Jan Hense überrascht mit Bestzeit und DM-Qualifikation

Im Regen zur Bestzeit: Jan Hense vom TV Wattenscheid.
Im Regen zur Bestzeit: Jan Hense vom TV Wattenscheid.
Foto: Wolfgang Birkenstock
Was wir bereits wissen
Jan Hense vom TV Wattenscheid hat bei den Westdeutschen Meisterschaften in Recklinghausen ein Glanzlicht gesetzt über 1500 Meter.

Das schlechte Wetter im Ruhrgebiet hat am Sonntag auch keinen Bogen um Recklinghausen gemacht – dementsprechend durchwachsen waren viele Leistungen bei den Westdeutschen Meisterschaften im Stadion Hohenhorst.

Dennoch hat der TV Wattenscheid 01 sich wieder mit einigen Titeln und Medaillen eingedeckt – und auch für eine Überraschung gesorgt: Langstrecken-Läufer Jan Hense (24) pulverisierte mit 3:48,84 Minuten seine 1.500-Meter-Bestzeit und qualifizierte sich ziemlich überraschend für die Deutschen Meisterschaften in Nürnberg vom 24. bis 26. Juli. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, freute sich Hense, „meine Bestzeit stand vor zwei Jahren noch bei 4:10 Minuten oder so ähnlich. Eigentlich wollte ich nächste Woche noch mal in Heusden 5.000 Meter laufen – aber die DM-Teilnahme werde ich mir jetzt nicht nehmen lassen.“

Nach langer Verletzungspause (Riss der Plantar-Sehne, Ermüdungsbruch) verpasste der einstige 400m-Läufer Alexander Ide als Zweiter (3:53,02 min) bei seinem Comeback die DM-Norm. Julia Tertünte holte bei den Frauen in 4:43,49 Minuten Bronze.

Diskuswerfer Daniel Jasinski meldete sich nach längerer Pause mit 61,44 Metern und einem Sieg zurück – das sollte Mut machen für seinen Start am heutigen Dienstag in Luzern, wo die Scheibe dann noch ein bisschen weiter fliegen sollte. „In Recklinghausen war einfach ein Mistwetter, jetzt geht’s in Luzern weiter“, sagte der EM-Siebte von Zürich, der weiterhin die WM-Norm von 65 Metern jagt. Philippe Grewe vom TV 01 landete auf dem Bronzerang (50,80m).

Im Kugelstoßen siegte die Hallen-EM-Sechste Denise Hinrichs (16,32m) vor ihrer Vereinskollegin Laura Jokeit (14,57m) – und zwar im Schongang. „Ich habe nur aus dem Stütz gestoßen und auf den Umsprung verzichtet“, erklärte Hinrichs. Leonie Ress wurde Elfte im Speerwerfen.

Hochspringer Sebastian Kneifel wollte im Hochsprung die DM-Norm angreifen – schaffte aber mit 2,00 Metern nicht die Nürnberg-Qualifikation. In Recklinghausen belegte er Rang zwei. Wattenscheids Noel Zang wurde Fünfter (1,89m). Im Hochsprung der Frauen landeten die drei Wattenscheiderinnen Nadja Kampschulte (1,72m), Julia Stockmann (1,72m) und Viktoria Gottlieb (1,67m) auf den Rängen zwei, drei und vier. Andrea Kapenda wurde Achte.

Im Weitsprung hatte Lisa Kurschilgen auf die DM-Norm von 6,35 Metern gehofft – vergeblich. Mit lediglich 5,81 Metern wurde sie im Regen von Recklinghausen Zweite. „Ich kann guten Gewissens sagen, dass die Wetterbedingungen der Grund sind“, meinte die Hallen-DM-Dritte von Karlsruhe. „Obwohl die Kampfrichter ihr Bestes gegeben haben, stand die Anlaufbahn zum Teil unter Wasser. So kann man leider nicht schnell und frei anlaufen. Ich bin mir sicher: Spätestens in der Hallensaison werde ich wieder da anknüpfen können, wo ich bei den Deutschen Hallenmeisterschaften aufgehört habe.“

Über 800 Meter belegte Christina Zwirner Rang zwei (2:06,71 min). „Ich wollte mich aus dem Gedrängel heraushalten und habe sofort die Flucht nach vorn ergriffen“, schildert Zwirner. „Vor zwei Wochen hatte ich noch eine Halsentzündung, die mich zurückgeworfen hat.“ Bei der DM will sie wieder „Gas geben“. Zwirners Teamkollegin Sonja Mosler wurde Vierte (2:08,05 min), Janine Lins belegte Platz elf (2:13,37).

Über 100 Meter Hürden wurde Sandra Peilert Dritte (14,29 sec). Maike Dix erreichte über 100m Rang vier (12,13), Sandra Peilert wurde im B-Finale Zweite (12,43 sec) vor Wattenscheids Ronja Frei (12,47 sec). Alisa Puchalla belegte im B-Endlauf Platz sechs.

Sebastian Ernst wurde Vierter über 200 Meter (21,69 sec), Peter Adjayi belegte Rang fünf. Carlo Weckelmann und Andreas Jenk landeten auf den Plätzen sieben und acht.