Moguenara und Lohse knacken die WM-Norm
14.02.2010 | 21:33 Uhr 2010-02-14T21:33:00+0100
Weitspringerin Sosthene Moguenara und 1500m-Läufer Christoph Lohse haben beim Leichtathletik-Hallenmeeting in Leipzig die WM-Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für die Hallen-WM Mitte März in Doha (Katar) geknackt.
„Ich kann es selbst noch gar nicht so richtig fassen”, sagte Sosthene Moguenara überglücklich.
Sprinterin Yasmin Kwadwo unterbot zudem in persönlicher Bestzeit die internationale Norm für die WM über 60 m. Die Anforderungen des DLV allerdings sind höher.
Die Weitspringerinnen lieferten sich in der Messestadt vor 3113 Zuschauern in der ausverkauften Arena einen packenden Wettkampf auf hohem Niveau, der erst im letzten Durchlauf entschieden wurde. Moguenara steigerte ihre persönliche Bestleistung dabei zweimal. Sie setzte bereits mit ihrem ersten Sprung über 6,63m ein Zeichen und unterbot die WM-Norm.
In ihrem vierten Versuch übersprang sie mit 6,69 m die Norm noch einmal. Ihre Bestmarke aus der Vorwoche steigerte die 20-Jährige um stolze 24 Zentimeter und musste sich erst mit dem letzten Sprung der Russin Darya Klishina über 6,74m geschlagen geben. Die deutschen Konkurrentinnen Melanie Bauschke (Berlin, 6,67 m) Sophie Krauel (TuS Jena; 6,62 m) und Bianca Kappler (LC Rehlingen; 6,61 m) hatten zwar das Nachsehen, auch sie erfüllten aber die WM-Norm des DLV von 6,60 m. Das Rennen, wer die zwei deutschen Startplätze in Doha erhält, bleibt also spannend, denn erst nach der DM in Karlsruhe in zwei Wochen wird der DLV eine Entscheidung fällen.
Momentan spricht alles für Moguenara, die nun auch die Hallen-Bestenliste 2010 des DLV anführt. „Sosthene hat die WM-Norm gleich zweimal geknackt, das hat mit Ausnahme der Russin keiner in diesem Wettkampf geschafft”, lobte ihr Trainer Slawo Filipowski.
Das zweite WM-Ticket der Wattenscheider löste über 1500 m Christoph Lohse. Der Schützling von Tono Kirschbaum lief als bester Deutscher hinter dem Marokkaner Abdelaati Iguider (3:34,68min) und dem Kenianer Nixon Chepseba (3:35,82min) in 3:40,48 Minuten auf Platz drei. Lohse steigerte seine diesjährige Hallenbestzeit um fast drei Sekunden und führt nun die Hallen-Bestenliste des DLV sowohl über 3000 m als auch über 1500 m an. „Ich bin das Rennen zunächst defensiv angegangen und wäre fast gestürzt”, erklärte Lohse. „Der zweite Teil lief dann hervorragend.” Ob er in Doha startet, hängt nun vor allem vom Examenstermin des Studenten ab.
Einen weiteren Schritt nach vorne machte die erst 19-jährige Wattenscheiderin Yasmin Kwadwo, momentan die schnellste Frau Deutschlands über 60 m. Sie belegte im Finale mit 7,33 Sekunden Platz vier in dem ausgezeichnet besetzten Feld, die Bulgarin Ivet Lalova siegte in 7,24 Sekunden. Die Junioren-Europameisterin 2009 lief nicht nur persönliche Bestzeit, sie erfüllte auch die internationale Normzeit für die Hallen-WM von 7:37 Sekunden. Der DLV allerdings fordert 7:24 Sekunden.
„Besser hätte es für Yasmin im Moment kaum laufen können. Sie war kurz vorher verletzt. Man sah klar, dass da noch Luft nach oben ist”, ist Trainer Slawo Filipowski optimistisch, dass sich Kwadwo bei der DM weiter steigern wird. Katja Tengel belegte indes in enttäuschenden 7:49 Sekunden nur Platz elf.
Bei den Männern erreichten über 60 m Alexander Kosenkow (6,81 s.) Platz 12 und Jan-Christopher Schulte (6,94) Platz 15. Zeiten, mit denen die WM in weite Ferne rückt. Nah' dran an der WM-Norm (6,64) war der Ex-Wattenscheider Julian Reus (Erfurt) als Fünfter in 6,66 Sekunden.
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