Im Derby geht’s um die Existenz

Noch einmal alles geben: Rechtsverteidiger Marvin Beimborn und SW Wattenscheid 08 stehen gegen den SV Höntrop vor einem Abstiegs-Endspiel.
Noch einmal alles geben: Rechtsverteidiger Marvin Beimborn und SW Wattenscheid 08 stehen gegen den SV Höntrop vor einem Abstiegs-Endspiel.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Ist doch klar, dass Ede Schroer auch schon am gestrigen Freitag voll auf das Derby gegen den SV Höntrop fokussiert war. Schließlich geht es in diesem Abstiegs-Endspiel um die sportliche Existenz in der Landesliga. „Ja, wir stimmen uns gerade schon auf den Sonntag ein“, sagte der Sportliche Leiter von SW Wattenscheid 08, als die WAZ ihn gestern telefonisch in einem Café erreichte. Gemeinsam mit Trainer Manfred Behrendt hatte er da gerade die Startelf ausgetüftelt – und kam zum Schluss: „Wir wollen jetzt die Entscheidung. Wir haben viel dafür gearbeitet.“ Anstoß ist morgen um 15 Uhr an der Dickebankstraße.

Die Ausgangssituation ist klar: Gewinnen die Wattenscheider, aktuell mit 31 Punkten auf Rang 13 und somit einem Nicht-Abstiegsplatz, haben sie den Klassenerhalt sicher – egal, was passiert. Höntrop (Platz 14, 29 Punkte) würde im Falle einer Niederlage nur dann schon am 29. Spieltag absteigen, wenn auch Haspe (Platz 12, 31 Punkte) parallel gegen den Tabellenzweiten Hedefspor Hattingen gewinnt. Gewinnt Höntrop, haben die Rot-Weißen am letzten Spieltag gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Husen-Kurl alles in eigener Hand.

Obwohl Wattenscheid – nicht nur tabellarisch, sondern auch spielerisch und in puncto Form der letzten Wochen – eigentlich der klare Favorit ist, weist Ede Schroer das weit von sich. „Höntrop ist Favorit, gerade wenn man sieht, wen sie noch so aufstellen können“, spielt der Sportliche Leiter auf einen möglichen Einsatz von Ex-Bundesligaprofi und Innenverteidiger Carsten Wolters an. Er hat in den letzten Jahren schon häufiger die Kohlen aus dem Feuer geholt für den SV Höntrop. Ob er das in der gegenwärtigen Situation der Rot-Weißen noch mal schafft? Fraglich. Schroer jedenfalls nimmt demonstrativ den Druck von seinem Team: „Wir sind bescheiden. Und wollen es jetzt schaffen.“

Verdient wäre es allemal, denn seit dem Rücktritt von Sergio Allievi hat Wattenscheid 08 in einem kraftraubenden und unglaublich engen Abstiegskampf sukzessive wichtige Punkte gesammelt, dabei ansehnlich gespielt. Höntrop tat das auch, fatalerweise allerdings nicht in den letzten vier Spielen. Da erzielte Höntrop nur zwei Tore und fing sich 16 Gegentreffer.

Für den VfB Günnigfeld (Platz 33, 28 Punkte) ist die Situation vor dem Auswärtsspiel in Husen-Kurl (So., 15 Uhr) etwas entspannter. Es ist ja fraglich, ob der VfB überhaupt noch einen Punkt für den Klassenerhalt braucht. Trotzdem sagt der Sportliche Leiter Michael Krumm: „Wir wollen natürlich trotzdem etwas mitnehmen. Dann haben wir es nämlich definitiv geschafft.“

Oberstes Gebot für die Aufgabe bei den in den letzten Wochen auffallend torhungrigen Dortmundern ist die mentale Disziplin, meint Krumm: „Das Ding wird über den Kopf entschieden. Wenn wir Husen-Kurl auf die leichte Schulter nehmen, dann kann das auch mal nach hinten losgehen.“

Der Klassenerhalt wäre den Günnigfeldern angesichts der Verletzten- und Sperrenliste der letzten Wochen hoch anzurechnen. Krumm: „Das ist eine Plage. Beim Sanitätshaus müssten wir für die ganzen Kniebandagen eigentlich schon Mengenrabatt kriegen.“

Nach aktuellen WAZ-Informationen ist das bislang aber noch nicht passiert. . .