaum an den Mann. Deshalb ebbte auch diese Angriffswelle irgendwann ab und Günnigfeld besann sich verhängnisvolle Weise darauf, kompliziert statt einfach zu spielen. „Da fehlte die Durchschlagskraft“, ärgerte sich Baron: „Man sagt ja: Lieber ein Punkt als kein Punkt. Aber so was kann auch böse enden.“