Harpen krönt sich zum neuen Kreismeister

Der TuS Harpen (in blau) wurde Kreismeister, Kaltehardt steigt aber auch auf.
Der TuS Harpen (in blau) wurde Kreismeister, Kaltehardt steigt aber auch auf.
Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Serv
Was wir bereits wissen
Der TuS Harpen ist neuer Kreismeister Bochums. In der Relegation der Zweiten setzte sich die DJK Wattenscheid durch.

Dietmar Hampel war hörbar stolz: „Es ist unglaublich, wieviel Tempo wir noch auf den Platz bekommen haben. Diese Saison als Kreismeister abzuschließen, das ist schon phänomenal“, sagte der Trainer des Siegers um den Sparkassen-Cup. Denn der TuS Harpen wurde mit dem 4:2-Sieg gegen den TuS Kaltehardt im Duell der beiden Aufsteiger aus den Gruppen 1 und 2 Kreismeister. Damit sicherte sich die Mannschaft 1000 Euro Prämie, der TuS kassierte immerhin die Hälfte.

So blieb die Atmosphäre zwischen den Teams auch nach dem Abpfiff äußerst fair und sogar kameradschaftlich. „Die Jungs sind total erschöpft, aber überglücklich“, sprach Hampel für sein Team.

Von Beginn an gab es einen munteren Schlagabtausch, bei Harpen spielten einige frische Kräfte mit: etwa die A-Jugendlichen Malte Harkort und Alex Seiling und Visar Sheholli, der beim Integrationstraining für Flüchtlinge des TuS auffiel und erstmals spielberechtigt war.

Beide Teams spielten selbstbewusst. Dennoch dauerte es 37 Minuten, bis das erste Tor fiel. Harpens Thomas Jasinski traf zum 1:0. Die Freude der Fans hielt allerdings nicht lange, denn nur vier Minuten später konnten die Kaltehardter in Person von Denis Kovalik ausgleichen.

Kurz nach Wiederanpfiff machte sich Harpens Trainer-Sprössling Patrick Hampel die Schläfrigkeit der Kaltehardter zunutze und erzielte das 2:1. Kurioserweise waren die Harpener abermals nur vier Minuten in Führung, in der 51. Minute glich der Gastgeber Kaltehardt aus, dieses Mal durch Malte Lippsmeier. „Bis dahin waren wir nicht unbedingt die schlechtere Mannnschaft“, fand TuS-Coach Björn Sperber. „ Trotz der Strapazen vom Sonntag haben wir teils sehr ordentlich kombiniert.“ Mit „Strapazen“ meinte er die Meisterfeier. Das Manko der Gastgeber: „Wir haben zu wenig Zug zum Tor entwickelt.“

Letztlich konnte die Sperber-Elf ihren Heimvorteil nicht ausnutzen. Harpens Frederik Herda brachte sein Team in der 67. Minute in Führung und kurze Zeit später machte Maurice Kirchhoff mit dem 4:2 alles klar.

Für Sperber war es trotzdem „ein sehr schöner Abschluss“. Die Harpener wollen zumindest einen Teil ihres Gewinns für die anstehende Mannschafts-Fahrt am kommenden Wochenende nutzen.

WERNER TRAUM VOM AUFSTIEG IST GEPLATZT

Der Werner Traum von Wiederaufstieg ist geplatzt. Schuld daran sind die Wattenscheider Spieler Ali El-Lahib und Benjamin Kann. Enttäuschung machte sich breit um 21:30 Uhr, als klar war: Der WSV 06 Bochum muss ein weiteres Jahr in der Kreisliga A verbleiben. Deren Trainer Tobias Wille sagte niedergeschlagen: „Wir haben unsere gute Saison nicht gekrönt.“

Dabei sah es anfangs gar nicht schlecht aus im Entscheidungsspiel gegen die DJK Wattenscheid. Die Werner starteten defensiv und machten die Räume eng, auch wenn die DJK mehr Ballbesitz hatte. Zwei Fehler der Werner aber nutzte DJK-Scorer Ali El-Lahib eiskalt aus zum 1:0 für die Wattenscheider.

DJK-Coach Ralf Fischer hätte sich gewünscht, dass sein Team in der zweiten Halbzeit den Sack früher zugemacht hätte. Stattdessen blieb das 2:0 erst einmal aus. WSV-Coach Wille forderte mehr Mut und stellte um. Mit Lukas Wietoska kam ein zweiter Stürmer, was dem Werner Spiel laut Wille „mehr Kreativität und Dynamik“ gab. „Dann haben wir früher gestört und besser kombiniert.“

Knackpunkt der zweiten Halbzeit war dann die Rote Karte für WSV-Spieler Tim Tietz. Danach konnte Wattenscheid gegen die dezimierten Werner frei aufspielen. Trotzdem fiel das entscheidende 2:0 erst kurz vor Schluss durch Benjamin Kann. „Wir hätten die Partie auch mit weniger Herzklopfen beenden können“, kritisierte DJK-Coach Ralf Fischer mit einem Zwinkern.

Mit dem Sieg haben die Wattenscheider ihre Chance auf das Bezirksliga-Ticket gewahrt. Nächste Woche können sie den Aufstieg gegen einen Vertreter aus dem Gelsenkirchener Kreis klarmachen.