Kosenkow ist alles, aber kein Spaziergänger
11.08.2009 | 20:21 Uhr 2009-08-11T20:21:00+0200
Auf den Sprinter könnten einige Arbeitstage in Berlin zukommen. Er ist für die 200 Meter und für die Staffel nominiert.
Alexander Kosenkow ist wohl in Berlin (15. bis 23. August) der Wattenscheider Athlet, der die meisten Arbeitstage in der WM-Woche vor sich haben könnte. Vier dürften es schon werden. Auch wenn sein Einsatz disziplinbedingt jedes Mal wieder ganz schnell vorbei sein wird. Möglichst schnell, um genau zu sein. Bei ihm zählt jede Hundertstel. Der 32-jährige Sprinter ist für die 200 Meter nominiert und auch für die 4x100-Meter-Staffel.
Wie gut er in diesen Wochen zu Fuß unterwegs ist, hat Kosenkow eigentlich die komplette Freiluftsaison über immer wieder unter Beweis gestellt. Schon zum Saisoneinstand im Mai in Weinheim kam der 200-Meter-Mann mit 20,77 sec bedrohlich nah an die WM-A-Norm heran, die bei 20,59 sec lag. Spazierengehen sieht anders aus.
Eine Tendenz, die sich Monat für Monat fortgesetzt hat. Zur Krönung holte sich Alexander Kosenkow bei den Deutschen Meisterschaften in Ulm Anfang Juli gleich drei Medaillen ab: Bronze über 100 Meter, Silber über 200 Meter, wo er in 20,43 sec die WM-Norm auch deutlich unterbieten konnte, und dazu Silber mit der Wattenscheider 4x100-Meter-Staffel.
Die Staffel ist ohnehin sein Ding. Hier war er schon früh für die WM gesetzt, traditionell für die dritte Position, also für die Kurve. „Wenn wir in Berlin die europäischen Staffeln in Schach halten können, dann ist das schon ganz viel Wert”, sagt Alexander Kosenkow und denkt natürlich an die scheinbar übermächtigen Sprint-Mächte USA oder Jamaika. 38,40 sec – so schnell war die deutsche Staffel mit Kosenkow bei der Gala in der Lohrheide vor zehn Tagen unterwegs. „Zwei bis drei Zehntel schneller sind für Berlin drin”, sagt der Wattenscheider. Die Bestzeit der US-Staffel liegt in diesem Jahr bei 37,92 sec.
Spätestens bei der Gala wurde auch klar, dass an einem 200-Meter-Einzelstart von Kosenkow bei der WM ebenfalls kein Weg vorbeiführen wird. Die Bestätigung in Form der Norm folgte prompt. „Bei mir ist alles auf Berlin ausgerichtet”, sagt Kosenkow. Und das Beste: Er ist sogar verletzungsfrei.
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