Marcel Ochs ist der Mann der starken Angaben

„Spaß“, wiederholt Marcel Ochs immer wieder, „den möchte ich beim Volleyball haben“. Wenn man sich die Karriere des Diagonalangreifers von Telstar Bochum anschaut, versteht man diesen einfachen Wunsch.

Schon mit 20 Jahren fungierte er als Spielertrainer bei den nun aufgelösten Ruhrvolleys Stockum in der Landesliga. „Im Nachhinein war es ein Fehler von mir, als einer der Jüngsten in der Mannschaft, mich höher zu stellen als andere Mitspieler“, gesteht der 23-Jährige heute ein. Bis zu einer umstrittenen Roten Karte, die der Hauptgrund für den Abstieg gewesen sei, meinte Ochs später, lief es eigentlich rund bei den Ruhrvolleys. Doch durch seine Sechs-Spiele-Sperre wegen „Schiedsrichterbeleidigung“ war seine Vorbildfunktion für die Mannschaft dahin. Das Team wendete sich von ihm ab, und der Wittener verließ den Verein zum Saisonende.

Die Lust am Volleyball hat er dadurch zwar nicht verloren, dafür steht bei dem Vermögensberater seitdem jedoch nicht mehr der Leistungsgedanke im Vordergrund. Das war auch einer der Gründe, warum Ochs das Angebot des Regionalligisten Rote Erde Schwelm ablehnte und sich für einen Wechsel zum damaligen Oberligisten Telstar entschied. „Mich hat die Art der Leute im Team einfach überzeugt, wir sind seitdem mehr als Mitspieler füreinander“, erzählt Ochs, der nun seit drei Jahren mit seinen starken Angaben so manchen gegnerischen Trainer vor Probleme stellt. „Deswegen stehe ich auch auf dem Feld“, sagt der Bochumer. „Meine Aufgabe ist es auch, die Leute in gewisser Weise zu unterhalten.“

Sprung auf den Relegationsplatz

Man sieht ihm den Spaß sichtlich an, und dieser spiegelt sich auch in dieser Saison wider. Das Team spielt ja ohne Trainer - dieser Job kommt für Ochs auch nicht mehr in Frage, er hält sich dazu bei der Aufstellung auch völlig raus - steht in der Verbandsliga nach dem 3:1 gegen Horst auf dem zweiten Platz.

„Gegen die Aufstiegsrelegation hätte ich nichts einzuwenden“, sagt Ochs - und betont dabei aber, dass in der Oberliga „der Spaß nie verloren gehen darf“.