Heipertz mit Respekt vor Überfall-Fußball

Phillip Severich (re., hier im Kreipokal-Halbfinale gegen Lindens Ibrahim Lahchaychi) und seine Teamkollegen vom Westfalenligisten DJK TuS Hordel wollen heute den Titel holen – gegen den Bezirksliga-Meister Concordia Wiemelhausen wird das aber alles andere als einfach.
Phillip Severich (re., hier im Kreipokal-Halbfinale gegen Lindens Ibrahim Lahchaychi) und seine Teamkollegen vom Westfalenligisten DJK TuS Hordel wollen heute den Titel holen – gegen den Bezirksliga-Meister Concordia Wiemelhausen wird das aber alles andere als einfach.
Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

„Nein, nein“, lacht Jürgen Heipertz mit der Ruhe, die ein erfahrener Trainer eines Bezirksliga-Meisters und Landesliga-Aufsteigers eben so hat: „Aus der Favoritenrolle kommt Hordel nicht raus. Sie spielen zwei Klassen höher.“ Doch so klar, wie der Coach von Concordia Wiemelhausen die Ausgangslage vor dem Kreispokal-Finale um den Moritz-Fiege-Pokal gegen den Westfalenligisten DJK TuS Hordel umreißt, ist sie gar nicht unbedingt (Anstoß heute, 16.30 Uhr, Kunstrasen Am Stadtgarten/Wattenscheid).

Denn so weit sind Wiemelhausen und Hordel gar nicht mehr voneinander entfernt, rein finanziell sind die Rot-Weißen den Hordelern vermutlich schon voraus. Und auch ansonsten liegt nicht viel zwischen zwei Mannschaften, von denen die eine im nächsten Jahr am liebsten gleich die „Top 5“-Ränge der Landesliga erreichen würde (Wiemelhausen) und die andere nicht über das Westfalenliga-Mittelmaß hinauskam (Hordel).

Sowohl Hordel als auch Wiemelhausen sind als Finalteilnehmer ja schon für den Westfalenpokal qualifiziert. Dennoch ist ein Sommerkick wegen der arg durchwachsenen Meisterschaftsrunde der Hordeler eher unwahrscheinlich. „Das ist eine sehr große Möglichkeit, die Saison mit einem Positiverlebnis und einem Titel zu beenden“, sagt Co-Trainer Marcus Himmerich, der sich nach dieser Spielzeit ja selbst in Richtung SV Phönix in die A-Kreisliga verabschieden wird. Wiemelhausen, sagt Himmerich, habe bis jetzt „eine beeindruckende Saison“ gespielt, die Ergebnisse „sprechen Bände. Deshalb werden wir sicherlich nicht mit Leichtsinn oder dem Gefühl, da als Klassenhöherer locker dominieren zu können, in das Spiel reingehen.“ Personell hangeln sich die Hordeler mit ihrem Mini-Kader seit Wochen nur von Spiel zu Spiel, auch gegen Wiemelhausen steht hinter Sakae Iohara ein Fragezeichen, fallen Patrick Rudolph und Dustin Hoffmann definitiv aus.

Wobei: Jürgen Heipertz will ja gehört haben, dass Patrick Rudolph „alles geben“ wolle, „um in diesem Spiel dabei sein zu können.“ Endgültig wird sich das erst heute Nachmittag mit einem Blick auf den Spielbericht entscheiden. Klar ist bislang lediglich, dass Heipertz nicht nur vor Patrick Rudolph Respekt hat, sondern vor der Hordeler Spielweise. „Sie schaffen es, den Gegner früh zu verunsichern, indem sie sehr früh draufgehen. Das wird schon schwierig.“

Benatelli sieht Linden als Favorit

Obwohl es außer um den Titel und ein paar Hundert Euro Differenz in der Siegprämie um nicht mehr viel geht, erwartet Heipertz kein Scheibenschießen. „Wir wollen sicher stehen“, sagt er. Zumal seine Spieler so langsam „froh“ seien, dass die Saison allmählich ein Ende findet. Auf Wiemelhausener Seite fallen unter anderem Kamil Kokoschka, Patrick Drzymalla und Henning Wartala aus – allesamt Offensivspieler.

Bereits um 14.30 Uhr treffen an selber Stelle der Landesligist CSV SF Linden und der A-Kreisligist TuS Harpen aufeinander. Auch der Drittplatzierte qualifiziert sich für den Westfalenpokal – deshalb nimmt CSV-Trainer Frank Benatelli die Partie ernst: „Wir wollen gewinnen und sind trotz unserer Ausfälle der Favorit“, sagt der Ex-VfL-Profi.