Marius Probst stimmt sich auf die EM ein

Die erste Medaille für den TV Wattenscheid 01 bei den Deutschen Meisterschaften der U23 in Wetzlar holte Sprinter Maximilian Ruth am Samstag über 100m. Im Finale lief er 10,51 Sekunden, das reichte zu Bronze. Im Zwischenlauf war er mit 10,47 Sekunden noch ein bisschen näher an die U23-EM-Norm des DLV von 10,42 Sekunden herangesprintet, die er eigentlich knacken wollte.

„Es war unglücklich. Im Halbfinale habe ich mich wirklich gut gefühlt; aber im Endlauf ist man dann doch nicht so locker. Aber der dritte Platz ist auch ein Erfolg.“ Carlo Weckelmann schaffte es in den Zwischenlauf (10,88 sec).

Bronze gewann am ersten Tag der DM auch Langstreckenläufer Fabian Gering über 5.000 Meter. Mit 14:33,50 Minuten schrammte er allerdings an der U20-Europameisterschafts-Norm von 14:22,50 Minuten vorbei. Kein allzu großes Drama – die 10.000-Meter-Norm für Eskilstuna (Schweden) hat Gering ja in der Tasche. „Mit dem dritten Platz bin ich auf jeden Fall zufrieden“, meinte Gering, „es war das Bestmögliche, das rauszuholen war. Platz eins war auf jeden Fall weg.“ Nun gilt die volle Konzentration der Vorbereitung auf die EM.

Laura Jokeit belegte im Diskuswerfen Rang fünf. Die Scheibe landete nach 46,53 Metern – neue persönliche Bestleistung. Ronja Frei wurde Zehnte im Weitsprung (5,37m).

Marius Probst und Julius Lawnik sind gute Freunde. Der eine wusste also, was der Plan des Kontrahenten ist. Die taktischen Verhältnisse zwischen den beiden Athleten waren also klar, die Tagesform musste über den Sieg im 1500-Meter-Rennen entscheiden. Schließlich hatte der Wattenscheider Probst den längeren Atem, denn auf den letzten 100 Metern setzte er zum fulminanten Schlussspurt an und sprintete an seinem Freund aus Magdeburg vorbei.

In 3:48,48 Minuten hatte der Titelverteidiger knapp eine Sekunde Vorsprung auf Julius Lawnik (3:49,35 min). Für Probst ist dies nach eigenen Angaben ein krönender Abschluss der nationalen Saison, die ohne Pleiten und Verletzungen verlaufen sei. „Jetzt bereite ich mich auf die U23-EM vor, bei der ich ins Finale möchte“, sagte er.

Auch der Deutsche U20-Hallenmeister Kai Köllmann (TV Wattenscheid; 21,25 sec), der in Wetzlar über 200 Meter mit einer Steigerung zu Silber sprintete, will sich einer Zeit unter 21 Sekunden nähern, wie der Sieger Raphael Müller aus Stuttgart, für den 21,10 Sekunden gestoppt wurden. Dritter wurde der Leverkusener Nico Menzel in 21,41 Sekunden. Titelverteidiger Patrick Domogala (MTG Mannheim) war nach seinem Sieg über 100 Meter nicht angetreten.

Geht es um Staffelentscheidungen, ist der TV Wattenscheid 01 immer ein heißer Kandidat. Zumal sich der Kreis der Konkurrenten in diesem Jahr ausgesprochen überschaubar hielt. Insgesamt waren nur sechs Staffeln am Start, Eintracht Frankfurt verlor beim letzten Wechsel das Holz, die jahresschnellsten U23er aus Sindelfingen waren nicht am Start – klar, dass die Wattenscheider in der Favoritenrolle waren.

Philipp Trutenat, Kai Köllmann, Maximilian Ruth und Peter Adjayi dominierten und blieben als einzige Staffel unter 41 Sekunden. Zwar kamen der TSV Bayer 04 Leverkusen (41,15 sec) und das LT DSHS Köln (41,23 sec) nochmal auf, aber nach 40,98 Sekunden brachte Peter Adjayi das Holz sicher ins Ziel. Der Schlussläufer und der 100-Meter-Dritte des Vortages, Maximilian Ruth, gehörten bereits vergangenes Jahr zur damals wesentlich schnelleren Siegerstaffel (40,26 sec).

Übr die weiteren Ergebnisse von Wetzlar aus Bochumer Sicht berichten wir in der morgigen Ausgabe.