Viel Lob von Münsters Trainer Loose für Lindens Leistung

Viel Lob und auch Unterstützung von den Rängen gab es für den  CSV SF Linden.
Viel Lob und auch Unterstützung von den Rängen gab es für den CSV SF Linden.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services
Fußball-Landesligist CSV SF Linden erhielt nach dem knappen 1:3 gegen Preußen Münster viel Lob für seine Leistung. Auch Organisation und Stimmung waren richtig gut.

Es war vermutlich die erste Pressekonferenz nach einem Fußballspiel, die Torsten Berger in seinem Leben leitete am Dienstagabend, aber der zweite Vorsitzende und frühere Sportliche Leiter des CSV SF Linden fand mit jeder Minute mehr Gefallen daran. „Keine Fragen der Pressevertreter mehr? Dann stell‘ ich jetzt noch ein paar an den Herrn Loose“, begann Berger seine ganz persönliche Fragestunde an den Trainer des Drittligisten Preußen Münster. Loose war tatsächlich auch gut aufgelegt und nahm sich vier, fünf Minuten Zeit, plauschte in gemütlicher Runde im Wattenscheider Lohrheidestübchen.

Vielleicht hatte er nach dem glücklichen 3:1-Sieg im Westfalenpokal-Achtelfinale bei über sich hinaus gewachsenen Lindenern ja sogar ein Stück weit ein schlechtes Gewissen. „Dieses Spiel hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, einen Gegner vorher mal gesehen zu haben. Bei Linden hatten wir nicht die Möglichkeit dazu. Wir haben hier nicht viel hingekriegt. Und das, das muss man so klar sagen, lag auch am Gegner“, meinte der ehemalige BVB-Profi zum taktisch klugen und kämpferisch tollen Auftritt des Underdogs aus der Landesliga - der siebten Liga also, wenn man so will. Loose hatte ja früher schon als Spieler „einige Kämpfe im Lohrheidestadion“ ausgetragen.

Damals natürlich mit mehr Zuschauern als den rund 700 gegen Linden, davon nur 150 aus Münster. Dennoch sprach CSV-Trainer Frank Benatelli von „Bundesliga-Atmosphäre. Wie es da teilweise ‚CSV, ‚CSV‘ auf der Tribüne geschallt hat, war schon Wahnsinn“, sagte der Coach, der richtig dankbar wirkte ob dieser ganz besonderen, ganz eigenen Heimspiel-Atmosphäre. „Es war die richtige Entscheidung, dieses Spiel hier in Bochum beziehungsweise Wattenscheid auszutragen und das Heimrecht wahrzunehmen. Das haben die Jungs sich einfach verdient. Und zwar unabhängig davon, ob wir in Münster vielleicht ein paar Euro mehr eingenommen hätten oder nicht.“

In der Tat hatten die Lindener das für die kleinen Vereinsverhältnisse riesige Event im auswärtigen Stadion, abgesehen von ein paar verschmerzbaren Dingen, hervorragend organisiert. Die rund 550 Lindener Fans entfachten eine erstklassige Stimmung unter dem Dach der neuen Tribüne. „Und das hat man auch auf dem Platz gehört. Als wir das 1:0 geschossen haben und die Leute getobt haben, das war echt der Wahnsinn. Da wurde mein Herz wirklich riesig“, strahlte CSV-Kapitän Radule Lekic nach dem Abpfiff: „Da schaltest du es auch komplett aus, dass du schwere Beine bekommst.“

Einladung für Torsten Berger

Teilweise war wegen dieses aufopferungsvollen Kampfes sogar kaum ein Klassenunterschied zwischen den Kontrahenten sichtbar, mit etwas mehr Glück und Geschick hätte Linden die Preußen vielleicht sogar gänzlich ins Verderben schicken können. „So freue ich mich natürlich, dass das Bier jetzt etwas früher kommt“, kommentierte Ralf Loose die Tatsache, dass sein Team sich noch mit Ach und Krach um die Verlängerung drücken konnte.

Und als die Flutlichtklatschen im Lohrheidestadion gerade erloschen waren, sagte er noch zu Torsten Berger: „Wenn wir im DFB-Pokal gegen Dortmund spielen, dann lad‘ ich Sie ein…“

1600 Euro für das Matthias-Claudius-Sozialwerk

Es gab auch einen „sozialen Erfolg“ zu feiern am Dienstagabend. Viermal 15 Minuten blieb Linden jeweils ohne Gegentor - in jedem der Intervalle kamen 400 Euro Spenden zusammen. 1600 Euro kommen dem „Matthias-Claudius-Sozialwerk“ zugute.

Linden hat nun noch fast einen Monat Vorbereitung bis zum Ligastart.