„Löwen“ sind vor Angst handzahm

Es klang irgendwie trotzig. „Die Mannschaft lebt“, sagte Vitus Eicher, das Münchener Torwarttalent. Zuvor hatten die extrem handzahmen „Löwen“ beim 0:2 in Braunschweig dem Gegner die Punkte sozusagen überlassen, nahezu kampflos. Der Kommentar von Trainer Torsten Fröhling, der in dieser Saison bereits der dritte Übungsleiter beim TSV ist, ließ tief blicken. „Das war kein Männerfußball vor der Pause. Ich bin enttäuscht, dass es so wenig Gegenwehr gab.“

Beim TSV 1860 München geht die Angst vor dem Absturz um, vor dem Absturz in die Dritte Liga. Ein Punkt nur trennt den Klub, der über die Jahre hinweg mindestens so viele Talente bis hin zur Erstligatauglichkeit entwickelt hat wie der große, rote Nachbar, vom Relegationsplatz. Nur zwei Siege gelangen in den letzten 14 Spielen. Da klingt das Bekenntnis von Gary Kagelmacher wie das Pfeifen im Walde: „Wir glauben an uns.“

Was umso schwieriger ist, weil Rubin Okotie, die stürmende Lebensversicherung der Münchener, zwar trainieren, aber vermutlich immer noch nicht spielen darf. Man hatte bei den „Löwen“ gehofft, Okotie, der beim 3:0-Erfolg im Hinspiel zweimal getroffen hatte, am Sonntag gegen den VfL Bochum wieder auf dem Platz zu sehen, aber momentan sieht es nicht danach aus. Und mit dem Ungarn Krisztian Simon (Teilabriss am Innenband) fällt nun ein weiterer Offensiv-Spieler aus.

Dass die Münchener in diese missliche Lage geraten konnten, hat mit dem Substanzverlust im vergangenen Sommer zu tun. Unter anderem Bierofka, Lauth, Aygün, Kiraly und Osako verließen den Klub oder beendeten ihre Karriere. Nun fehlt es besonders an Routine und Erfahrung.