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Keine Aufstiegsgarantie

13.07.2012 | 17:45 Uhr
Keine Aufstiegsgarantie
Die jungen Zugänge will Coach Kai Friedrich fördern und einbauen. Die „Etablierten“ sollen etwas mehr Feuer kriegen, damit es mit dem Ziel ‘Zweite Bundesliga’ in dieser Spielzeit klappen kann.

Sein verjüngtes Team sei vielleicht nicht stärker, jedoch hungriger, sagt VfL AstroStar-Coach Kai Friedrich im Interview. Dabei müssen sich die mit vier neuen Leuten umbesetzten Bochumer allerdings schnell finden; denn das Auftaktprogramm hat es schon mal in sich.

Vier neue Gesichter sind dabei – im Kader der VfL AstroStar-Basketballer, die jüngst die Vorbereitung auf die Mitte September startende Spielzeit aufgenommen haben. Mit Trainer Kai Friedrich sprach WAZ-Mitarbeiter Christian Meister über die Teamverjüngung, neue taktische Ausrichtung und den gegebenen Druck, diesmal den Aufstieg zu realisieren.

Zehn Spieler umfasst nun Ihre Mannschaft. Sind die Kaderplanungen damit bereits abgeschlossen?

Kai Friedrich: Wir haben nun jede Position doppelt besetzt, das passt. Ein oder zwei junge Spieler hätte ich noch dazu genommen – gerade fürs Training. Mal schauen, ob sich noch etwas ergibt. Etwa für die Centerposition, wo Markus Klotz ein bisschen verletzungsanfällig war, hatten wir noch jemand vom SV Derne im Auge, doch so eine Saison mit Doppellizenz für beide Vereine gestaltet sich ziemlich schwierig. Schon die Trainings und Partien sind oft zeitgleich.

Es sind weniger Center – damit ändert sich die Taktik?

Letzte Saison haben wir es oft nicht geschafft, unsere Centervorteile richtig durchzusetzen. Nur ganz wenige Mannschaften stellen überhaupt Leute mit 2,05m oder mehr. So passen wir uns in der aktuellen Besetzung auch der Liga an und dürften damit noch schnelleren Basketball spielen können.

Julian Schütz ist der Vierte im Bunde und sammelte bereits im Dress der Hertener Löwen hochklassige Erfahrung. Er wird auf der Position des „Power Forward“ zum Einsatz kommen.

Noch nicht offiziell vom Verein vermeldet wurden Tom Doll und Babak Adib als Abgänge.

Bei Tom stand das schon etwas länger fest. Wir wollten uns verjüngen und Felix Wenningkamp ist ein starker Ersatz. Dazu kommt, dass Tom plant, erst mal nur noch ein Jahr zu spielen, um dann beruflich nach Australien zu gehen. Und wir müssen eben auch im Hinterkopf haben, ein zukünftiges Team für die „Pro-B“ zu schmieden.

Bei Babak war die Sache anders. Ich hab ihm ganz klar dazu geraten. Er soll spielen, nicht noch ein Jahr auf der Bank versauern.

Von den Zugängen dürfte damit also Felix Wenningkamp in der „ersten Fünf“ auflaufen?

Felix wollten wir auch schon im Vorjahr haben. Er hat einen sehr guten Job in Salzkotten gemacht, ist ein potenzieller Startspieler. Doch auch Jan Möhring, der das Spiel wirklich verstanden hat, oder Niklas Geske darf man nicht unterschätzen. Es gibt nicht viele deutsche Aufbauspieler und Niklas ist da eines der größten Talente. Auch Schwelm wollte ihn haben. Ich schätze, er wird nur ein weiteres Jahr bleiben, wenn wir hochgehen.

Was für Schwerpunkte werden jetzt in der Vorbereitung gesetzt?

In den ersten Ferienwochen ist es in Bochum immer schwierig mit den Hallen. So wollten wir raus auf den Platz – aber nun schüttet es dauernd. Wir setzen im Juli den Fokus auf Grundausdauer, Laufen und Athletik; sind dann ab dem 30. Juli wieder fest in der Halle, etwa mit Schnellkrafttraining. Und dann müssen wir auf jeden Fall viel spielen. Auch wenn da noch nicht viel zusammenlaufen wird, testen wir am 8. August gegen Derne und am 11. August gegen Schalke.

Unterstrich in den Finalspielen der NBBL-Nachwuchs-Bundesliga im Mai in Hagen seine Klasse als junger Spieler für die Aufbauposition: Niklas Geske.

Das ist sicher wichtig, weil die Auftaktgegner es richtig in sich haben?

Ja, die ersten drei Spiele haben wir richtig Programm. In Grevenbroich, Salzkotten daheim – und nach Iserlohn. Das war letzte Spielzeit mit dem Start gegen einen Aufsteiger leichter. Diesmal sind es gleich drei dicke Bocken. Und Teams wie Iserlohn haben den Vorteil ihrer sehr eingespielten Truppe.

Bereits vergangene Saison waren die AstroStars der Titelfavorit. Ist nun der Druck, aufsteigen zu müssen, nicht noch größer geworden?

Ich bin da relativ entspannt. Man kann einen Kader zusammenkaufen, aber eine Aufstiegsgarantie gibt es auch dann nicht. Wenn zum Beispiel der Amerikaner ausfällt, sieht es schon anders aus. Wir wollen in die „Pro-B“, auch weil die 1. Regionalliga mit den 2. Mannschaften nicht mehr so attraktiv ist. Aber das will Iserlohn auch. Vielleicht sind wir nicht besser besetzt als letztes Jahr, aber wir haben nun mehr Spieler, die so etwas noch nie erlebt haben, sich verbessern können, einfach hungriger sind.

Christian Meister



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