„Nicht in der Krise, sondern im Abstiegskampf“

Hütet das Tor natürlich auch in Hennef: 09-Keeper Tim Boss.
Hütet das Tor natürlich auch in Hennef: 09-Keeper Tim Boss.
Foto: FUNKE Foto Services

„Eine Pflicht“ sei es für seine Spieler gewesen, am Mittwoch zur Jahreshauptversammlung der SG Wattenscheid 09 zu gehen, gab Trainer Farat Toku zu Protokoll, und das ist ja auch in Ordnung so. Doch manchmal können Pflichten auch unangenehm werden, zum Beispiel, wenn man offen und lauthals von einem Aufsichtsratskandidaten – in diesem Fall war es Christian Ruthmann – angefeindet wird. Angesichts solcher Gemengelagen, angesichts der weiterhin anhaltenden Zerrissenheit in zwei Lager kann man durchaus verstehen, dass die Mannschaft zuletzt mit den Gedanken woanders war als auf dem Platz. Doch es hilft ja alles nichts: Beim bereits so gut wie abgestiegenen FC Hennef 05 (So., 14 Uhr) ist ein Sieg für die SG Wattenscheid 09 absolute Pflicht.

Wenngleich Farat Toku das so nicht sagen und den Druck auf seine in puncto öffentlicher Kritik offensichtlich zart besaitete Mannschaft klein halten möchte. Nach dem desaströsen und „in aller Deutlichkeit analysierten“ 0:4 gegen Uerdingen vor genau einer Woche hatte Toku auf der anschließenden Pressekonferenz ja mit „Konsequenzen gedroht“, und die – dabei blieb Toku – werde man am morgigen Sonntag auch auf dem Spielberichtsbogen erkennen können. Ansonsten versucht Toku aber demonstrativ, die Ruhe zu bewahren. Obwohl er und sein Team ja den Atem der Schalker U 23 (nur einen Punkt hinter Wattenscheid) im Nacken spüren. „Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Ein Sieg ist sowieso in jedem Spiel Pflicht. Deshalb wollen wir erst einmal so auftreten, dass jeder an das Maximum geht“, so Toku: „Wir sind auch nicht in der Krise. Wir sind im Abstiegskampf. Und das habe ich von Anfang an gesagt.“

Nach abgesessener Gelb-Rot-Sperre aus dem Derby gegen die Bochumer U 23 ist Burak Kaplan gegen Hennef wieder dabei, auch Linksverteidiger Koray Kacinoglu dürfte in die Startelf rücken. Die Gastgeber aus dem Bonner Raum hatten zuletzt – je klarer sich der Abstieg abzeichnete – immer befreiter aufgespielt. Deshalb ist die Ausgangsposition mit Vorsicht zu genießen, sagt Toku: „Ich habe auf die Gefahren hingewiesen.“