Junges Trainer-Duo übernimmt in Hordel

Kevin Rudolph traf zum 2:2 und verletzte sich kurz vor Schluss.
Kevin Rudolph traf zum 2:2 und verletzte sich kurz vor Schluss.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Was wir bereits wissen
Marcel Bieschke und Rene Ziarna, beide 29, werden ab Sommer das neue Trainer-Duo bilden beim DJK TuS Hordel. Der Fußball-Westfalenligist spielte gegen Kaan-Marienborn 2:2.

DJK TuS Hordel -
Kaan-Marienborn 2:2 (0:1)

Hordel: Kampschäfer - Helfer, Büscher, Misawa, Severich (73. Kontny) - Stöhr, P. Rudolph (46. Barrera) - Hoffmann (39. Iohara), K. Rudolph, Debski - Ginczek
Tore: 0:1 May (2.), 0:2 Noll (76.), 1:2 Stöhr (83.), 2:2 K. Rudolph (86.)

Als das schmeichelhafte 2:2 gegen Kaan-Marienborn bereits Geschichte war, ging der Blick bei der DJK TuS Hordel voraus. In die nächste Saison. Jörg Versen, der Manager, präsentierte gestern Abend die Nachfolger für Marco Rudnik, der den Klub wie berichtet aus eigenem Interesse verlässt im Sommer. Marcel Bieschke und Rene Ziarna werden ab Sommer das neue Trainer-Duo bilden.

Ein Gespann sind die beiden ungewöhnlich jungen Trainer (beide 29 Jahre alt) schon länger, aktuell trainiert aber nur Ziarna die Westfalenliga-U 19 des TSC Eintracht Dortmund. Bieschke ist seit acht Monaten beruflich in Südafrika, kehrt aber Mitte April zurück.

Kevin Rudolph werden sie dann ebenso wenig trainieren können wie dessen Bruder Patrick und Dawid Ginczek, die drei Leistungsträger verlassen Hordel ja. Wann Kevin Rudolph wieder richtig eingreifen kann für den TuS, stand indes gestern noch nicht fest. Einen dick geschwollenen Knöchel trug er in die Kabine. Der Torschütze zum Ausgleich war in der Schlussminute bei einem Konter gestoppt worden und am Boden liegengeblieben. Der Schiedsrichter ließ in einer erst am Ende turbuluenten Partie weiterlaufen, pfiff dann ab. Rudolph wurde gestützt, humpelte vom Platz. Möglicherweise sind die Bänder betroffen.

Eine Aussicht, die die Freude über das späte und etwas glückliche 2:2 trübte an diesem furchterregend verregneten Sonntag. Zumal in der Pause schon Patrick Rudolph mit Leistenproblemen in der Kabine blieb. Und zuvor hatte es Dustin Hoffmann erwischt, dessen Auge nach einem Kopfballduell binnen 60 Sekunden komplett zuschwoll (39.).

Da stand es noch 0:1, weil der anfangs überlegene Gast die Hordeler erst einmal wecken musste: Flanke von rechts, ein satter Schuss von Michael May, der frühe Rückstand (2.). Hordel fand nicht so richtig in die Partie, leistete sich zu viele Fehler, Kaan-Marienborn agierte mit einigen langen Kerlen defensiv kompakt, rustikal. Die DJK fand selten eine Lücke, kam nur zu zwei Chancen von Dawid Ginczek. Auf der anderen Seite hätten Sellau und Ecker für die etwas gefälligeren Siegerländer erhöhen können.

Nach dem Wechsel spielte Hordel „druckvoller“, so Trainer Marco Rudnik. Die DJK setzte nach, kam letztlich aber nicht zum Abschluss. Da auch auf der Gegenseite wenig Erwärmendes passierte, durften sich die sehr wenigen zahlenden Zuschauer wenigstens darüber freuen, unter dem Tribünendach nicht im Regen stehen zu müssen.

In diesem standen sprichwörtlich die Hordeler, als Kaan einmal gefährlich vor Kevin Kampschäfers Kasten auftauchte, der Torwart den Ball nur abprallen konnte und Noll abstaubte. 0:2. Niemand setzte mehr einen Cent auf den TuS - außer Rudnik. Und sein Team. „Wir haben weiter an uns geglaubt“, sagte er. Zwei Standards mussten aber her, um diese These mit Toren zu belegen: Einmal legte Rudolph flach auf für Stöhr, dessen Distanzschuss abgefälscht im rechten Eck einschlug. Einmal verwandelte Rudolph einen Freistoß direkt ins linke Eck. In der Schlussminute lenkte Kampfschäfer einen Kopfball an die Latte und rettete damit den Punkt. Für Rudnik war der „verdient, obwohl wir nicht gut gespielt haben. Wir haben Willen, einen guten Charakter gezeigt.“