Neuer Jugendstil
13.08.2008 | 21:55 Uhr 2008-08-13T21:55:31+0200Gerade einmal fünf Spieler aus dem Kader Vorwärts Kornharpens sind älter als 23.Unerfahrenheit soll durch Ehrgeiz und Wille ausgeglichen werden. Saisonziel ist ein einstelliger Tabellenplatz
FUSSBALL WESTFALENLIGABeim Verbandsligisten Vorwärts Kornharpen blickt man dem Saisonstart mit gemischten Gefühlen entgegen. Sportlich sei man zwar auf einem "guten Weg", das betonen Trainer Hans Bruch und Manager Jörg Versen unisono, eine gewisse Ungewissheit, wie es denn nun um das Leistungsvermögen des umgekrempelten Kaders bestellt ist, vermögen beide aber nicht zu verbergen.
Klar ist, dass der Kader in der Breite deutlich besser bestückt ist als im Vorjahr. Damals standen in der Endphase teilweise noch gerade einmal elf Akteure zur Verfügung, heute verfügen die Kornharpener über ein 22-Mann-starkes Aufgebot. Die letzten Zweifel, ob die abgewanderten Stammspieler adäquat ersetzt wurden, konnten die Testspiele aber nicht beseitigen. Zu schwankend waren die Leistungen, schwache Spiele wie die peinliche 0:4-Niederlage in Weitmar, das 1:3 gegen Werne und das 2:5 bei Watenscheid 08 wechselten sich ab mit starken Auftritten wie beim 5:4 gegen Heven oder beim 1:0 gegen Schonnebeck, was Hans Bruch nicht zu Unrecht auf die "große Anzahl unerfahrener Spieler" schiebt, die der Klub verpflichtete.
Insgesamt hat ein neuer Jugendstil an der Burkuhle Einzug gehalten. Von den 15 Neuen kommen sieben direkt aus den Jugendabteilungen der Umgebung, im gesamten Kader finden sich nur fünf Spieler, die älter als 23 Jahre sind.
Wie sich die Kornharpener mit ihrem jungen Kader in der neuen Westfalen-Liga schlagen werden, dürfte nicht unwesentlich von den ersten Spieltagen abhängen. "Wenn wir gut in die Saison starten, könnte eine Euphorie entstehen und dann wäre für uns ein guter einstelliger Tabellenplatz drin", glaubt Jörg Versen, der aber auch weiß: "Sollten die Partien in Olpe und Siegen danebengehen, wird schnell wieder das große Zittern losgehen."
Ein weiteres Risiko besteht zudem in dem großen Kader. Lediglich 18 Spieler können für jede Partie nominiert werden, vier pro Match bleiben - sofern die Kornharpener von Verletzungsproblemen verschont bleiben - außen vor, was ein gewisses Konfliktpotenzial birgt und eine völlig neue Siatuation für die Kornharpener ist, bei denen, etwas überspitzt formuliert, in der Rückrunde eigentlich jeder spielte, der nicht gerade mit gebrochenen Knochen im Krankenhaus lag.
Wo also führt der Weg im kommenden Jahr hin? Hans Bruch glaubt wie Versen an einen einstelligen Tabellenplatz und sagt: " Wir wollen mit dem Abstiefgskampf so schnell wie möglich nichts mehr zu tun haben." Sollte es aber doch so kommen, müssen sich die Kornharpener gegen Ende der Saison auf eine heikle Situation einstellen. Denn der Spielplan sieht in den letzten fünf Wochen gleich vier Auswärtsspiele vor, von den letzten sieben Partien werden die Rot-Weißen nur zwei an der heimischen Burkuhle bestreiten. Nicht nur für Versen ein Riesenärgernis, der sagt: "Das fällt für mich in die Kategorie: so noch nicht gesehen. Für mich grenzt das fast schon an Wettbewerbsverzerrung."
Bleibt zu hoffen, das dies den Kornharpenern nicht zum Verhängnis wird.
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