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Kaum VeränderungenKeine Titelnormen durch den Rückzug von Plettenberg

18.10.2007 | 23:43 Uhr

Aufstiegsfavorit zieht kurzfristig zurück. SG Bochum 31 fährt mit viel Selbstvertrauen nach Duisburg

START IN DIE SCHACH-SAISON Ruhrgebietsgipfel in Wattenscheid. Bereits heute kommt es zu den ersten Partien im Ludwig-Steil-Haus. Die SG Bochum 31 beginnt Sonntag in Duisburg Zum Saisonauftakt der ersten Schach-Bundesliga treffen am Wochenende die drei Ruhrgebiets-Teams SV Wattenscheid 30, SF Katernberg und SV Mülheim-Nord in Wattenscheid aufeinander, komplettiert durch das Team des vielfachen Deutschen Meisters SG Solingen.

Am heutigen Freitag kommt es zum Duell der Reisepartner SV Wattenscheid 30 gegen die SG Solingen, am Samstag spielt der SV30 gegen den SV Mülheim-Nord sowie Solingen gegen Katernberg, am Sonntag trifft der SV30 auf die SF Katernberg und Solingen auf Mülheim-Nord.

Besonders gespannt darf man auf die Mülheimer Mannschaft sein, die sich nach dem Beinaheabstieg der letzten Saison deutlich verstärkt hat und nominell das zweitstärkste Team der Liga hinter dem Meister SC Baden-Baden ist.

Die Badener-Badener können am Spitzenbrett den frischgebackenen Weltmeister Viswanathan Anand einsetzen, die Mülheimer verfügen mit dem Russen Jakovenko am Spitzenbrett über einen Neuzugang, der unter den Top-20 der Weltrangliste steht. Weitere Neuzugänge sind der Franzose Lagrave, der Ex-Bochumer Potkin und der Belgier Malachatko. Die langjährigen deutschen Akteure Hausrath und Schebler rutschen bei den Mülheimern dadurch weit nach hinten.

Die Solinger haben nur einen Neuzugang zu melden, das österreichische Jungtalent Markus Ragger. Am Spitzenbrett hat der Niederländer Stellwagen den Vorzug gegenüber den routinierten Spielern Nikolic und Jusssupow den Vorzug erhalten. An den hinteren Brettern können neben zwei weiteren Niederländern Smeets und Werle der Neu-Großmeister Naumann und Michael Hoffmann aufgeboten werden.

Die Katernberger haben ihr Spitzenbrett Volokitin an Ligakonkurrent Tegernsee verloren. So spielt jetzt der Russe Motylev an Position eins, gefolgt vom Niederländer Lami, Igor Glek sowie den Neuzugängen Postny und Halkias und dem Ex-Porzer Christian Seel.

Beim SV30 gibt es gegenüber dem Vorjahr nur eine Veränderung. Für Visser, der in die zweite Mannschaft rückt, spielt jetzt Najer. Der SV30 vertraut auf seine bewährten Akteure Ralf Appel, Frank Holzke, Florian Handke, Volkmar Dinstuhl und Timo Sträter. Wer in der Dreierrunde am Wochenende zum Einsatz kommt, wird erst kurzfristig entschieden.

"Gegen Solingen und Katernberg wird es für den SV30 enge Matches geben, gegen Mülheim sind wir nur Außenseiter", so die Einschätzung von Coach Ulrich Wolf.

Gespielt wird Freitag ab 17 Uhr im Ludwig-Steil-Haus, am Samstag ab 14 Uhr und am Sonntag ab 10 Uhr in der Pestalozzi-Realschule, Graf-Adolf-Straße 40.

Die Partien vom Samstag werden live für das Publikum kommentiert.

Voller Selbstvertrauen startet der Schach-Zweitligist SG Bochum 31 am Sonntag gegen den Aufsteiger PSV Duisburg in die neue Saison. Überschattet wird der Start in die Meisterschaft allerdings von dem plötzlichen Rückzug der SvG Plettenberg, mit dem eigentlich niemand aus der Szene gerechnet hat.

"Kurzfristig wurde die Mannschaft abgemeldet", erklärt SG-Manager Norbert Franke. Plettenberg war eigentlich einer der Top-Favoriten auf den Aufstieg. Schließlich wurde die Mannschaft dort zuletzt stark verstärkt. Für den Rest der Liga ergibt sich dadurch ein großer Nachteil: Es kann kein Team mehr nachrücken. "Dadurch können keine Titelnormen erspielt werden", ärgert sich Franke, der eigentlich seinem Nachwuchsmann Marlon Schlawin eine Chance auf einen solchen Titel geben wollte. Dafür wären aber neun Partien notwendig gewesen, die letzte Begegnung entfällt jetzt. Franke: "Das ist natürlich ärgerlich." Auch die Plettenberger Spieler können in dieser Saison nur noch im Ausland eingesetzt werden, so schreibt es zumindest die Turnierordnung vor.

Nicht ganz in Bestbesetzung treten die Bochumer beim PSV Duisburg an. Fehlen werden Ilja Zaragatski und Willy Hendriks, die beide verhindert sind. Trotzdem spricht Franke von einer "lösbaren Aufgabe." Denn der Gegner hat sich nach dem Aufstieg kaum verstärkt. Top-Spieler ist der Internationale Meister Jürgen Fleck, der in den achtziger Jahren schon mal für die SG31 in der Bundesliga aufgelaufen ist und an Brett eins starten wird. Ansonsten setzen die Gastgeber vorwiegend auf ihre Aufstiegsmannschaft aus dem vergangenen Jahr. Zum Kader der Bochumer gehören Mikhail Zaitsev, Rafael Fridmann, Wolfgang Richter, Marlon Schlawin, Vladimir Gurevic, Theo Hommeles, Jelmer Jens und Sebastian Kitte.

Mit einem ersten Sieg könnten die Schachgemeinschaft auf einen der vorderen Plätze vorrücken, ehe zwei Wochen später das Duell mit der Zweitvertretung von Aljechin Solingen wartet.

Von Volker Martin Von Daniel Schimpke

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