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Klassenerhalt für Werne: Toku spricht von „Sensation“

17.06.2012 | 19:04 Uhr
Klassenerhalt für Werne: Toku spricht von „Sensation“
Hat es geschafft: Spielertrainer Farat Toku (re.).

In Werne hatte Toku als Spieler angefangen, in Werne hat er als Trainer angefangen - und nun wird er den Klub verlassen. Die Umstände, unter denen Toku und seine Mannschaft den Klassenerhalt realisierten, rechtfertigen folgenden Satz. „Dass wir das geschafft haben“, meinte der 33-Jährige, „ist eine Sensation“.

WSV Bochum 06 -
SV Zweckel1:0 (1:0)

WSV: B. Bittorf; Hayford, Sisman, Semmo, Gündogan, Wächter (90. Weidner), Toku, Heuer Fernandes (87. Kizilboga), Brzezinski, Manske (81. Zastepinski), D. Bittorf

Tor: 1:0 Brzezinski (10.)

Es waren rührende Szenen, die sich nach dem 1:0 (1:0)-Erfolg des Werner SV gegen den bereits aufgestiegenen SV Zweckel abspielten an der Heinrich-Gustav-Straße. Denn dieser Sieg bedeutete den Klassenerhalt. Einige Alt-Werner gingen zu Spielertrainer Farat Toku, nahmen ihn in den Arm und dankten ihm von ganzem Herzen. In Werne hatte Toku als Spieler angefangen, in Werne hat er als Trainer angefangen - und nun wird er den Klub verlassen. Die Umstände, unter denen Toku und seine Mannschaft den Klassenerhalt realisierten, rechtfertigen folgenden Satz. „Dass wir das geschafft haben“, meinte der 33-Jährige, „ist eine Sensation“.

Denn der Kader war, speziell in der Rückrunde, extrem dünn, umfasste 14 Spieler. An geregeltes Training war kaum zu denken - über Monate hinweg, seit dem Ende der Winterpause. Dennoch war der WSV „in den wichtigen Spielen da“, wie Toku erkannte: Und deswegen muss man nicht, wie die Lokalrivalen Weitmar 45 und SW Eppendorf, den Gang in die Bezirksliga antreten.

Die WSV-Kicker erfüllten ein letztes Mal die Vorgabe ihres scheidenden Trainers und Spielgestalters (wohin es Toku zieht, ist noch offen): Sie schossen erneut ein frühes Tor. Nach zehn Minuten war es Martin Brzezinski, der gegen die Gladbecker Gäste nach Toku-Pass sicher vollendete. Fortan entwickelte sich ein langweiliges Spiel, das sich nicht auf Landesliga-Niveau befand. Zweckel hatte ausschließlich mit unproduktiven langen Bällen agiert - und die Rot-Weißen schindeten viel Zeit.

Dennoch konnte sich Werne nie sicher sein, kein Tor zu kassieren, weil Zweckel dank der besseren Individualisten immer gefährlich blieb. Brzezinski hätte 30 Sekunden nach Wiederanpfiff der zweiten Halbzeit alles klar machen können, scheiterte aber am Pfosten. Weitere Großchancen gab es nicht. Über die Attraktivität der Partie ist also alles gesagt. Aber das war am Ende nebensächlich.

Heftige Pleite zum Abschluss

SC Weitmar 45 -
TuS Stockum2:7 (1:3)

SCW: Lerch; Moder, Brüning, Hasecke, Duksa, Cirkel (46. Sterkau), Lohmann, Mustafi (63. Trottenberg), Jansen, Vitt (52. Michael), Berg

Tore: 0:1 (11.), 0:2 (20.), 0:3 (30.), 1:3 Brüning (32.), 1:4 (52., Eigentor Brüning), 1:5 (58.), 1:6 (60.), 1:7 (85.), 2:7 Trottenberg (89.)

