Das aktuelle Wetter NRW 15°C
Fußball-Bundesliga

Heinemann: Ein Anfang

23.09.2009 | 20:58 Uhr

Bochum. Der Versuch, die Anhänger wieder hinter sich zu bekommen, hatte nicht nur Kraft gekostet.

Braucht Freiheiten, bekommt Freiheiten: Joel Epalle, gejagt von zwei Schalkern. Foto: Getty Images

Rustikal war es zugegangen in der Pokalpartie des VfL Bochum gegen den FC Schalke 04, und die Blessuren von Dennis Grote, Marcel Maltritz, Slawo Freier sowie Vahid Hashemian nahm Frank Heinemann zum Anlass, noch einmal zu betonen, dass man zwar hart gespielt habe, seine Jungs aber keinesfalls böse Buben gewesen seien.

Wie es personell weitergeht, weiß man zur Stunde noch nicht. Nur drei Tage nach dem 0:3 gegen den Nachbarn haben die Spieler Zeit, die Trübnis aus der Seele und die Müdigkeit aus den Knochen zu bekommen. Was extrem wichtig ist. Nürnberg könnte zum Knackpunkt einer ganzen Saison werden.

Seiner Mannschaft hat Heinemann gesagt, dass Schalke „ein Anfang war”, was die Einstellung, den Willen, die Laufbereitschaft betrifft. Spielerisch, räumte der 44-Jährige ein, habe es „nicht ganz so gut geklappt”. Nicht gefallen hat ihm die Hektik im Spielaufbau und die Spieleröffnung unter Umgehung des Mittelfeldes: „Wir wollten schon lange Bälle spielen, aber nicht nur. Es gibt andere Möglichkeiten hinten herauszuspielen.” Daran müsse man weiter arbeiten.

Heinemann redete freimütig über seine Vorstellungen, darüber, dass er daran „festhalten” werde, mit zwei Stürmern zu spielen, auch darüber, dass er Joel Epalle „mehr Freiheiten geben” wolle, weil es nicht gut sei, den Kameruner allerlei taktischen Zwängen auszusetzen. Und dass Andreas Luthe, der fehlerfrei blieb und einen sehr sicheren Eindruck machte, weiterhin die Nummer eins bleibt, war nach dem Schalke-Spiel fast selbstverständlich. Daniel Fernandes trug die neuerliche Zurückstufung - in der Öffentlichkeit - mit Fassung, in seinem Innersten dürfte es deutlich anders aussehen.

Den Portugiesen jetzt noch einmal auf Kurs zu bekommen, kann man wohl vergessen. Folglich muss Heinemann, so lange Philipp Heerwagen ausfällt, auf Luthe und Rene Renno vertrauen. Was dann wohl, sollten überhaupt Interessenten vorhanden sein, im Winter auf eine Trennung von Fernandes hinauslaufen wird. Draufzahlen bei diesem Geschäft, dazu braucht es keine große prophetische Gabe, wird der Klub.

In dieser und manch' anderer Hinsicht hätte ein Pokalerfolg natürlich gut getan. Schließlich muss ja Marcel Koller weiterhin bezahlt werden und demnächst auch sein Nachfolger. Weil Thomas Ernst den Kreis der Kandidaten bewusst nicht eingrenzen wollte, darf heftigst spekuliert werden. Dabei ist, wie fast immer in ähnlichen Fällen, der Name Christian Gross gefallen. Diesmal vielleicht sogar zu Recht, denn der 55-Jährige befindet sich derzeit auf dem Markt. Gross wurde im Sommer - zwei Jahre vor Vertragsende - beim FC Basel von seinen Aufgaben entbunden. Ein Landsmann von Marcel Koller als dessen Nachfolger? Oder steht gar auch ein Norweger auf der VfL-Liste? Nein, nicht Jörn Andersen. Trond Sollied ist auch frei. Der 50-Jährige wurde bereits in drei Ländern Meister. Aber die Sprache.

Michael Eckardt

Empfehlen
Rund ums Thema
Kommentare
Facebook
 
Kommentare
25.09.2009
08:28
Heinemann: Ein Anfang
von DerKenner | #6

Da sind Namen im Spiel, die ich beim besten Willen nicht nachvollziehen kann.
Was spricht gegen einen Edmund Becker? Der kennt die BuLi und wird den VfL finanziell in den Ruin treiben.

Ich möchte an dieser Stelle dringend vor irgendwelchen Experimenten warnen. Die Mannschaft ist taktisch in einem desolaten Zustand hinterlassen worden. Das muss erst einmal grundlegend aufgearbeitet werden. Da nützt es nichts, einen Trainer zu verpfllichten, der sich mit der Sprache und den taktischen und spielerischen Stärken und Schwächen der Gegner beschäftigen muss.

24.09.2009
14:09
Heinemann: Ein Anfang
von ole.ole. | #5

Aus diesen erstligauntauglichen Spielern wird kein Trainer der Welt mehr rausholen, als das Marcel Koller auch schon konnte.

24.09.2009
11:53
Heinemann: Ein Anfang
von VollBlauWeiss | #4

Es gibt nur einen: Lothar Matthäus!!!!! Bei uns setzt er sich zum ersten Mal richtig durch und nach dem erfolgreichen Sturz von Altegoer und Ernst wird im Verein ein ganz neues Umfeld aufgebaut, dass durch neues Sponsoreninteresse den VfL in neue Dimensionen hebt ...

24.09.2009
11:51
Heinemann: Ein Anfang
von trainer56 | #3

ich meine man sollte funny die chance geben ,alle anderen auf dem markt kosten nur viel geld ,und geben auch keine garantie für den klassenerhalt ab,das auftreten war doch schon ein ganz anderes als in den letzeten spielen,gegen manschaften auf augenhöhe sind da auch punkte drin

24.09.2009
07:03
Heinemann: Ein Anfang
von BOOOM | #2

mit luthe im tor wirds genauso enden wie gegen schalke

23.09.2009
22:50
Heinemann: Ein Anfang
von Käseschubser | #1

Trond wer?
Ok...wen ich nicht kenne, kann ich auch nicht beurteilen. Gerland (das wäre es gewesen) hat aus nachvollziehbaren Gründen wohl abgesagt...Andersen fände ich nicht schlecht. Büskens allerdings besser.
Warten wir es ab.

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/239655/create

Aktuelle Fotos und Videos
Fahnenmeer bei Phönix
Bildgalerie
Jugendturnier
Höntroper Torjubel
Bildgalerie
Fußball
VfL Bochum zu Gast bei Germania Bochum-West
Bildgalerie
Freundschaftsspiel
U19: VfL - BVB 0:1
Bildgalerie
Jugendfußball
Aus dem Ressort
Germania Bochum-West feiert den Aufstieg
Fußball Kreisliga A 1
Germania Bochum-West hat mit einem souveränen 2;0-Sieg im Endspiel bei der SpVgg Gerthe den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt gemacht.
Aufstieg! Weitmar II feiert meisterlich
Fußball Kreisliga A 2
In der Fußball-Kreisliga A 2 machte der SC Weitmar II mit einem 7:1-Sieg bei der SG Wattenscheid 09 II den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt.