Hoffnung für Waldesrand und Arminia im Abstiegskampf
15.02.2012 | 20:05 Uhr 2012-02-15T20:05:00+0100
Die Kreisliga A2 hat sich in der Hinrunde in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickelt. Die größte (Punkte-)Lücke klafft mit sieben Zählern zwischen Platz acht und neun.
Die Kreisliga A2 hat sich in der Hinrunde in eine Zwei-Klassen-Gesellschaft entwickelt. Die größte (Punkte-)Lücke klafft mit sieben Zählern zwischen Platz acht und neun.
Angeführt wird die zweite Tabellenhälfte von Bezirksliga-Absteiger Amacspor Dahlhausen. Trainer Bruno Otto, vor Saisonbeginn vom SV Langendreer 04 nach Dahlhausen gewechselt, beurteilt den bisherigen Saisonverlauf als „für uns nicht zufriedenstellend“: „Ich hatte mir da schon etwas mehr erwartet.“
Als Hauptgrund für das sportliche Mittelmaß hat Otto die fehlende Breite des Kaders ausgemacht. Verletze Leistungsträger konnten nicht ersetzt werden, somit habe man „jeden Ausfall bitter bereuen“ müssen, sagt Otto. Ein weiteres Problem war die mangelnde Motivation der Mannschaft, die nach dem einjährigen Bezirksliga-Intermezzo, „den Antrieb“ vermissen ließ, was sich vor allem in der dürftigen Trainingsbeteiligung ausgedrückt habe, so Otto weiter.
Damit sich das in der Rückrunde ändert, hat man personell nachgebessert und sich mit Florian Schlenk, André Borgböhmer (beide eigene Jugend), Hasan Cenk, Erkan Babacan (beide TuS Hattingen) sowie Lucas Bugal (SuS Niederbonsfeld) verstärkt. „Die sind jung, ehrgeizig, haben Feuer“, sagt Otto und hofft auf frischen Wind auf und neben dem Platz. Für den Rest der Spielzeit verfolgt der Coach eher bescheidene Ziele. „Mehr als ein guter Mittelfeldplatz“ werde in dieser Saison „wohl nicht drin sein“.
Hinter Amacspor folgen mit dem VfB Günnigfeld II, Rasensport Weitmar und dem SV Höntrop II drei Mannschaften, die selten einen der hintersten Plätze belegten, sich aber auch nicht entscheidend Luft verschaffen konnten und daher immer noch um den Klassenerhalt zittern müssen.
Neue Hoffnung im Abstiegskampf haben dagegen die DJK Arminia Bochum II und der SV Waldesrand Linden geschöpft, die fast über die gesamte Hinrunde um die letzten beiden Plätze kämpften und erst nach Trainerwechseln zum Ende der Hinrunde erste Erfolge feiern konnten.
Bei der Arminia übernahm Geschäftsführer Udo Behrends nach der Trennung von Marcus Kretschmann zusätzlich die Geschicke der zweiten Mannschaft, der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Aus den fünf Spielen unter Behrends holte die Arminia acht Punkte, nur ein Spiel wurde verloren.
Behrends kommentiert den Aufschwung nüchtern: „Zum Ende der Hinrunde wurde es besser.“ Verwundert hat den neuen Coach diese Leistungssteigerung nicht: „Das ist eigentlich keine schlechte Mannschaft.“ Die Zielsetzung für den Rest der Saison ist klar: Es zählt nur der Klassenerhalt.
Auch bei Waldesrand Linden hat der neue Trainer eine Doppelfunktion übernommen. Nach der Entlassung von Thomas Willems wurde B-Jugend-Coach Carsten Reiß als neuer Übungsleiter der ersten Mannschaft eingesetzt. Mit Erfolg: Das zuvor noch sieglose Schlusslicht gewann beide Partien gegen Mitkonkurrent SW Eppendorf II mit 4:3 und schloss so zum Rest der Gruppe auf.
Die Mannschaft habe dadurch „ein bisschen Auftrieb bekommen“, freut sich Reiß. Und auch im Umfeld hat der Trainer eine Veränderung wahrgenommen: „Durch die zwei Siege sind alle etwas euphorisch geworden, die Pause kam da schon ungelegen.“ Reiß warnt aber auch vor zu hohen Erwartungen. Vielmehr müssten Mannschaft und Umfeld „Geduld“ haben, um das Hauptziel, „drinzubleiben“, noch zu realisieren.
Zwischen Arminia und Waldesrand hat sich SW Eppendorf II auf dem vorletzten Platz eingefunden. Die Schwarz-Weißen sind sehr ordentlich gestartet, danach begann der schleichende Niedergang, der auf dem vorletzten Platz sein vorläufiges Ende fand. Nur zwei Unentschieden holte man aus den letzten zehn Partien, zudem bezog man einige Male gerade zu Hause gehörig Prügel (0:8 gegen Adler, 2:7 gegen Amac, 2:7 gegen Wattenscheid 08, 1:6 gegen Welper).
Eppendorfs Sven Schäfers hat den Grund für den Absturz ausgemacht: „Wir hatten ein Verletzungspech, wie ich persönlich es in 26 Jahren Fußball noch nicht erlebt habe.“ Über einen Zeitraum von mehreren Wochen seien „acht, neun Leistungsträger“ ausgefallen. Ein für eine zweite Mannschaft nicht zu kompensierender Verlust. Wobei der Fall auf Platz 14 für Schäfers kein „Absturz“ im eigentlich Sinne ist: „Ich habe schon zu Beginn gesagt, als wir noch oben standen, dass es für uns nur um den Klassenerhalt geht.“
Nun sind die Verletzungen allerdings auskuriert, seit Mitte Januar bereitet man sich in Eppendorf auf das „Unternehmen Nichtabstieg“ vor. 19 Spieler standen für die ersten Vorbereitungsspiele zur Verfügung. Schäfers: „Ich hoffe, es bleibt so.“ Denn der Trainer weiß, dass „noch viel zu tun“ sei. Damit meint Schäfers jedoch nicht nur den körperlichen Bereich: „Die Mannschaft muss auch eine andere Einstellung an den Tag legen.“
0mitdiskutieren