HaPe Diehr: „Wir haben eine sehr gute Mischung“

Haben sich rasch gefunden: Raphael Bals, Felix Engel, Cham Korbi, Jimmy Sherburne und Julian Jasinski .
Haben sich rasch gefunden: Raphael Bals, Felix Engel, Cham Korbi, Jimmy Sherburne und Julian Jasinski .
Foto: WAZ FotoPool / Ingo Otto
Was wir bereits wissen
Die VfL AstroStars Bochum gehen als Tabellenzweiter der 2. Liga ProB ins neue Jahr. Eine Platzierung, die auch Gefahren birgt, sagt Manager Hans-Peter Diehr im Interview.

Die VfL AstroStars Bochum gehen als Tabellenzweiter der 2. Liga ProB ins neue Jahr. Eine Platzierung, die alle Erwartungen übertroffen hat, aber gleichzeitig auch Gefahren birgt, wie Manager Hans-Peter Diehr im Gespräch mit WAZ-Mitarbeiter Ralf Rudzynski zu verstehen gibt.

Hans-Peter Diehr, haben Sie vor Saisonbeginn von einer solch’ guten Platzierung zu träumen gewagt?

Nein. Unsere Bilanz von acht Siegen gegenüber sechs Niederlagen ist etwas, das ich vielleicht erhofft hatte. So schön sich der zweite Platz liest, lasse ich mich jedoch davon nicht blenden. Das gesamte Feld ist sehr eng beisammen. Mit nur einem Sieg weniger hätten wir Neunter oder sogar Zehnter sein können. Unser Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz beträgt gerade vier Punkte, gegenüber dem Schlusslicht, das direkt absteigt, sind es auch nicht mehr als sechs Zähler. Für uns geht es ausschließlich darum, den Klassenerhalt so früh wie möglich zu bewerkstelligen. Vielleicht reichen schon drei weitere Siege dazu, aber um ganz sicher zu gehen, brauchen wir noch vier.

Was macht die Mannchaft der AstroStars in dieser Saison so stark?

Es gibt viele Dinge, die sich gut entwickelt haben und sich immer noch weiter entwickeln. Wir haben mit Jimmy Sherburne, Felix Engel und dem immer präsenteren Michael Haucke gleich drei neue Spieler, die es in die Starting Five geschafft haben. Und wir haben damit eine sehr gute Mischung gefunden. Auch Julian Jasinski passt in dieses Schema. Das Leistungspotenzial ist gestiegen, der Kader breiter aufgestellt, so dass wir eine größere Rotation haben. Ganz wichtig ist natürlich auch, dass die Chemie zwischen Trainer Kai Schulze und der Mannschaft stimmt.

Zuhause gab es bisher nur eine Niederlage, auswärts dafür aber auch nur einen Sieg. Schon am 3. Januar geht es bei Citybasket Recklinghausen wieder um Punkte. Kann die Mannschaft bereits in diesem Lokalduell die schwache Auswärtsbilanz aufpolieren?

Fast alle Heimspiele haben wir relativ sicher gewonnen. Was unsere Auswärtsbilanz angeht, standen mehrere Begegnungen auf des Messers Schneide. Wir fahren nicht nach Recklinghausen, um zu verlieren. Der Heimvorteil für Citybasket in ihrer krebsroten Halle ist aber gegeben. Diesmal fällt jedoch eine weite Anreise weg und kann keine Entschuldigung sein. Wie immer in dieser Liga werden auch diesmal Kleinigkeiten entscheiden. Ich erwarte dort einmal mehr ein interessantes Derby.

Im Frühjahr erreichten die VfL AstroStars das Playoff-Viertelfinale, nun steht zum Jahreswechsel Platz zwei zu Buche: Das Kalenderjahr 2014 war doch wohl sehr erfolgreich?

Aus sportlicher Sicht betrachtet, ja, aber wir haben schon daran zu knabbern, dass mit den Stadtwerken ein langjähriger Partner der ersten Mannschaft momentan nicht mehr vorhanden ist. Ich hoffe, dass das nicht für immer so bleiben wird. Ohne andere Partner wie IST und die Sparkasse Bochum hätte der Zweitliga-Basketball bei uns auf der Kippe gestanden. Perspektivisch braucht man sicher auch noch einen weiteren starken Partner, um sich auf dem Niveau, das wir erreicht haben, zu etablieren und dann den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen. Wir versuchen jedenfalls ständig, für positive Schlagzeilen durch die Leistungen der Mannschaft zu sorgen.

Dürfen sich die Fans erneut auf die Playoffs freuen?

Ich betone das noch einmal, weil es die Voraussetzung für alles weitere ist: Erst einmal muss man den Klassenerhalt schaffen. Es gibt keinen Verein in der Liga, der ein anderes Ziel hat. Für alle 13 Teams ist derzeit von Platz eins bis Rang 13 noch alles möglich – in beide Richtungen. Natürlich sind die Playoffs der besten Acht auch deswegen erstrebenswert, weil wir in der letzten Saison erlebt haben, was für eine tolle Atmosphäre bei diesen Partien herrscht. Vor 850 Zuschauern in der Rundsporthalle zu spielen, ist ein Riesenerlebnis. Eigentlich beginnt die Saison dann erst so richtig. Wir wollen auch deshalb so schnell wie möglich unser Hauptziel erreichen, um dann alle Kräfte für die Playoffs zu konservieren.