Zum Abschluss gab’s für den Landesligisten SC Weitmar 45 noch mal eine ganz böse Niederlage: Gegen den Angstgegner TuS Stockum, der als Tabellenvierter die Aufstiegsrelegation zur Westfalenliga spielen wird, kassierten die Rot-Weißen ein krachendes 2:7 (1:3) Weitmar indes steigt als Vorletzter in die Bezirksliga ab. „Wir sind nicht Landesliga-tauglich“, befand Interimstrainer und Manager Jörg Berg, den Dirk Wischnewski zur neuen Saison an der Seitenlinie beerben wird. „Es war schwer, die Jungs noch mal zu motivieren, wenn du weißt: Du bist eh’ so gut wie abgestiegen“, meinte Berg. Dementsprechend resultierten die Gegentore aus „katastrophalen Fehlern“ - und so „hatten wir zu keiner Zeit die Chance, das Spiel zu drehen“.

Eppendorf ist abgestiegen

SV Höntrop -
SW Eppendorf4:1 (2:0)

SVH: Lorek; Wolters, Sadin (63. Zander), Ayata, Aschemann, Baron (84. Groten), Sommer, Heuser, Strehlau, Röslert, Hülsebusch (48. Balsmeier)

SWE: Kuhn; Verres, Lapka, Merder (62. Seniecel), Tasbas, Sickel, Ugur (62. Lahchaychi), Maxellon, Ala (46. Majid), Drzymalla, Fahr

Tore: 1:0, 2:0 Hülsebusch (35., 42.), 2:1 Maxellon (64.), 3:1 Balsmeier (71.), 4:1 Röslert (72.)

Frank Kirchner, scheidender Trainer des Landesliga-Absteigers SW Eppendorf, sah bei der 1:4 (0:2)-Derbyniederlage seiner Mannschaft in Höntrop ein „Spiegelbild der Saison“. Soll heißen: Die Schwarz-Weißen hatten mal wieder gut mitgehalten, gerieten aber durch absolut vermeidbare Fehler ins Hintertreffen.

„Die kamen wirklich mit dem Willen, hier noch etwas zu bewegen, Punkte zu holen“, bestätigte auch SVH-Co-Trainer Marcus Ribbert die Eppendorfer Überlegenheit. Nach dem Doppelschlag von Tim Hülsebusch (35., 42.) allerdings war die Moral der Eppendorfer gebrochen. „Wir haben eben zielstrebiger gespielt“, so Ribbert.

In der 64. Minute gelang noch der 1:2-Anschluss durch Markus Maxellon - doch wegen der anschließenden Roten Karte gegen Dennis Sickel (70.) ging gar nichts mehr. Kirchner: „Das war ein schwerer Tag für mich. Schade, dass wir uns so aus der Liga verabschiedet haben.“

Genießen, abschalten, von Null anfangen

SV Sodingen -
SW Wattenscheid 080:5 (0:2)

SW: Möller; Kaiser, Helfer, Stiller (53. R. Löhr), Kann, Beyer (53. Reiser), Buckmaier, El-Lahib, Grams, Kokoschka (60. Giertulla), Kuntz

Tore: 0:1, 0:2 Kokoschka (21./FE, 43.), 0:3 Kuntz (57.), 0:4 Buckmaier (65.), 0:5 R. Löhr (77.)

„Die Jungs hatten einfach noch mal richtig Bock, Fußball zu spielen.“ So lautete die simple Erklärung von Bayram Kollu, Trainer des Westfalenliga-Aufsteigers SW Wattenscheid 08, für den 5:0 (2:0)-Sieg gegen den SV Sodingen.

„Ich bin total zufrieden. Dass die Mannschaft sich auch im letzten Spiel bei diesem Wetter noch einen Schub geben kann, ist super“, lobte Kollu. Top-Torjäger Kamil Kokoschka brachte die Schwarz-Weißen, bei denen wieder einige Reservisten von Beginn an spielten, mit seinen zwei Toren in der 21. und 43. Minute auf die Siegerstraße. Die weiteren Treffer erzielten der starke Charly Kuntz (57.), Nico Buckmaier (65.) und Rene Löhr (77.).

Für die kommenden Wochen hat Kollu eine klare Marschroute ausgegeben: „Genießen, abschalten, von Null anfangen.“

Felix Groß



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